Nach einer Woche im Zelt fühlte sich mein Bett noch weicher und gemütlicher an als es sowieso schon war und ich genoss es deshalb sehr am Sonntag auszuschlafen und den ganzen Vormittag nur im Bett herumzuliegen. Nachmittags, als Curt mich fragte ob ich denn mitkommen wollte ein Eis zu essen, konnte ich mich jedoch dazu aufraffen aufzustehen. Dies war eine gute Entscheidung, denn der Familienrat entschied sich für „Ben & Jerry‘s“, eines meiner Lieblingseisläden! So saßen wir bald darauf gemütlich mit unserem Eis am Tisch und Ben war sehr damit beschäftigt mich ja nicht auszulassen mir gefühlte 100x zu sagen wie sehr er mich vermisste. Dementsprechend schwer fiel es ihm ohne mich zurück ins Auto zu steigen, da ich mich am See neben der Eisdiele mit Eva verabredet hatte. Mit dieser und Ayad, welcher später nachkam und uns sogar Dinner mitbrachte, lies ich den Abend gemütlich auf einer Picknickdecke am Lake Minnetonka ausklingen.

Da das Wetter auch unter der Woche so schön blieb verbrachten die Kids und ich viel Zeit draußen auf Spielplätzen, unternahmen ein Picknick, gestalteten Muttertagsgeschenke für Bri (was Calie Bri natürlich gleich am nächsten Morgen, inklusiv genauer Lage der Verstecks lautstark verriet) und veranstalteten Donnerstag Abend eine „Pizza Party“, während Bri und Curt für eine Datenight ausgingen. 

Am Freitag Vormittag passte ich das erste mal alleine auf Cole auf, da Bri zu einer Muttertagsfeier in der Schule der Zwillinge eingeladen war. Ich war ein wenig aufgeregt, da Cole jedoch das bravste Baby ever ist und ich ihn nur füttern und schlafen legen musste, ging alles gut. Abends traf ich mich mit Annelie auf ein Frozen Yoghurt und schlief anschließend ein, während sie dabei war mir ihre neue Lieblingsserie zu zeigen. 🤷🏻‍♀️

Es war gar nicht so schlecht ein bisschen früher einzuschlafen, denn am nächsten Morgen stand ich schon um 7 Uhr abfahrbereit in der Küche, da wir uns auf den Weg in den Süden Minnesotas machen wollten, wo Bri, Callie und ich auf einer Baby Shower eingeladen waren. Also verstauten wir die drei Kids im Auto und fuhren eine gute Stunde um Curt‘s Oma im Pflegeheim abzuholen und sie zum Frühstück zu „Perkins“ auszuführen. Ein paar Pancakes, Waffeln und Eierspeisen später mussten wir die Oma auch schon wieder zurückbringen und uns auf den Weg zur Feier machen. Die Jungs lieferten uns Girls ab und machten sich mit Curt‘s Vater auf den Weg zum See, während wir Mädels es uns auf der Feier gemütlich machten. Die Baby Shower lief eigentlich genauso ab wie man es aus amerikanischen Filmen kennt: Ungefähr 40 Frauen streicheln und tätscheln den Bauch der Gastgeberin und geben 100 gute Ratschläge und Tipps zur Geburt, Kindererziehung, Babyraumgestaltung, usw. Zwischendurch wird das Buffett gestürmt und die Bäuche mit Sandwiches, Gemüse, Obst, Salaten, Kuchen und pinken sowie blauen Cupcakes gefüllt, um danach ein paat Spiele wie „Preise von Babyzeug raten“ oder „Babyworte ordnen“ zu spielen. Außerdem darf nicht fehlen, dass jeder einzelne Gast aufsteht, seinen persönlichen Tipp abgibt ob das Baby denn ein Junge oder ein Mädchen wird, und danach noch einen Wunschnamen für den Nachwuchs nennt, der fein säuberlich von einer eifrigen Freundin mitgeschrieben wird. Anschließend werden vor allen gespannt dasitzenden und regelmäßig entzückt „Aww soooo cute!“ rufenden Gästen die vielen Geschenke geöffnet und natürlich immer genau erläutert, welcher Gast wie viel und was genau geschenkt hat. Die Freundinnen der Schwangeren sitzen dabei lächelnd da, geben sich gegenseitig Komplimente für die tollen, super ausgewählten Presente und werden immer größer wenn die Gesellschaft ihr eigenes großzügiges Geschenk zu Gesicht bekommt. 

Nachdem 4 Tische vor lauter Windeln, Schnullern, Stramplern, Kuscheltieren, Babyschaukeln, Spielzeug und was man noch so alles für ein Baby gebrauchen (oder auch nicht gebrauchen) kann übergehen, steht die Gastgeberin auf, bedankt sich herzlich für die vielen Geschenke und für das Kommen der Gäste und die Feier ist zu Ende.

Genau rechtzeitig trudelten auch unsere Jungs wieder ein um uns abzuholen. Nachdem wir noch für eine Stunde mit zu Curt‘s Elternhaus fuhren machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg und neben den Kids schlief auch ich, erschöpft von der Feier, ein. 

Zu Hause angekommen machte ich mich schnell frisch und war dann schon wieder am Weg zu Janus, der gerade dabei war den Eurovision Song Contest anzuschauen. Nach der Punkteverteilung konnte ich ihn endlich dazu bewegen ins Auto zu steigen, denn mein Bauch knurrte schon und wir hatten uns für ein Dinner in einem deutschen Restaurant in Minneapolis verabredet. Das Restaurant mit dem Namen „Gasthof zur Gemütlichkeit“ versprach nicht zu viel und bot mit Ziehharmonikaspieler, Bier und deutscher Speisekarte ein sehr heimatliches Flair. Ich entschied mich für eine Gemüsetasche und Spätzle, während Janus ein Jägerschnitzel bestellte. Das beste am Menü waren jedoch die frischen, warmen Brötchen die wir bekamen, welche wirklich wie Semmeln von zu Hause schmeckten!

Unsere Bäuche mehr als vollgegessen hingen wir noch bei Janus ab, schauten unsere alten Au Pair Bewerbungsvideos an, lachten uns über unser damaliges Englisch halb tot und tratschten über Gott und die Welt, bis ich mich schließlich auf den Heimweg machte.

Sonntag Morgen organisierte Curt ein kleines Familien-Muttertagsfrühstück für Bri, welches eher ein Familien-Muttertagsfrühstück-ohne-Kids wurde, da diese nicht länger als 5 Minuten auf ihren Stühlen aushielten und der Spieleraum zu anziehend war um am Tisch sitzen zu bleiben. So hatte Bri wenigstens ein etwas ruhigeres Frühstück und wir konnten ganze 20 Minuten einfach nur tratschen, bis das erste Kind weinend dahergelaufen kam. Die Kinder waren aufgeregt Bri ihre Geschenke zu geben und diese freute sich sehr über die selbstgemachten Blumen. 

Wenig später kam Annelie vorbei um für unseren Reisemonat weiterzuplanen, welchen wir wieder einmal komplett umschmissen. Jetzt dürfte sich der Plan jedoch nicht mehr groß ändern und wir planen noch diese Woche alle Flüge zu buchen. Als Annelie und ich so gemütlich auf der Veranda saßen, hörten wir durchs offene Fenster hinter uns ein Plätschern und mussten mit Schrecken feststellen, dass dieses Geräusch davon kam, das Wasser aus einer Lampe im Wohnzimmer auf den Spieletisch der Kinder tropfte. Eigentlich schon mehr floss als tropfte. Panisch und Curt‘s Namen rufend lief ich durchs Haus und suchte einen Eimer, um das Wasser aufzufangen. Bald darauf tauchte auch Curt endlich an der Treppe auf und schaute kurz einfach fassungslos die Lampe an. Wie sich gleich darauf herausstellte hatte Ben beschlossen das Badezimmer meiner Gasteltern zu fluten und so rannten wir abwechselnd Kübel haltend, Wasser aufwischend und Lampe abmontierend durch das Haus während ein bitterlich weinender Ben sich nicht beruhigen ließ und ein hungriger Cole in seiner Babyschaukel schrie. Um irgendwie hilfreich zu sein fütterte ich Cole, während ich mit einer freien Hand versuchte Ben zu beruhigen und gleichzeitig ein Buch für Callie laß, die gerade dabei war Kuscheltiere aus dem Fenster zu werfen, um auch Aufmerksamkeit zu bekommen.

Nachdem wir dieses Chaos wieder einigermaßen im Griff hatten aßen wir gemeinsam zu Abend und meine Gasteltern leerten eine halbe Weinflasche zur Beruhigung. 

Später Abends fuhr ich nochmal los, da ich mich mit Annelie und Ayad am Mississippi traf. Leider stellte dich heraus, dass die Straße zu unserem Treffpunkt gar nicht so leicht zu finden war und so kam es, dass ich nach langem herumtelefonieren von Ayad höchstpersönlich abgeholt wurde und ihm nur noch hinterherfahren musste, um zum richtigen Parkplatz zu kommen. Gott sei Dank ist dieser meine Orientierungsprobleme schon gewohnt, nahm das ganze mit Humor und wir unternahmen noch einen gemütlichen Spaziergang am Fluss entlang, wo wir auch einen wirklich schönen Sonnenuntergang beobachten konnten.


6 Kommentare zu „The usual chaos 👶🏼👫“

  1. Avatar von Donnerer Christine
    Donnerer Christine

    Irgendwie geht’s bei dir zeitweise ohnehin ähnlich zu wie bei mir im Kdg. Da hat man auch manchmal 3 Hände zu wenig. Aber das kennst du ja.
    Hattest wieder eine erlebnisreiche Woche, schön!
    LG. Christl

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Ein paar Hände mehr wären ab und zu wirklich praktisch! 😄

  2. Avatar von Andrea Ulz
    Andrea Ulz

    Wow, soo schöne Blumen habt ihr gebastelt!
    Das war aber ein turbulenter Muttertag – mit ruhigem Ausklang!
    Schöne Zeit noch💫

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Das stimmt!
      Danke 🤗

  3. Avatar von Waltraud
    Waltraud

    Hi Miriam!
    Ich könnte deine Berichte förmlich aufsaugen, so toll, amüsant und interessant sind sie zu lesen. Mir tun die Kinder jetzt schon leid, wenn dann der große Abschied kommt, wo sie dich schon nach kurzer Zeit so vermissen…
    Oft erwähne ich dich im Büro, wenn sich Pädagoginnen von der BAfEP Hartberg bei uns vorstellen. Sooo viele kennen dich.
    Viele liebe Grüße über den großen Teich und weiterhin viele schöne Eindrücke!!!

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Hi Waltraud!
      Das freut mich wirklich sehr, schreib den Blog echt gern wenn ich weiß dass ihn jemand gerne liest!
      Ich weiß nicht wer mir mehr leid tut wenn ich an den Abschied denk, die Kinder oder ich mir selber 🤔
      Echt? Bin ja eine Berühmtheit 😎😄
      Danke, viele liebe Grüße zurück!

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