11.07.

Den nächsten Tag starteten wir wieder mit Kaffee und Haferflocken-Mix auf unserer Picknickdecke am See, gingen kurz schwimmen und packten dann unser Zeug zusammen, um weiterzufahren. Die Fahrt mit dem Auto von unserer Schlafstelle zurück auf die Straße gestaltete sich zwar abenteuerlich, war jedoch gut machbar.

Innerhalb einer Stunde waren wir durch Bosnien durch – dieses mal zwar ohne Autodurchsuchung aber mit argwöhnischen Blicken einer Polizistin, die uns mehrfach fragte ob wir Zigaretten oder Alkohol schmuggeln wollten.

Nach einer kurzen Autofahrt kamen wir in Ston an, einer kleinen, alten Stadt, die die längste Stadtmauer Europas zu bieten hat. Diese bestiegen wir wegen der Hitze und den hohen Preisen aber nicht, sondern beschlossen statdessen, ein kühles Getränk in einem Café zu uns zu nehmen und gemütlich durch die kleinen Gassen zu schlendern.

Am nur 8 Autominuten entfernten Beach Prapratno verbrachten wir den restlichen Tag am türkisblauen Meer mit fischen, schwimmen, schnorcheln und relaxen. Zu Mittag gab es gemischten Salat aus dem Topf, den wir uns mit wunderschönem Ausblick schmecken ließen. Flo fing außerdem ein Petermännchen, den giftigsten Fisch des Mittelmeers, mit dem er in der Vergangenheit schon sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht hatte. Dieses mal ließ er sich aber nicht stechen und wurde Gott sei Dank vom Gift verschont!

Abends wurden wir nach einer Fahrt auf einer versteckten Schotterstraße, die scheinbar ins Nichts führte belohnt und fanden einen Platz für die Nacht, der einen wunderschönen Ausblick über das Meer bot, da er sich nur wenige Meter über Felsklippen befand.

Diese kraxelten wir hinunter um ans Meer zu gelangen und wurden nicht enttäuscht: uns bot sich ein breiter Zugang zum offenen Meer, den wir nur für uns alleine hatten. Am Meer spielten wir auf einem Felsvorsprung Karten und Flo fischte noch ein wenig, bis wir die Steine wieder hoch zum Auto kraxelten, bevor es dunkel wurde. Oben bot sich uns ein unglaublicher Ausblick mit rot-pinkem Himmel über dem Meer.

12.08.

In der Nacht erhielten wir Besuch von einem deutschen Auto, deren Fahrer wir jedoch nie zu Gesicht bekamen, da sie noch immer schliefen, als wir den Platz am nächsten Tag schon wieder verließen.

Bis dorthin nahmen wir noch ein Frühstück zu uns, gingen schwimmen im Meer, kletterten über die Felsen bis nach vorne an den Strand vom Vortag um zu duschen und räumten das Auto wieder um, um es bereit zur Weiterfahrt zu machen.

Um ca. 9 Uhr fuhren wir los ins spontan auf der Karte gefundene Konavoski Dvori, da es dort laut den Fotos im Internet schön aussah. Die Bilder lügten nicht und uns bot sich tatsächlich ein grünes Stückchen Wald mit Fluss, Bächlein, Mühle, Picknickplätzen und vor allem wohltuendem Schatten! Florian war ganz begeistert von diesem ziemlich unberührten Plätzchen Erde und konnte sich gar nicht mehr halten vor lauter Forscherdrang. Nach einem dringend notwendigen Champignons-Risotto-Mittagessen hatten wir vor, ein kleines Mittagsschläfchen zu machen, Flo war jedoch schon nach zwei Minuten wieder auf den Beinen, weil er es nicht mehr aushielt und unbedingt den Fluss entlangspazieren und Tiere suchen wollte. Den gesamten Nachmittag verbrachten wir an diesem Fluss, spielten Ukulele und Uno, gingen den richtig kalten Fluss entlang und relaxten in der Hängematte, bis wir uns abends schließlich aufmachten, um einen Platz für die Nacht zu suchen. Der erste Versuch scheiterte, da sich der angepeilte Platz als nicht mehr befahrbar und von unzähligen Spinnen eingenommen herausstellte.

Dies war aber nicht weiter schlimm, denn am letzten Ende, ganz im Süden Kroatiens, wurden wir fündig – hier erstreckt sich ein verlassenes Militärsgelände, auf dessen Helikopterlandeplatz wir unser Auto parkten und eine fast surreale Aussicht auf das Meer und Montenegro hatten.

Am Strand fanden wir noch eine kleine Bar mit Hängematten, wo wir uns ein Bier und ein Eis gönnten, Dusche und Toilette nutzen und den Blick aufs Meer mit untergehender Sonne genossen.

Zurück am Helikopterlandeplatz machten wir das Auto schlaffertig und machten es uns mit Wein und Brezeln gemütlich, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Gerade als die Sonne hinterm Meer verschwunden war, hörten wir ein Reifengeräusch näherkommen und Flo flüsterte mir sofort alamiert „Polizei“ zu, als er einen Blick auf das näherkommende Auto erhaschte. Schnell wollten wir noch die Matratze im Auto einrollen, kamen damit aber zu spät, weil das Auto schon vor uns gehalten hatte. Aus stieg ein Mann, der gar nicht nach Polizist aussah und auch das Auto war nach längerem Betrachten ein ganz normales Gefährt, ohne jegliche polizeiliche Merkmale. Der Mann kam auf uns zu und erklärte uns, dass er auf der Suche nach seinen Ziegen sei. Erleichtert teilten wir ihm mit, dass wir seine Ziegen leider auch nicht gesehen hatten, er bedankte sich, versicherte uns noch, dass wir hier den schönsten Platz gefunden hätten und machte sich wieder auf den Weg.

Unsere Ruhe sollte jedoch nicht zum letzten mal gestört werden! Als es schon dunkel geworden war, begann plötzlich ein weit entfernter Kojote zu heulen und immer mehr seiner Art stimmte mitein. Wir lauschten erst noch ruhig, doch als plötzlich direkt hinter uns ein Heulen zu hören war, war ich schneller im Auto als man „Kojote“ hätte sagen können. Auch Flo erschreckte sich ziemlich und erst als wir beide zusammengepfercht im Auto hockten und uns anschauten mussten wir loslachen. Ich glaube durch unseren Schrecken hatten wir auch den Kojoten verjagt, den wir nämlich die restliche Nacht nicht mehr zu hören oder zu sehen bekamen. Aus Schutzgründen bestand ich bei meinem abendlichen Klogang auf die Begleitung von Flo und das Zähneputzen fand im Auto mit geöffnetem Fenster statt. 😄

13.07.

Nachdem der Wecker seinen ersten Auftritt in diesem Urlaub hatte und um 5:30 Uhr läutete, genossen wir bei Sonnenaufgang ein letztes mal die Aussicht vom Helikopterlandeplatz aus und machten uns dann auf den Weg nach Dubrovnik. Nach ca. 10 Minten Fahrt lief ein Kojote vor uns über die Straße, sodass wir den Grund unseres nächtlichen Schreckens doch noch zu Gesicht bekamen!

Das frühe Aufstehen nahmen wir deshalb in Kauf, weil wir die von Touristen überlaufene Stadt Dubrovnik nicht ganz so voll erleben wollten. Schon bei der Parkplatzsuche zahlte sich diese Entscheidung aus, da wir auf Anhieb einen Gratisplatz fanden, von dem aus wir die gesamte Stadt überblicken konnten. Der Weg nach unten ging über unzählige, ziemlich steile Treppen, bis wir schließlich vor dem menschenleeren Stadttor standen. Unser Vorhaben, die Stadtmauer zu besteigen, verworfen wir relativ schnell wieder, da der Preis wegen Hochsaison auf 30€ pro Person gestiegen war. Stattdessen spazierten wir durch die kleinen Gassen, setzten uns an den Hafen, sahen unzählige Katzen, bestaunten Kirchen und ließen uns vom Flair der Stadt einnehmen. Abschließend wollten wir einen Kaffee zu uns nehmen und suchten uns ein Café in einer Seitengasse, das uns gut gefiel. Als wir einen Blick auf die Karte geworfen hatten waren wir jedoch schnell wieder auf den Beinen, da schon ein Espresso bei 9€ anfing. So kämpften wir uns in der Hitze ohne Kaffee die gefühlt 100.000 Stufen nach oben zu unserem Auto und hatten zusammenfassend das Unmögliche möglich gemacht: Dubrovnik ohne viele Menschen mit 0€ Kosten zu genießen! 😄

Als Ersatz für den nichtgetrunkenen Kaffee fuhren wir auf dem Weg in den Süden noch bei einem Supermarkt vorbei und holten uns dort Eistee, Croissant, Donut und eine traditionelle Speise des Balkans, Burek mit Spinat und Käse gefüllt, für einen Brunch, den wir am selben Platz einnahmen, an dem wir am Vortag den gesamten Nachmittag verbracht hatten. Außerdem nutzten wir das Wasser eines Wasserfalls dort, um unsere leeren Wasserflaschen aufzufüllen, damit wir bei Bedarf Wasser zum Duschen haben.

Gestärkt fuhren wir zur nicht mehr weit entfernten Grenze nach Montenegro, wo zwar nicht viele Autos vor uns waren, wir aber trotzdem ziemlich lange in der Affenhitze stehen mussten. Als wir endlich an die Reihe kamen dauerte es auch nicht mehr lange, unsere Pässe sowie der Fahrzeugschein wurden kontrolliert und wir durften fahren. Leider hatten wir uns aber zu früh gefreut, denn schon wenige Meter später standen wir erst an der richtigen Grenze nach Montenegro, da die erste anscheinend nur zur Ausreise aus Kroatien war. Wieder mussten wir warten und kamen dann zu einem Mann, der nur sehr unverständliches Englisch sprach und die ganze Zeit von irgendeiner Versicherungskarte sprach, die er sehen wollte. Als wir ihm in unserer Verzweiflung schon die E-Card unter die Nase hielten verlor er die Geduld und zeigte auf ein Schild neben ihm, auf dem auf Englisch stand, dass wir eine Greencard als Versicherungsschutz für unser Auto benötigten, um einreisen zu können. Diese konnten wir direkt dort kaufen, während sich der Mann unsere Pässe behielt. Also parkten wir und begaben uns in das kleine Häuschen, in dem ein alter, freundlicher Mann uns in Empfang nahm, der kein einziges Wort Englisch sprach. Trotzdem hatte er uns innerhalb weniger Minuten eine Greencard ausgedruckt, mit der wir zurück zum Polizisten liefen, der uns daraufhin unsere Pässe wiedergab. Endlich war die Einreise geschafft!

Unsere nächste Mission war das Auftreiben einer Simkarte, damit wir Internet zur Verfügung hatten. Dafür fuhren wir in die Stadt Herceg Novi und ich war sehr dankbar dafür dass Flo fuhr, denn die Straßen waren sehr eng und die Verkehrsregeln nicht immer eindeutig. 😄

Glücklicherweise fanden wir ziemlich schnell einen freien Parkplatz an der Straße, direkt vor dem Shop, in dem es Simkarten geben sollte. Leider hatte dieser jedoch aus unerfindlichen Gründen geschlossen, obwohl er laut den Öffnungszeiten auf der Tür offen sein hätte müssen. Nicht weit entfernt konnte Flo eine Werbung für besagte Simkarte an einem Zeitungsstand ausmachen und tatsächlich bekamen wir dort ohne Weiteres was wir brauchten.

Über eine sehr bergige Straße mit durchgehend wunderschönem Ausblick machten wir uns auf den Weg zum Slano Lake, wo wir einen Schlafplatz finden und den ereignisreichen Tag ruhig ausklingen lassen wollten. Da sich die Suche nach einem Platz ohne Internet als gar nicht so einfach herausstellte, beschlossen wir eine Pause einzulegen um die Simkarte freizuschalten. Dies war ein ziemlich spannendes Unterfangen, da wir erst eine Nummer anrufen mussten, wo uns auf serbisch irgendwas erklärt wurde, dann sollten wir einen Code mehrmals eingeben und ziemlich uneindeutigen Befehlen folgen, während wir laufend serbische Nachrichten mit Anweisungen erhielten. Hilfe konnte man sich bei über Twitter, Instagram oder der Homepage des Anbieters holen – ohne Internet leider ziemlich unmöglich. Bis jetzt können wir uns nicht erklären warum und wie – aber irgendwann funktionierte das Internet plötzlich und wir fanden wir schon bald darauf auch einen schönen Platz am See zum Schlafen.

Da wir mittlerweile großen Hunger hatten, kochten wir und Reis mit Tomatensoße, Zucchini, Mais und Thunfisch und wollten die herrliche Speise gerade zu uns nehmen, als ein streunender Hund freudig hechelnd angelaufen kam und sich zwischen uns setzte. Er setzte seinen liebsten Blick auf und so erbarmte sich Flo und gab auch ihm ein bisschen von unserem Essen ab, da wir ohnehin eine Riesenportion gekocht hatten. Der Hund dankte uns schwanzwedelnd und sollte für die nächsten zwei Tage unser neuer bester Freund werden.

Nach dem Essen kletterten wir über die Felsen in eine kleine einsame Bucht des Sees, wo wir schwammen, angelten und uns ausruhten. „Unser“ Hund hatte inzwischen seinen Kumpel geholt und so hatten wir die meiste Zeit Gesellschaft von den beiden Vierbeinern, die nicht mehr von unserer Seite wichen. Als sich einer der beiden zu mir auf mein Handtuch gelegt hatte meinte Flo plötzlich, dass er hoffte, dass die Hunde keine Flöhe hatten. Schlagartig fing es mir ganz komisch an überall zu kratzen und zu zwicken und ich war mir nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war mit den beiden Freundschaft zu schließen. Ich hatte plötzlich das starke Verlangen danach ausgiebig zu baden und unsere Handtücher auszuklopfen, brachte es aber nicht übers Herz die Hunde wegzuschicken. Zur Beruhigung – es stellte sich heraus, dass niemand in der Geschichte Flöhe hatte! 😅

Besonders freute sich Flo darüber, dass wir neben vielen Fischen und Flusskrebsen auch eine Würfelnatter zu Gesicht bekamen, die eigentlich äußerst selten zu finden sind!

Später wollten wir einen kleinen Abstecher in die Stadt Nikšić machen, um uns ein kühles Getränk für einen gemütlichen Abend zu holen. Dies war jedoch gar nicht so einfach, da die Geschäfte zwar laut GoogleMaps bis 22:00 Uhr offen waren, in Wirklichkeit jedoch allesamt geschlossen hatten. Die Montenegriner waren überaus freundlich zu uns und wollten uns mit Händen und Füßen und wildem Serbisch erklären, wo wir noch etwas zu Essen oder Trinken bekamen (glauben wir zumindest 🤔) und so führte unser Weg abermals zu einem Zeitungsstand, wo wir zwei kühle, montenegrinische Biere um jeweils 1€ kauften.

Zurück am See freuten sich die Hunde so sehr, dass sie sich gar nicht mehr halten konnten und einer Flo fast in die Hand biss. Gott sei Dank passierte aber nichts und wir konnten einen ruhigen Abend mit Bier und Nachos genießen, bevor wir uns ins Bett begaben. Da unsere Matratze etwas schief im Auto liegt, sodass die Füße immer weiter unten sind als der Kopf, stellten wir uns diese Nacht schräg hin, sodass sich im Inneren des Autos eine gerade Fläche bildete. Dies stellte sich als gute Idee heraus, denn wir schliefen beide sehr gut!


6 Kommentare zu „Petermännchen, Dschungelfeeling und Dubrovnik 🎣🌳☀️“

  1. Avatar von Waltraud DONNERER
    Waltraud DONNERER

    Herrlich, deine Berichte! Ich wünsche euch weiterhin einen schönen Urlaub mit vielen interessanten Eindrücken.
    Grüßt mir Montenegro!
    Alles Liebe, Waltraud

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke!

  2. Avatar von Michaela
    Michaela

    Mah da bekommt man richtig fernweh, bei deinen tollen Erzählungen. Viel Spaß und noch viele schöne Erlebnisse und
    Eindrücke!
    Liebe Grüße Michaela

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke!

  3. Avatar von Andrea ulz
    Andrea ulz

    Wie schön und wie spannend ist doch das Leben – ihr zeigt es uns immer wieder!

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke 🤗😘

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