Heute Morgen wurden wir vom Regen geweckt, der gleichmäßig auf unser Autodach prasselte. Direkt vom Schlafsack hüpften wir auf die Vordersitze, starteten das Auto und fuhren los, damit die Heizung uns aufwärmen konnte. Erst in der Stadt Egilsstaðir blieben wir an der Tankstelle stehen, die jedoch erst 45 Minuten später aufsperrte. Die Wartezeit nutzten wir, um uns umzuziehen und Frühstück im Bus zu essen, bis wir um 8:00 Uhr tanken und uns einen Kaffee holen konnten. Eine Kaffeelänge später waren wir auch schon unterwegs ins Landesinnere, wo wir unser erstes Ziel, den Krafla Krater, ansteuerten. Der Regen wurde leider nicht weniger und so liefen wir aus dem Auto zum tiefblauen Krater, schossen ein paar Fotos und sprinteten gleich darauf wieder zurück zum Van.

Etwas genauer schauten wir uns Hverarönd an, eine Gegend die uns fühlen ließ, als wären wir am Mars. Weder der Schwefelgeruch des heißen Wassers, noch der ziemlich starke Regen und Wind hielten uns auf und so trauten wir uns sogar, durch den heißen Dampf zu laufen, der aus einem Steinturm aufstieg.

Nur 10 Minuten von diesen hot springs entfernt besuchten wir Grjótagjá cave,

eine kleine Höhle mit heißen Wasser darin.

Ebenfalls nur eine kurze Strecke später erreichten wir Skútustaðagígar, eine wunderschöne grüne Gegend am Lake Myvatn, die von Kratern gezeichnet ist. Trotz Regen nahmen wir die kleine Rundwanderung über die Kraterlandschaft auf uns und wurden mit schönen Ausblicken auf den See mit Enten und Schwänen, sowie mit der Gesellschaft von Schafen und Pferden belohnt. Am Ende des Spaziergangs entdeckten wir ein Schild auf dem eine Farm eingezeichnet war, die selbstgemachtes Eis verkaufte. Als Eis-Fanatiker konnten wir uns diese Gelegenheit natürlich nicht engehen lassen und so warteten wir sogar 30 Minuten, bis die kleine Eisdiele aufsperrte. Die Eisverkäuferin hatte scheinbar ihren ersten Tag und brauchte gefühlte 15 Minuten um zwei Kugeln in die Tüte zu bekommen. Unsere Geduld zahlte sich aber auf jeden Fall aus und wir ließen uns das Eis schmecken!

Da wir in Island natürlich keinen Tag ohne Wasserfall vergehen lassen können, schauten wir als nächstes bei Góðafoss vorbei. Der Regen wurde immer schlimmer also beschlossen wir am Parkplatz noch 20 Minuten zu dösen, bevor wir uns ins Nass und die Kälte wagten und die riesigen Fälle bestaunten.

Ohne großen Plan fuhren wir danach die Ring Road weiter Richtung Westen und kamen nach ungefähr einer Stunde an der Stadt Akureyri vorbei, wo wir beschlossen endlich etwas zu essen. Leider regnete es immernoch, also kochten wir im inneren unseres Buses Thunfischnudeln, was sich als großes Abenteuer entpuppte. Steini kämpfte mit dem wirklich widerspenstigen Dosenöffner und verlor dabei fast die Geduld, was ich bei ihm selten erlebt habe. 😄 Meine Sorge war es eher, wie ich die Nudeln am besten ohne Sieb absieben sollte und wie ich dabei auch noch möglichst trocken blieb. Da die hintere Bustür sich einfach nicht öfnnen wollte, kletterte ich über den kochenden Topf hinweg auf den Beifahrersitz und erledigte mein Vorhaben von dort aus – und das sogar ziemlich erfolgreich!

Die Anstrengungen lohnten sich und wir konnten ein wirklich leckeres Abendessen im Auto zu uns nehmen, das uns für die weiteren zwei Stunden Fahrt stärkte, die wir nach dem Befüllen unserer Wasserflaschen in einem Einkaufszentrum starteten.

Achja, die Ampeln waren ein besonderes Highlight der Stadt! 😃

Bis wir an unserem Platz für die Nacht angekommen waren dauerte es noch eine Weile, da die Straße dorthin aus Schotter mit unzähligen Schlaglöchern bestand. Die 25 km in Dunkeln zogen sich scheinbar unendlich lange und wir wurden kräftig durchgeschüttelt, kamen dann aber trotzdem heil an und suchten uns ein Plätzchen mit Ausblick auf das Meer aus.


Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Miriam abroad

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen