Donnerstag 14.09. & Freitag 15.09.

Donnerstag Abend kam Annelie, ausgerüstet mit halbvollem Rucksack und pumpkin spiced oreo Keksen (es gibt zurzeit ALLES mit Kürbisgeschmack!), zu mir um hier zu schlafen. Denn pünktlich um 4:20 Uhr in der Früh trafen wir uns mit Curt in der Küche, der so lieb war uns zum Flughafen nach Minneapolis zu fahren, wo nach einem Security Check mit Drogenhunden um 6:30 auch schon unser Flugzeug Richtung Chicago abhob.

Eine Stunde später kamen wir an und fuhren mit dem Zug direkt in die Innenstadt, wo wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen nachdem wir die Treppen vom underground nach oben erklammen. Wolkenkratzer wohin man sah und wir kamen uns mal wieder so richtig klein im riesigen Amerika vor. Während wir so staunend dastanden lief ein aufgeregter, asiatischer Mann auf uns zu um uns zu bitten ein Foto von ihm vor dem Trump Tower zu machen, den wir bis dahin gar nicht bemerkt hatten. Gefühlte 1000 Fotos in 100 Posen und aus 40 verschiedenen Blickwinkeln später war er dann auch endlich zufrieden und wir konnten uns auf den Weg Richtung Lake Michigan machen, wo wir einen wunderschönen Sandstrand mit Ausblick auf die Skyline der Stadt fanden. Wir schossen Foto um Foto und posierten was das Zeug hielt, sodass sogar ein Mann zu uns kam und fragte, ob er denn Fotos von uns machen solle. Dankend nahmen wir an und gaben noch einmal alles vor der Kamera für den perfekten Schnappschuss 😀

Viele Fotos später ging es weiter auf den schönen Navy Pier, wo wir am See entlang spazierten und die wunderschöne Aussicht genossen.

Später nachmittags fuhren nach einer Stärkung auch schon mit dem Zug weiter, um zu unseren Airbnb zu gelangen. Leider hatten wir die Dimensionen der Stadt ein wenig überschätzt und der kurze Fußmarsch vom Bahnhof zum Schlafplatz stellte sich als eine 2 Stunden lange Strecke heraus. Aus diesem Grund beschlossen wir doch den Bus zu nehmen, wurden von 4 verschiedenen Frauen beraten welcher Bus wohl der richtige für uns wäre und wurden am Ende sogar vom Busfahrer auf die Fahrt eingeladen, da wir wohl ziemlich planlos und mitleidserregend aussahen. Ohne große weitere Probleme kamen wir schließlich auch an, klingelten erst bei zwei falschen Häusern und wurden dann freundlich von unserer Gastgeberin begrüßt und in unser Zimmer, den Purple Room, geführt.

Nach kurzer Verschnaufpause begannen wir uns dann, begleitet von Ed Sheeran Musik, für das Konzert am Abend fertig zu machen und wurden von Lied zu Lied aufgeregter. Nach einer Uberfahrt, die uns durch den Fahrstil unseres Fahrers ein wenig Angst einjagte, kamen wir auch schon an der Allstate Arena an und wunderten uns zunächst einmal sehr, dass noch gar nichts auf das Konzert des Weltstars Ed Sheeran hinzuweisen schien. Wir beschlossen uns bei Target noch Reeses und M&Ms zur Stärkung zu holen und Annelie machte mir am Parkplatz noch meine Haare, bevor wir den Menschen mit Ed Sheeran-Shirts in die Halle folgten. Nach kurzem Security Check (Wir durften Gott sei Dank unser Naschzeug behalten!:D) begaben wir uns auch schon auf unsere Plätze auf der Tribüne der Eishockeyarena. Die Halle füllte sich immer mehr und wir wunderten uns sehr darüber, dass ein Konzertbesuch für Amerikaner anscheinend wie ein Kinobesuch ist, da alle mit Popcorn und Nachos bewaffnet brav auf ihren Plätzen saßen und warteten. Ohne große Vorwahnung ging es dann auch schon los und James Blunt trällerte in sein Mikrofon. Nach einigen Liedern von ihm konnten wir es gar nicht mehr erwarten, endlich Ed Sheeran auf der Bühne zu sehen und die Spannung stieg. Endlich war es dann soweit: Ed Sheeran hüpfte auf die Bühne, fing an seine Gitarre zu spielen und die Menschen in der Halle sprangen auf. 17 Lieder lang performte Ed Sheeran alleine mit seiner Gitarre und seiner Loopstation und die Stimmung wurde von Song zu Song besser. Ich habe aufgehört mitzuzählen wie oft ich Gänsehaut und Tränen in den Augen hatte und ich glaube das sagt alles darüber aus, wie awesome seine Show war und wie wahnsinnig toll er live gesungen hat.

​​


Samstag 16.09.

Nachdem wir sehr lange geschlafen hatten machten wir uns wieder mit dem Zug auf den Weg in die Stadt, um das Nutella Café zu suchen und dort zu frühstücken. Leider eskalierte das ganze ein wenig und wir holten uns nach Waffeln und Pancakes auch noch Nutella-Eis. Aber wann hat man schon wieder einmal die Chance in einem Nutella Café zu essen?! 😀

Mit vollen Mägen spazierten wir zum Millennium Park um dort die berühmte bean, in der sich die Skyline von Chicago spiegelt, zu sehen und wieder einmal unzählige Fotos zu schießen. Danach ging unsere Sightseeingtour auch schon weiter Richtung Willis Tower. Fragt uns nicht wie – aber irgendwie schafften wir es neben dem höchsten Gebäude der Stadt zu stehen und trotzdem nicht zu bemerken dass wir schon am Ziel angekommen waren. 😀 Gott sei Dank realisierten wir es doch noch wenig später und standen dann zwei Stunden an, um auf das berühmte Skydeck zu fahren. Das Anstehen hatte sich auf jeden Fall gelohnt, denn die Aussicht auf dem Tower war einfach atemberaubend!

Nach diesen vielen Besichtigungen hatten wir natürlich wieder Hunger bekommen und landeten in einer Straße mit vielen Restaurants, kamen uns jedoch ein wenig underdressed vor, da die meisten Menschen Anzüge und shcöne Abendkleider trugen. Der Hunger war schließlich doch stärker und wir verspeisten in einem schönen Innenhof zwei wirklich leckere Falafel-Burger, bevor wir uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft machten. Aus unserem wirklich ausgereiften Plan uns nochmal ins Ed Sheeran Konzert zu schmuggeln wurde leider nichts mehr, da es inzwischen zu spät geworden war haha.


Sonntag 17.09.

Ziemlich müde machten wir uns am Sonntag auf den Weg um das berühmte Aquarium zu besuchen, wurden dabei jedoch leider von einer Shoppingstraße aufgehalten, der wir nicht widerstehen konnten. Unsere Shoppingtour lohnte sich jedoch, da wir nicht nur zwei weitere deutsche Au Pairs aus Minnesota in der Umkleide von Zara trafen, sondern auch eine sehr lustige Begegnung mit einem Typen hatten, der Annelie Mäntel anprobieren lies um herauszufinden, welchen er seiner Freundin kaufen sollte. Es mischte sich schließlich aus die Security Dame bei der Suche des perfekten Mantels ein und der Mann entschied schließlich, dass seine Freundin doch dicker als Annelie ist und er wohl das größere Modell nimmt. 😀

Um einige Dollar leichter standen wir abends zufällig vor dem berühmten „Stuffed Pizza Restaurant“ und entschieden dann dort zu essen, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen. Der Kellner hatte von Anfang an einen Narren an uns gefressen und setzte sich immer zu uns an den Tisch wenn er mit uns sprach, da Annelie sich von ihm erschreckte als er erstmals an den Tisch kam. So schafften wir es auch eine extra für uns angefertigte Babypizza zu bekommen, anstatt den üblicherweise tischgroßen Riesenpizzen. Obwohl vor dem Restaurant eine lange Schlange voll wartenden Kunden stand und auch an den Tischen reges Treiben herrschte nahm sich der Kellner die Zeit, uns die beste und vor allem sicherste Route zum Flughafen herauszusuchen. Als er erfuhr dass wir noch eine Stunde zu überbrücken hatten war er besorgt uns zwei „schutzlosen Mädchen alleine in den dunklen Straßen Chicagos“ und sagte uns wir sollen noch auf unseren Plätzen warten. Wenig später kam er mit einem Schokoladenkuchen zurück, den er uns schenkte damit wir im sicheren Restaurant sitzen blieben anstatt in den Straßen herumzuirren. Und dieser Schokoladenkuchen war mit Abstand der leckerste den wir je gegessen hatten!

Auch die Zugfahrt zum Flughafen stellte sich als sehr abenteuerlich heraus. Den Mann der im Wagon laut anfing Weihnachtslieder zu singen fanden wir noch lustig. Als der Zug jedoch im Untergrund plötzlich stehen blieb, aus beiden Fenstern nur eine Steinwand zu sehen war und neben uns nur zwei Männer im Wagon saßen, bekamen wir doch ein mulmiges Gefühl im Bauch. Nach ca. einer halben Stunde stand einer der Männer plötzlich auf, drückte den Notfallknopf und schrie „Was soll die Scheiße?!“. Keine Minute später rollte der Zug weiter und brachte uns sicher zum Flughafen. Wir wissen bis jetzt nicht was los war und ob die vielleicht einfach nicht gemerkt hatten, dass noch Passagiere im Zug waren haha 😀


7 Kommentare zu „Chicago“

  1. Avatar von Mama
    Mama

    Liebe Miriam, für mich ist es ein wahrer Genuss eure „Tagebücher“ über eure Trips zu lesen! Danke, dass ich daran teilhaben darf! Dir und Annelie weiterhin noch eine schöne und traumhafte Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
    LG Sabine

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke, das freut mich!
      LG Miriam

  2. Avatar von Michaela
    Michaela

    Wow Miri, was du an einem Wochenende erlebst, hab ich in meinem gesamten Leben noch nicht geschafft! So tolle Erlebnisse und Eindrücke – danke, dass wir daran teilhaben dürfen. Viel Spaß und viele tolle Erlebnisse weiterhin.
    LG Michaela

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke!! ☺️

  3. Avatar von Donnerer Christine
    Donnerer Christine

    Wow, echt der Hammer! Ich bewundere euch. Eure Aberteuerlust lohnt sich sichtlich. Passt aber trotzdem gut auf euch auf. LG. Christl

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke, machen wir!

  4. Avatar von Astrid
    Astrid

    Voll super Miriam. Wie Michaela schon sagte,was du an einem Wochenende erlebst habe und werde ich wahrscheinlich nie erleben. Zum Glück gibt’s wenigstens tolle Bilder von dir/euch! Voll genial

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Miriam abroad

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen