Donnerstag Abend, nach einer zwei Stunden Fahrt von den Großeltern nach Hause mit vier Klostopps für die Kinder, beschlossen Eva, Annelie, Max und ich noch das Ridgedale Center unsicher zu machen. Dies ist ein Einkaufszentrum, welches wegen des Black Fridays am nächsten Tag bis Mitternacht offen hatte und auch schon mit den ersten Angeboten lockte. Überrascht stellten wir fest, dass nicht wie erwartet Chaos herrschte, sondern trotz der verhältnismäßig vielen Menschen in der Mall alles gesittet vonstatten ging. Die Ruhe vor dem Sturm, wie Annelie und ich am nächsten Tag, dem wirklichen Black Friday, in der Mall of America feststellten. Nachdem wir ewig im Stau standen und endlich in die Parkgarage gelangten, fanden wir erstaunlicherweise einen Parkplatz genau vor dem Eingang, da sich eine Frau mit vollgepackten Tüten schon auf den Heimweg machte. Im Einkaufszentrum angekommen, wurden wir erst einmal von einer Polizistin nach unserer ID gefragt, was uns sehr überraschte. Anscheinend durfte man am Black Friday nach 16:00 Uhr unter 16 Jahren die Mall nicht betreten. 😀 Gott sei Dank reichte der freundlichen Polizistin meine schon seit vier Jahren abgelaufene Check-it card aus Österreich, die ich noch irgendwo in meiner Geldtasche fand, da ich alle anderen Ausweise natürlich zu Hause liegen gelassen hatte. Die Polizistin war außerdem höchst interessiert daran, was wir hier in Minnesota machen und erzählte uns von ihrem gescheiterten Au Pair Plan und noch so einigen anderen Storys aus ihrem Leben. Leider muss ich sagen, dass Annelie ihren strengen Auftrag – mich davon abzuhalten noch mehr Geld auszugeben – nicht sehr gut erfüllte und die extremen Angebote uns dazu brachten, den Black Friday mehr auszunutzen als gewollt 😅 Der ursprüngliche Plan „wir schauen uns nur die verrückten Amerikaner an“ scheiterte, und wir fanden uns am Ende des Tages als Teil dieser „verrückten“ Masse wieder. Mit unserer Ausbeute machten wir uns abends also wieder auf den Weg zum Ausgang, winkten unserer Polizistenfreundin zu und fuhren erschöpft vom vielen shoppen wieder nach Hause.




Am Sonntag besuchte ich das erste mal ein Basketballspiel, da ich das Glück hatte eine Karte von Max geschenkt zu bekommen. Mittags machte ich mich auf den Weg nach St. Paul zu Max, der netterweise das Paralleleinparken vor seinem Haus für mich unternahm, stieg um in sein Auto und es ging los nach Minneapolis. Wieder einmal wurde ich von Bri mit einem Fanshirt der Timberwolves ausgestattet und mit Max´selbstgebackenen Keksen in der Hand folgten wir der Masse Richtung Eingang. Wie bei allen Sportevents mussten wir vor dem Stadion durch einen Security Check, wo uns ein netter Sicherheitsbeamte darauf hinwies, dass Essen eigentlich verboten wäre. Also hatten wir keine andere Wahl als die Keksdose zu öffnen und gemeinsam mit dem Beamten alle Kekse auf einmal aufzuessen, bevor er uns ins Stadion lies. Wir hatten Plätze ziemlich weit oben und musste feststellen, dass warme Luft tatsächlich nach oben strömt. Doch wir liesen uns die gute Laune nicht von der Hitze verderben und genossen das Spiel der Minnesota Timberwolves gegen Phoenix Suns, welches unser Team auch gewann! Die Stimmung im Stadion war super und am lustigsten fand ich es, wenn das sogenannte „Heul-O-Meter“ anging und alle Fans anfingen, ihr Team mit Wolfsgeheul anzufeuern.

Außerdem mussten wir uns am Sonntag Morgen leider mit einem Brunch im Pancake House von Katha verabschieden, die sich am Montag auf den Heimweg nach Bayern machte.


