Am Montag hatte Jona seinen ersten Namenstag, den wir beim Frühstück mit Croissants (für uns stellvertretend für Jona) und Gesang feierten.

Danach machten sich Michi und Sandi mit ihrem Mietauto, das sie sich tags zuvor organisiert hatten, auf den Weg, denn sie wollten bis Mittwoch einen Roadtrip starten. Wir blieben derweilen am Campingplatz, denn mit Jona genossen wir die kleine Routine die wir inzwischen entwickelt hatten.

Am Dienstag Abend zog ein arges Gewitter auf, das wir anfangs noch vom Strand aus von weitem beobachten konnten. Beeindruckt schauten wir den Blitzen zu und zählten die Sekunden bis zum nächsten Donner, wobei diese immer weniger wurden. Da wir ahnten, dass es auch bei uns bald schütten würde, wollte ich davor noch schnell in das Sanitäranlagen-Haus gehen, um Zähne zu putzen und das Klo zu nutzen. Während des Zähneputzens sah ich einen Blitz im Meer einschlagen. So schnell ich nur konnte wollte ich noch aufs Klo gehen, aber da war das Gewitter schon direkt über uns angekommen und es donnerte so laut, dass es richtig spürbar war. Ich haderte ein wenig mit mir, ob es schlau ist, nun zurück zum Platz zu laufen. Da ich mich im Klohaus aber nicht gerade sicher fühlte, rannte ich so schnell es ging über den Campingplatz zum Bus. Ich war ziemlich aufgeregt und dachte, Jona hätte sicher Angst und würde mich schon zum Beruhigen brauchen. Als ich die Bustür jedoch hektisch öffnete, spielte dieser gerade unbeeindruckt mit seinem Hasen am Bett und grinste mich fröhlich an. Flo und Jona hatten auch einen Blitz ins Wasser einschlagen sehen, Jona fand das ganze Spektakel aber scheinbar weniger spektakulär als wir.

Die Tage gingen mit Lesen, Sandspielen, Spazieren, Baden und Entspannen schnell rum und so standen am Mittwoch Nachmittag auch plötzlich schon wieder Michi und Sandi vor der Bustür. Den letzten gemeinsamen Abend an diesem Campingplatz nutzen wir mit Spikeball und Strandtennis – bei dem Michi einen Ball so enthusiastisch nachlief um ihn noch zu erwischen, dass er nicht mehr schnell genug bremsen konnte und mitsamt Kleidung direkt ins Meer lief.

Am nächsten Morgen bauten wir unseren Platz ab und Sandi holte einen Kaffee in der Bar, wo wir sonst immer Brot geholt hatten. Freundlich wurde sie mit „Bread?“ begrüßt, musste dann aber erklären, dass wir leider kein Brot mehr holen, weil wir abreisen. Die Frau schaute traurig und fragte: „Oh no, the baby as well?“ Dass wir Jona mitnehmen wollten und nicht hier ließen, machte die Mitarbeiter traurig, aber wir konnten sie damit trösten, dass wir vor unserer Rückreise mit der Fähre noch zwei Nächte zurückkommen werden.

Nach einer leider ziemlich verweinten (wegen übermüdetem Jona) Autofahrt nach Kyllini, kamen wir dort am Hafen an und mussten raten, wo unsere Fähre nach Zakynthos abfahren würde. Ein paar Nachfragen später wussten wir aber dass wir richtig stehen und durften eine Stunde später auf das Schiff fahren. Die ungefähr 1,5-stündige Fährenfahrt verschlief Jona in der Trage auf Flo und wir anderen vebrachten sie damit, Cabo zu spielen.

Auf Zakynthos schliefen wir wieder auf einem Campingplatz, den Flo aus seiner Kindheit kannte und ich war schon richtig gepannt, da ich die letzten Jahre immer wieder vom österreichischen Campingplatzbesitzer Veit gehört hatte, dessen Lebensstil Flo wohl imponierte.

Veit kam uns mit seinem Moped (das er laut Flo vor 15 Jahren auch schon hatte) auch gleich beim Eingang entgegen und meinte, wir sollen uns schon mal einen Platz aussuchen. Wir gingen mit Jona im Kinderwagen also das gesamte Gelände ab und kamen dabei ziemlich ins Schwitzen, da der Platz auf mehreren Ebenen in einen steilen Hang gebaut wurde. Sandi kriegte sich gar nicht mehr ein, wie schön es hier war und wir entschieden uns schlussendlich für einen Platz mit wunderschöner Aussicht auf eine Insel und Meer – vor allem weil dieser Platz in der Nähe des Restaurants und damit im Empfangsbereich des Babyphons war, wenn wir abends essen gehen wollten.

Da Jona sich nachmittags gegen sein Schläfchen entschieden hatte, war er so müde, dass er sofort einschlief und wir um 19:30 Uhr schon im Restaurant sitzen konnten. Auch von diesem legendären Restaurant ist bei Familie Friedl immer wieder die Rede, da die Wartezeiten durch Veits Ruhe beim Erklären, was es denn an diesem Abend so gibt, beim Aufnehmen des Essens sowie schließlich beim Kochen selbst, wohl sehr lange sein können. Tatsächlich gesellte sich die Kellnerin Heidi in sorgfältiger Reihenfolge des Eintreffens der Gäste einzeln zu jeden Tisch, um ihren handgeschriebenen Zettel mit den heutigen Speisen zu verlesen. Wir probierten uns durch mehrere Vorspeisen und waren hellauf begeistert, da alles wirklich ausgezeichnet schmeckte. Noch besser schmeckte es wahrscheinlich, weil sich uns nebenbei der herrliche Ausblick auf das abendliche Meer bot.

Beim Bezahlen sprach Veit Flo darauf an, ob er einer der berüchtigten Friedlkinder sei. Er konnte sich noch genau an die Familie erinnern und wusste sogar, wo sie 2008 ihr Camp aufgeschlagen hatten und dass Flos Bruder Mathias ihm damals mit Traktorarbeiten half. Veit hatte also nicht nur bei Flo Eindruck hinterlassen, sondern scheinbar auch umgekehrt. ☺️


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