Freitag Abend beschlossen Janus, Annelie und ich uns noch einmal vor dem Super Bowl in die Innenstadt zu trauen, um die openair Konzerte zu besuchen und das Getümmel mitzuerleben. Leider erklärte ich mich als Autofahrer bereit und bereute es auch schon wenig später, als wir auf verzweifelter Parkplatzsuche um die Hochhäuser kurvten. Wer kommt auch auf die Idee am Super Bowl Wochenende in die Innenstadt zu fahren?! Als ich das Auto endlich geparkt hatte realisierten wir, dass man auf dem Platz nur mit Bargeld bezahlen konnte und wir alle drei keines dabei hatten. Also wagten wir uns hinaus um uns auf die Suche nach einem Geldautomaten zu machen. Dieses Ziel stellte sich als schwieriger heraus als erwartet, da dank Justin Timberlake vor Supertarget eine lange Menschenschlange anstand und auch sonst alle Bankomaten plötzlich wie vom Erdboden verschluckt waren. Als wir von einer Sicherheitsdame den Tipp bekamen, in Hotellobbys sei immer ein Geldautomat zu finden, kamen wir auf die brillante Idee, im „Hilton“ nachzusehen. Da wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit suchten und uns bei -18 Grad Celcius auch nicht gerade warm war, liesen wir uns von den Limousinen und unzähligen Securitymännern vor dem Gebäude nicht abschrecken und begaben uns mehr oder weniger selbstbewusst in die Hotellobby. Dort drehten sich gefühlt alle nach uns um, da wir, eingepackt in Anorak, Schihose, Hauben, Riesenschal und Alpaka-Handschuhen, wohl eher nicht zum Bild der schick gekleideten Menschen an der Bar mit ihren Martinis in der Hand passten. Leider war weit und breit kein Geldautomat zu sehen und so beschlossen Annelie und ich die Gunst der Stunde zu nutzen und die Toiletten auszuprobieren. Als wir zurückkamen, stürmten gerade einige Kinder auf einige Männer zu und sammelten deren Unterschriften auf Footbällen. Janus, Annelie und mein Blick trafen sich als wir realisierten, dass hier wohl gerade Football-Spieler neben uns standen und wir nicht einmal Ahnung hatten, für welches Team sie spielten. Perplex wie wir waren kamen wir natürlich nicht einmal auf die Idee uns auch Unterschriften zu holen oder Fotos zu machen und konnten nicht glauben was gerade passiert ist, als wir wieder vor dem Hotel standen.

Wenig später, als wir endlich unseren Parkplatz bezahlt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Bühne, wo wir nicht nur wie abgesprochen Elea, Kim und Eva trafen, sondern plötzlich auch Nele und Evelin vor uns standen. Gespannt warteten wir auf Skylar Grey, welche an diesem Abend auftrat und die laut eigener Aussage kälteste Show spielte, die sie je erlebt hatte. Ein Lied, welches sie selbst auf der Gitarre begleitete, brach sie sogar ab, da sie ihre Finger nicht mehr spüren konnte. Welcome to Minnesota! Auch wir waren froh als wir nach dem Konzert wieder ins Warme konnten, da wir uns nicht mehr sicher waren, ob unsere Zehen noch lebten. Also trafen wir uns bei „Perkins“, wo man 24 Stunden am Tag Frühstück zu sich nehmen kann, noch auf einen Mitternachtssnack.

Der Samstag begann damit, dass Eva, die bei mir übernachtete, und ich uns bis mittags ausschliefen und dann zur Bank in Maple Grove fuhren, um ein paar Dinge zu erledigen. Die Fahrt gestaltete sich sehr spannend, da es schon von der Früh an schneite und die Verhältnisse auf den Straßen eher, naja nicht so gut waren. Aus diesem Grund beschloss ich auch ersteinmal daheim zu bleiben und zu skypen, bis es aufhörte zu schneien. Dies passierte auch später Nachmittags, woraufhin ich mich auf eine rutschige Fahrt zu Janus begab. Eigentlich hatten wir vor noch auf ein Event zu gehen, beschlossen wegen des Schnees jedoch einfach einen gemütlichen Filmeabend zu Hause zu machen, kochten uns etwas leckeres und genossen die Zeit mit Molly und Charlie, seinen Hunden.

Dann war der Tag auf den alle schon so lange hinfieberten gekommen: Der Tag des 52. Super Bowls, welcher heuer in meiner zweiten Heimat stattfand! Nachmittags trafen wir uns bei Eva, deren Familie uns zu einer Super Bowl Party eingeladen hatte. Neben Football-Muffins gab es ein super leckeres Buffet, welches komplett selbst von Eva´s Gasteltern gemacht wurde. Freunde der Familie sowie zahlreiche Au Pairs schwirrten im Haus herum, schlugen sich die Bäuche voll und schauten das spannende Spiel auf den drei verschiedenen Fernsehern im Haus. Besonderes Highlight war für uns natürlich auch die Show von Justin Timberlake, welche in der Pause stattfand. Kaum zu glauben, dass Justin (welcher übrigends in einem Hotel im Ort von Eva´s Gastfamilie untergebracht war) ungefähr 30 Autominuten von uns entfernt gerade diese mega Show hinlegte!

Schon als das Spiel noch gar nicht ganz zu Ende war, mussten Annelie und ich und schon auf den Weg machen, da Curt für uns seine Kontakte spielen lies und Karten für die Super Bowl Aftershow mit Gwen Stefani im „Mystic Lake“ Casino besorgt hatte. Als wir im Casino ankamen trauten wir unseren Augen nicht: wir standen in einer RIESIGEN Halle voller Spielautomaten und Securitys an jeder Ecke. Kurz darauf wurden wir auch schon von einem solchen höflich darauf hingewiesen, dass fotografieren verboten sei und trauten uns dann nicht mehr, bessere Fotos zu schießen. Das Konzert fand in einem Saal neben der großen Spielehalle statt und da wir sehr gut in der Zeit lagen gelang es uns, ziemlich weit vorne zu stehen. Nach einer sehr monotonen Musik eines übermotivierten DJ´s kam um 11:00 Uhr auch endlich Gwen Stefani auf die Bühne und rockte diese für fast zwei Stunden, bevor sie wieder ohne Zugabe oder große Verabschiedung verschwand.


4 Kommentare zu „Super Bowl 52 🏈“

  1. Avatar von Donnerer Christine
    Donnerer Christine

    Deine Geschichten sin einfach herrlich zu lesen. Du schreibst so spannend und auch lustig. Man kann so richtig das Kopfkino abspielen. Danke!
    LG. Christl

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke das freut mich zu hören! ☺️

  2. Avatar von Andrea Ulz
    Andrea Ulz

    Aufregende Zeit rund um Super Bowl!
    Das Erlebnis im Hilton ist zum Zerkugeln! Jeder würde Fotos und Autogramme sammeln – ihr seid nicht JEDER – ihr geht ins WC und führt nette Gespräche mit Securities!

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Haha ja das stimmt, haben das leider zu spät realisiert 🤔🤷🏻‍♀️😂

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