09.07.
Mehr als heiß ersehnt begann unser diesjährige Urlaub nur knapp nachdem das letzte Wort meiner Bachelorarbeit aufgeschrieben und damit der Grundstein für ein wohlverdientes Abschalten gelegt war. Wegen eines Konzertes kamen wir am 8.7. erst kurz vor Mitternacht nach Hause und begannen dann erst damit, den Polo reisefertig zu machen: Matratze hinein, Campingzeug und Kleidung dazu und wir waren bereit für die Abfahrt! Wir beschlossen noch ein paar Stunden zu schlafen bevor es losgehen sollte und stellten den Wecker auf 4:45 Uhr. Bevor es für mich endlich ins Bett ging besserte ich noch Kleinigkeiten meiner Bachelorarbeit aus, um diese um 1 Uhr morgens schließlich bereit zum Korrekturlesen abzuschicken.
Nach einer kalten Dusche und einem Minifrühstück konnte es endlich losgehen und wir machten uns auf den Weg Richtung Süden!
Leider bekam ich (mittlerweile schon fast traditionell) pünktlich zum Urlaubsstart Kopfschmerzen, weshalb Flo ohne große Unterhaltung durch Slowenien bis an den kleinen Grenzübergang nach Kroatien in Ormoz fahren musste, während ich vor mich hin döste.
Der nette Polizist an der Grenze fand uns anscheinend auf Anhieb verdächtig, denn nachdem er unsere Reise- und grünen Pässe kontolliert hatte, schaute er uns emotionslos an und meine: „I think you have illegal stuff with you. I am going to get a drug dog.“ Kurz glaubten wir uns verhört zu haben aber der Polizist war weniger zum Spaßen aufgelegt und wies uns an, an die Seite zu fahren, um unser Auto durchsuchen zu können. Nachdem er uns einige Male gefragt hatte, ob wir uns sicher wären keine Zigaretten, keinen Alkohol, keine Drogen und auch keinerlei Waffen bei uns zu haben, mussten wir aussteigen und die Durchsuchung begann. Drogenhund holte er zwar doch keinen, gründlich durchforstete er aber jeden Winkel des Autos und jede Tasche die er finden konnte und wirkte fast enttäuscht als tatsächlich nichts Illegales zu finden war. So gab er uns mit den Worten: „Okay thank you, bye.“, dann doch unsere Pässe zurück und wir durften unsere Reise fortsetzen.
Nach einer Stunde Kroatien legten wir die erste Klopause an einer Raststation ein, wo wir uns mit einem Kaffee stärkten und Zeuge bizzarer Vorgänge wurden, als plötzlich ein junger Mann im hautengen, pinken Badeanzug versuchte Menschen zu überreden, ihr Auto waschen zu dürfen.
Wenig später ging die Fahrt weiter und um ungefähr 11 Uhr vormittags erblickten wir zum ersten mal das Meer. Spontan beschlossen wir die Krka Wasserfällt zu besuchen, verworfen den Plan aber wieder, als wir an der Kassa die Eintrittspreise erfuhren und die vielen in riesigen Bussen anströmenden Touristen sahen. Also fuhren wir ein Stück zurück und hielten kurzerhand am Straßenrand, um ein Stück zum Wasser zu gehen und uns dort abzukühlen. So hatten wir zwar keinen Wasserfall, dafür aber eine kostenlose Abkühlung und eine Badestelle ohne Touristen.

Wenig später fuhren wir zu einem Minisupermarkt um uns Abendessen und Frühstück zu besorgen, tankten das mittlerweile fast leere Auto wieder voll und fuhren eine weitere Stunde in den Süden. Etwas unter Split fanden wir einen perfekt geeigneten Parkplatz für die Nacht, den wir gleich mit unserer Campingküche einweihten. Zwei Riesenportionen Gemüsenudeln später legten wir uns an den Strand und merkten erst dort, wie müde wir eigentlich schon waren. Die starke Sonne ließ uns jedoch nicht lange herumliegen und so hüpften wir ins Meer und genossen das kühle Nass.


Den restlichen Tag verbrachten wir mit Relaxen am Strand, Schwimmen, ein wenig Angeln und genossen zum krönenden Abschluss von einem Felsen aus mit Bier und Eis einen wunderschönen Sonnenuntergang.



Aus unerfindlichen Gründen packte uns nach dem Untergehen der Sonne noch einmal der Hunger und so bauten wir unsere Campingküche am Strand auf. Bei rotem Abendhimmel kochten wir uns Gemüsenudeln 2.0, ließen sie uns schmecken und lagen dann noch am Strand und genossen den Sternenhimmel. Als wäre der Abend nicht schon kitschig genug gewesen, konnten wir dabei auch noch einen Meteoritenschauer beobachten, bevor wir müde auf unser Polo-Matratze landeten.
10.07.
Der Tag begann vor allem für mich relativ früh, da ich bereits um 5:00 Uhr wach war und mich für eine Runde Yoga an den menschenleeren Strand begab. Ich beobachtete viele kleine Eichhörnchen beim Spielen und genoss die langsam aufgehende Sonne, bevor auch Flo wach wurde und wir einen kleinen Strandspaziergang unternahmen. Um ungefähr 7:30 Uhr bauten wir uns am Strand mit Hänge- und Yogamatte einen gemütlichen Platz, wo wir Kaffee und Frühstück, bestehend aus Haferflocken, Apfel und Nutella zubereiteten. Den ganzen Vormittag verbrachten wir noch am Meer mit Schnorcheln, Sonnen und Schwimmen, bevor wir noch einen zufällig gefundenen Gartenschlauch hinter dem Klohaus zum Abwaschen unseres Geschirrs und zum Duschen benutzen und uns dann wieder ins Auto schmissen, um weiter Richtung bosnische Grenze zu fahren. Gerade 5 Minuten im Auto fiel Flo, der barfuß am Steuer saß, allmählich auf, dass etwas fehlte und so mussten wir noch einmal umkehren um unsere Schuhe zu holen, die ich am Parkplatz stehengelassen hatte. Upsi 😃


Während der Autofahrt warnte unser Navi uns vor langen Wartezeiten wegen eines Unfalls, weshalb wir spontan zu den Baćinska Jezera Seen abbogen und dort tatsächlich ein traumhaftes Plätzchen fanden. Es gefiel uns so gut, dass wir sofort beschlossen hier auch die Nacht zu verbringen. Meine Freude über den gefundenen Platz verflog allerdings ziemlich schlagartig, als ich ein Schild entdeckte, welches vor giftigen Schlangen warnte. Flo schaffte es mit seiner Ruhe jedoch mir einzureden, dass dieses Schild nur von jemanden aufgehängt wurde, der hier keine Camper haben möchte und ich entschied mich dazu ihm zu glauben, um halbwegs beruhigt weiterrelaxen zu können.




Den See nutzten wir nach einem Wrap-Picknick für eine Abkühlung und verbrachten den restlichen Tag mit Fischen, Uno & Skipbo und der Ukulele.



Das Schlafen im Polo erlaubte ich dieses mal nur mit geschlossenem Kofferraum, dafür aber ein wenig geöffneten Fenstern, weil mein Bedarf an einem nächtlichen Schlangenbesuch eher weniger groß war. Gott sei Dank ging am See ein wenig der Wind und so verbrachten wir eine bequeme Nacht mit angenehmen Temperaturen, ohne ungebetene Gäste.
