26.07.
Nach Los Angeles stand die Fahrt nach San Diego an, wo wir beim Zoo parkten und uns in drei Gruppen aufteilten, da wir unterschiedliche Pläne hatten. Karl, Susi, Anita, Sonja und Yohannes besuchten den Zoo, welcher der größte und bekannteste der gesamten USA ist. Wir anderen machten uns gemeinsam auf den Weg in den an den Zoo angrenzenden Palm Park und wollten uns erst später trennen.
Der kleine Park überzeugte mit seinen vielen unterschiedlichen Palmen- und Kakteenarten, sowie durch die zahlreichen Eichhörnchen, die sich uns mutig stellten und sich dadurch gut beobachten ließen. Flo fand im Park außerdem einen großen Stock, den er am Meer als Angel umfunktionieren wollte.






Gemeinsam spazierten wir weiter zu einer Bushaltestslle und hatten großes Glück, da uns der Busfahrer nicht nur trotz des überdimensionalen Stockes einsteigen ließ, sondern uns die Fahrt der wenigen Stationen auch noch schenkte.
In Downtown San Diego stiegen wir aus und gingen an die Promenade, wo sich Marion, Paul und Mathias von uns trennten, da diese das USS Midway Museum mit einem Flugzeugträger anschauen wollten, währen Flo und ich den Hafen entlangschlendeten und dank Flos Stock einige argwöhnische Blicke ernteten.


Besonders gut gefiel uns eine bunt glitzende Statue, welche uns so faszinierte, dass wir leider knapp den Bus versäumten, den wir zum Strand nehmen wollten. So warteten wir auf eine halbe Stunde auf den nächsten und versuchten uns die Zeit mit Gesprächen über unsere bevorstehende Jause zu vertreiben.

Als uns das Wasser im Mund ziemlich zusammengelaufen war, kam auch endlich der Bus, mit dem wir direkt zu einem Target am Ocean Beach fuhren, wo wir Flos Stock bei einem Baum tarnten, während wir die Jause besorgten. Nach dem Einkauf schlenderten wir eine bunte Straße mit vielen Thrift Shops, Restaurants und Bars entlang Richtung Meer und gingen von dort aus weiter Richtung Tide Pools. Wer meine letzten Einträge gelesen hat weiß nun schon: Flo könnte stundenlang Tidepools und die darin lebenden Tiere erforschen und so verbrachten wir einige Zeit damit zu jausnen, sowie Krebse zu beobachten und zu fangen.



Leider waren nicht die richtigen Fischerumstände für Flo gegeben und so trennte sich dieser schweren Herzens von seinem Stock, den er den ganzen Tag liebevoll mit sich herumgetragen hatte.
Spontan schmiedeten wir den Plan zu einem Skatepark zu fahren, wofür wir uns E-Scooter mieteten, mit denen wir die Straßen bis zu einem Laden entlangflitzten, aus dem wir uns noch ein Bier mitnahmen. Das letzte Stück des Weges ging es zu Fuß ein Baseballfeld entlang, bevor wir es uns auf einer kleinen Tribüne mit unserem kühlen Bier gemütlich machen. Schließlich spazierten wir noch zum Skatepark und schauten den Skatern ein wenig zu, bevor uns die anderen mit dem Auto abholten und wir gemeinsam nach Old Town fuhren.
In Old Town trafen wir auf Mathias, Marion und Paul und waren somit alle wieder vereint. Vom erlebnisreichen Tag waren mittlerweile alle sehr hungrig und so machten wir uns auf die Suche nach einem mexikanischen Restaurant, da diese so nah an der mexikanischen Grenze einen besonders guten Ruf haben. Dem Ruf wurde unser Restaurant auch mehr als gerecht und so genossen wir ausgezeichnetes mexikanisches Essen in einem Hof mit Lagerfeuer und ließen den Tag gemütlich ausklingen.
27.07.
Am Mittwoch gaben wir uns das volle Amerika-ist-übertrieben-Programm und besuchten den Freizeitpark „Seaworld“, mitten in San Diego. Der Tag war gezeichnet von Achterbahnen, Tieren, Aquarien, Hitze, Shows, Musik und sehr, sehr, sehr vielen Menschen. Als wir abends aus dem Park gingen waren wir allesamt müde aber auch zufrieden von dem actionreichen Tag.
28.07.
Nach einem erneuten Zeltplatz-Abbau verließen wir die Westküste und fuhren weiter ins Landesinnere, wo sich unsere Rundreise bald schließen sollte.
Mit der Länge der Fahrt nahm auch die Kahlheit der Landschaft sowie die Temperatur zu und schon bald befanden wir uns mitten in der Wüste. Mitten in diesem Nirgendwo stießen wir auf eine alte Westernstadt, wo wir in einem Saloon vor der Hitze flüchteten und uns kühle Getränke gönnten, während wir uns wie Cowboys und -girls fühlten. Nach der Erfrischung sahen wir uns noch das kleine Museum der Stadt an und begaben uns dann wieder ins Auto um weiterzufahren.




Das Hauptziel des Tages war der Joshua Tree National Park, wo wir die außergewöhnlichen Wüstenbäume bewunderten und auf die durch vulkanische Tätigkeiten entstandenen Felsberge kletterten um die Aussicht zu genießen.




Das letzte Stück der Fahrt ging drei Stunden lang durch tiefste Wüste und wir kamen aus dem Staunen über die Landschaft nicht mehr heraus. Ziemlich häufig mussten wir das schön gekühlte Auto verlassen um Klostopps einzulegen, bei denen immer mindestens 5 Personen sich sporadisch hinter die vertrockneten Minibüsche stellten bzw. hockten, was ein – wie ich fand – lustiges Bild ergab.
Wie aus dem Nichts tauchte mitten in der Wüste schließlich die Großstadt Las Vegas auf, wo wir zum selben Hotel wie vor zwei Wochen gleich nach unserer Ankunft fuhren. Nach einem kurzen Abstecher im Pool sowie einer schnellen Dusche spazierten wir zum Strip – die wohl verrückteste Straße Las Vegas, wo über, unter und neben uns überall Lichter blinkten und laute Musik spielte. Unser Ziel bestand aus dem Bellagio-Hotel, vor welchem viertelstündlich eine spektakuläre Lichter- und Wassershow stattfand. Wir hatten unser Ziel schon vor den Augen, als sich die bedrohliche schwarze Wolke über uns begann zu entleeren, sodass wir gezwungen waren unter das erste Dach zu flüchten das wir fanden.
Oft wurde ich in meiner Reisegruppe wegen meines steirischen „Bellens“ aufgezogen – dieses mal zahlte es sich jedoch aus! Als ich zu Pauli sagte: „Do is ma amol in Vegas, fongts vull an zum Schütten.“, antwortete ein junger Mann neben uns mit: „Ui des hört sich nach Steirer an!“. Ich kam mit dem Grazer ins Gespräch, freundete mich mit ihm an und erhielt von ihm eine Einladung mit ihm mit in sein Hotelzimmer im Bellagio zu kommen, um die Wassershow vom 22. Stock aus zu sehen. Ich bin mir nicht sicher ob er in diesem Moment wusste dass er mit dieser Einladung noch noch neun Mitreisende eingeladen hatte, ich packte die Gelegenheit jedenfalls sofort beim Schopf und so liefen wir unserer neuen Bekanntschaft bald zu zehnt ins riesige Luxushotel nach und durchquerten das überdimensionale Casino in der Eingangshalle. Der Security bei den Liften winkte uns Gott sei Dank freundlich durch und so standen wir wenig später in einem fremden Hotelzimmer mit perfekter Aussicht auf Las Vegas bei Nacht sowie auf die spektakuläre Wassershow.
Nach diesem kleinen unerwarteten Ausflug war der Regen leider immernoch nicht ganz abgeflaut und so beschlossen wir ein Uber zum Hotel zu nehmen und dort dann Essen zu bestellen. Nach einigen Komplikationen mit Internet und Staus kamen wir um 22:00 Uhr endlich beim Hotel an, tätigten so schnell es mit 10 Personen eben möglich ist unsere Bestellung und warteten – sehr hungrig und müde. Die ersten schliefen schon, als ich kurz in unser Zimmer gehen wollte, um erwas zu holen. Ich öffnete die Tür, machte einen Schritt hinein und landete knöcheltief im Wasser. Als ich das Licht einschaltete freute ich mich sehr über den Anblick unseres vollen Koffers, der mitten in der Überflutung in unserem Hotelzimmer stand. Gemeinsam mit einer Putzfrau und Flo versuchte ich den Boden in unserem Eingangsbereich sowie im Badezimmer mit Handtüchern halbwegs trocken zu bekommen, was sich genau ausging, bevor unser Essen ankam. Wohlverdient gönnten wir uns um 23:30 Uhr endlich unser Abendessen, bevor wir müde schlafen gingen.


