Die letzte Nacht herrschte trotz unserer großen Müdigkeit und der Tatsache, dass wir schon ziemlich früh im Bett lagen, fast durchgehend große Partystimmung. Dies lag jedoch nicht an uns, sondern mehr an der Tatsache, dass sich unsere Unterkunft mitten in einem Partyviertel befand und die wenig schalldichten Wände jedes Geräusch erscheinen lies, als würde es direkt neben einem erscheinen. Trotzdem schliefen wir dank des anstrengenden Vortages bald tief und fest und waren heute schon recht früh auf den Beinen um durch die hügeligen Straßen Lissabons zur Castelo de S. Jorge aufzusteigen, wo wir die wunderschöne Aussicht auf die Stadt genossen und auf den Burgmauern herumspazierten.




Danach mussten wir auch schon zurück um aus unserem vorher Apartment auszuchecken, wobei wir noch einen kleinen Stopp für ein Frühstück einlegten.

Während unserer Uberfahrt zum Flughafen, versuchte uns der Fahrer mithilfe seines gebrochenen Englischs ein wenig Portugiesisch beizubringen, gan dies jedoch schon bald wieder seufzend auf. Vielleicht ließ er uns wegen unserem eher nicht vorhandenen Talented zur fremden Sprache absichtlich an der falschen Stelle aussteigen, auf jeden Fall waren wir bald darauf nicht wie geplant bei der Autovermietung, sondern wanderten ziemlich planlos neben einer großen Straße umher und standen plötzlich mitten in einer Waschanlage, wo wir von mehreren Arbeitern interessiert gemustert wurden. Schnell versuchten wir den Weg quer durch das Autohaus zu der richtigen Autovermietung zu finden, landeten jedoch wieder an der falschen Stelle, wo uns ein sehr netter Mitarbeiter jedoch erklärte wo wir bekommen würden was wir suchten. Lange dauerte es danach nicht mehr und schon kurz darauf saßen wir in unserem Fiat 500, in dessen Kofferraum unser Gepäck gerade so Platz hat.
Annelie lotste uns sicher über fünfspurige Kreisverkehre hinweg aus der Stadt hinaus und wir machten uns auf den Weg ins bergige Sintra. Für unser Gefährt ein leider zu bergiges Gebiet wie sich schnell herausstellte – so mussten wir den meisten Weg bergauf mit dem ersten Gang zurücklegen und ich sehnte mich schon fast nach den 60 PS meines Polos zuhause. Trotzdem bracht uns der Schießer sicher zu einem Aussichtspunkt, an dem Annelie durch den starken Wind meine Sonnenbrille in eine Schlucht fiel. Mutig wagte sie sich jedoch in die Tiefen hinab und holte selbstlos meine wertvolle 5€ Sonnenbrille in einer spannenden Rettungsaktion wieder zurück.
Als nächstes besuchten wir das Schloss Quinta da Regaleira, wo wir viel Zeit im riesigen Schlossgarten verbrachten, der uns durch seine Flora und Fauna, die verschnörkelten Gebäude aus der Renaissance und die vielen, fast irrgartenmäßigen Wege überzeugte.





Schließlich machten wir uns auf nach Cabo da Roca – dem westlichsten Punkt des europäischen Kontinentes. Neben einer atemberaubenden Aussicht wartete dort ein so starker Wind auf uns, dass mein Knöchel daran glauben musste, als mich eine Windböhe fast zu Boden warf.


Als letzten Stopp fuhren wir die Küste entlang nach Cascais und hielten auf dem Weg an, um den Sonnenuntergang von den Klippen aus zu genießen und dabei die Riesenwellen zu beobachten, die gegen die Felsen schlugen.


In Cascais fanden wir durch Zufall ein winziges Restaurant in einer Hausecke, dessen Eingangstür wir erst einmal kläglich versuchten zu öffnen, bis ich mich durch ein Fenster bemerkbar machte und uns doch noch aufgemacht wurde. Die anfängliche Verwirrung zahlte sich jedoch mehr als aus, da wir neben einer freundlichen Beratung inklusivem Herzeigen aller Speisen des Menüs durch Handyfotos, auch noch unglaublich leckeres Essen, eine Wohlfühlatmosphäre und eine ziemlich ansehliche Bedienung genießen konnten. 😉


Satt und zufrieden fuhren wir noch ein paar Minuten zu unserer Unterkunft im Dachgeschoss einer portugiesischen Familie, wo wir nun die gemütlichen Betten genießen.
