Die lange Schotterstraße des Vortages hatte sich auf jeden Fall ausgezahlt, da wir am Morgen eine unbezahlbare Aussicht hatten und den Sonnenaufgang am Meer genießen konnten. Als wär dieser Anblick noch nicht genug, steckten wenig später zwei neugierige Pferde ihre Köpfe zu unserem Fenster rein. Sie rochen warscheinlich unsere Snacks und versuchten demnach unser Lenkrad und dann sogar das Blech des Autos zu fressen, was Steini ein bisschen Angst machte und dazu verleitete, immer weiter in meine Richtung zu hüpfen. 😄


Als die Pferde dann aufgaben und sich wieder vom Bus entfernten, nahmen wir wieder Fahrt auf der Schotterstraße auf, um ein Stück weiter die Künste nach unten einen Spaziergang zu unternehmen, um Robben zu beobachten. Nachdem wir anfänglich eher das Gefühl hatten die Robben würden noch schlafen, stupste Steini mich plötzlich an und zeigte aufs Meer. Und tatsächlich: Ein paar Robben lagen gemütlich herum, manche schwammen im Wasser und einer bot uns sogar eine richtige Show, indem er immer wieder aus dem Wasser sprang. Als wir dann auch noch das Glück hatten einen Papageitaucher bei der Jagd beobachten zu können, konnten wir mehr als zufrieden umdrehen uns uns wieder auf den Weg machen. (Leider hab ich keine Bilder von den Robben, hab vor lauter Freude vergessen zu fotografieren.)
Wir hatten vor die Halbinsel im Westen Islands abzufahren und begannen mit dem ersten Ziel, Kirkjufell. Der Weg dorthin stellte sich als bisher warscheinlich schwierigstes Stück unserer Reise heraus, was an der kilometerlangen schlechten Straße voller Schlaglöchern, sowie an meiner daraus resultierenden schlechter werdenden Laune lag. Steini, der bis dahin beides tapfer ertragen hatte, bot nach 1,5 Stunden Fahrt dann an, sich weiter den Straßenverhältnissen zu stellen (und hoffte warscheinlich gleichzeitig auf eine Besserung meiner Laune 😉). Gesagt, getan und zu unserer beiden Freude konnten wir wenig später einen riesigen Regenbogen sehen, dessen Farben extrem stark leuchteten.


Genau als wir am Wasserfall und dem Berg mit seiner besonderen Form ankamen schaute die Sonne ein wenig hinter dem Wolkendach hervor und so konnten wir die schöne Landschaft richtig genießen. Wer das Bild genau betrachtet, kann neben dem Berg sogar einen kleinen Regenbogen finden.

An Westende der Halbinsel besuchten wir noch eine Bucht mit gelblichen Sand, was bei den ausschließlich schwarzen Stränden die wir bisher gesehen hatten eine Besonderheit war.


Das letzte Ziel waren dann Klippen, an denen wir uns so starken Wind stellen mussten, dass es schwierig war voranzukommen. Während Steini dieses Wetter lustig fand und sich mit Sprüngen vom Wind weiterpusten ließ, hatte ich eher Mühe meine Haube nicht zu verlieren und nicht umzufallen. 😄

Nach einer weiteren Stunde Autofahrt gelangten wir schließlich zu einer Farm, die wir uns für die Nacht ausgesucht hatten. In der Gemeinschaftsküche kochten wir uns Wraps mit Gemüsereis und chillten danach mit unserem isländischen Dosenbier im Bad, da dies der wärmste Raum war den wir finden konnten. 😅
Nach dem Bier, oder besser gesagt mit dem Bier, genossen wir noch eine heiße Dusche und machten es uns dann im Bus gemütlich.

