Super excited wachte ich am Donnerstag um 7 Uhr auf, machte mich zurecht, zog mich an und ging dann auch schon nach oben, wo zwei halbschlafende Kids dabei waren ihr Müsli zu essen. Auch ich machte mir noch eine Schüssel Honey Loops und wenig später saßen wir schon im Auto, um uns auf den Weg zu Bris Eltern zu machen. Zwischen Truthahn, Schneehosen, Winterstiefel und hundert verschiedenen Kürbis-Deserts machte ich es mir im Kofferraum gemütlich für die uns zuvorstehenden zwei Stunden Autofahrt „up north“, wie es hier genannt wird wenn man in den Norden Minnesotas fährt. Nach 45 Minuten Fahrt entlang des Mississippis war außer RIESIGEN Feldern und Bäumen nicht mehr viel zu sehen und irgendwie vermisste ich die Berge und Hügel zu Hause, die man hier vergeblich sucht. Nach einer weiteren Stunde lag auch ein wenig Schnee und die Seen, die sich im Norden noch mehr häufen, waren großteils zugefroren. Aus diesem Grund sah ich auch das erste mal Menschen, die tatsächlich mitten am See standen und eisfischten.
Endlich waren wir dann auch bei den Großeltern angekommen und ich verliebte mich auf den ersten Blick in ihr wunderschönes Haus. Es war typisch amerikanisch und sehr gemütlich eingerichtet und von einer Fensterfront aus konnte man den zugefrorenen See hinter dem Haus bestaunen. Bris Eltern begrüßten mich wie immer überschwänglich und man sah ihrer Mutter an, dass sie tatsächlich schon seit 5 in der Früh in der Küche stand und das Thanksgiving-Dinner zubereitete. Die Männer hatten inzwischen auch schon Stress den Fernseher zum Laufen zu bringen, da das Footballgame der Vikings losging. Zu Thanksgiving laufen den ganzen Tag über Footballspiele, welche ganz traditionell von der gesamten Familie gemeinsam angesehen werden. Mit einem Rotwein in der einen und Gemüsesnacks in der anderen Hand saßen wir vor dem Ofen und verfolgten gespannt die Sportler im Fernsehen, während Bri’s Mutter die letzten Vorbereitung für das große Essen traf. Wenig später hörten wir auch schon „the turkey is ready“ und versammelten uns alle am festlich gedeckten Tisch. Wie es zu Thanksgiving Brauch war gab es natürlich Truthahn, Kartoffelpüree, Stuffing (Füllung des Truthahns), Cranberry Sauce und sogar Salat! Ich freute mich riesig auf den Salat, der jedoch leider aus Marshmallows, Ananas, Schlagsahne und Cranberrys bestand, wie ich gleich darauf feststellen musste 😂 Obwohl ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dem Truthahn war, stellte sich dieser als wirklich lecker heraus und auch der Rest der Mahlzeit schmeckte sehr gut! Nach dem Essen ging es mit extrem leckeren Kürbiskeksen, einer Kürbisrolle, Pumpkin-, Apple & Oreopie, Macarons sowie viel Football weiter und irgendwann hatte ich das Gefühl ich komme nicht mehr aus der Couch hoch. 😄Außerdem verausgabte sich Bris Papa, der mich immer liebevoll „Princess Miriam“ nennt, während er mit den Kids spielte und ließ es sogar über sich ergehen, von seiner Frau und den Zwillingen mit Klebeband auf der Chouch gefesselt zu werden.


Ich hatte ein wunderschönes Thanksgiving mit meiner amerikanischen Familie und habe auf jeden Fall vor dieses Fest auch daheim weiterzuführen. Mama und Papa – macht euch schon mal auf die Suche nach einem Truthahn!
