Am Sonntag beschlossen Annelie, Katharina, Janus, Evelin und ich, das „State Fair“ in St. Paul unsicher zu machen. Dies ist eine Mischung aus Kirtag, food market, Volksfest und Jahrmarkt in riesengroß und findet alljährlich für ungefähr zwei Wochen statt.
Mittags holte ich also Janus ab und wir fuhren zum Brooklyn Park, um von dort aus den Bus für 5$ zum State Fair zu nehmen. Am Parkplatz angekommen, wartete auch schon Annelie ungeduldig auf uns, da wir den Bus gerade noch laufend erwischten. In St. Paul angekommen und Katharina gefunden, war ich anfangs ein wenig überfordert, da ich das Gefühl hatte, noch nie so viele Menschen auf einmal gesehen zu haben. Höchst konzentriert schlängelten wir uns durch die Menschenmassen und versuchten uns dabei nicht zu verlieren und gleichzeitig keine Leute niederzurennen, was sich einfacher anhört als es war!
Mit großer Freude probierten wir uns von Essensstand zu Essensstand durch, um, wie von unseren Gastfamilien empfohlen, so viele verschiedene Speisen wie nur möglich zu probieren. So aßen wir neben einem ganzen Kübel frischer Cookies (wie schafften es mit Mühe und Not zu viert den Kübel voller Kekse zu verdrücken, die Einheimischen essen einen solchen jeweils alleine auf), Brownies, fried veggies, fried cheese, Eis und french fries auch frittierte Oreo Kekse. Klingt komisch, ist aber mega lecker! 😀 Die Amerikaner frittieren neben Süßigkeiten auch Salzgurken und verkaufen Bacon Eis, wir waren also eh noch auf der „normaleren“ Seite unterwegs.
Der historische Hintergund des Festes besteht scheinbar darin, dass sich Bauern getroffen haben um mit ihrem schönsten Schwein, dem größten Kürbis und der tollsten Kuh anzugeben. Aus diesem Grund gibt es am State Fair auch heute noch viele Tiere zu betrachten und eine sogenannte „Birth Station“, in der man Schweine, Kühe, Hasen, Schafe und Ziegen beim gebähren ihrer Jungen zusehen kann. Zwei mal täglich findet auch ein allgemeines Kühe melken statt, bei dem sich gefühlt 100 Leute anstellen, um eine Kuh melken zu dürfen. Uns schreckten diese Bilder eher ab und ich bin mir sicher, dass solche Dinge aus tierschutzrechtlichen Gründen in Österreich niemals erlaubt wären!
Neben einigen amerikanischen Studenten, die wir kennenlernten, traf ich auch einen Jungen aus Minnesota, welcher einen Pullover mit der Aufschrift „Universität Graz – Austria“ trug. Er erklärte mir, dass er wohl zwei Semester an der Uni in Graz studiert hatte!
Außerdem besuchten wir noch ein Gruselhaus, in dem verkleidete Menschen uns erschreckten und aus dem wir Evelin nur mit großer Mühe lebend herausbrachten, und ich kaufte mir ein Minnesota Shirt und einen Pullover. Abends machten wir uns mit schweren Beinen auf die Suche nach unserem Bus und wurden dabei von Sicherheitsmännern drei mal von A nach B und wieder zurück geschickt, um dann zu realisieren, dass wir schon 3x am Bus vorbeigelaufen waren. Zu Hause angekommen, fiel ich müde ins Bett und schlief sofort ein.









