15.07.

Juhuuu, endlich wieder eine längere Reise! Nach einem sehr anstrengenden Semester mit Bachelorabschluss und erstem Job als Lehrerin freute ich mich diesen Sommer besonders auf unseren wohlverdienten Urlaub, der uns für ein gutes Monat in die USA führte.

Um 5:15 Uhr morgens läutete der Wecker und Florian und ich sprangen voller Vorfreude auf (Naja, bei Flo war es wohl eher noch ein sehr verschlafener Sprung), machten unseren Koffer noch ungefähr fünf mal auf und zu um etwas um-, aus- oder einzupacken und starteten mit unseren Chauffeuren Papa und Samy los Richtung Flughafen.

Dort angekommen trafen wir Flos Familie und unsere Reisegruppe von 10 Personen war komplett. Nach dem Abschied von Papa und Samy ging es auch schon zum Security Check. Da man in letzter Zeit ständig von Flugverschiebungen, -absagen und ewig langen Wartezeiten hört, gingen wir vom Schlimmsten aus, wurden jedoch positiv überrascht: In nur wenigen Minuten waren wir durch alle Checks durch und befanden uns am Gate, wo wir uns die Wartezeit mit UNO verkürzten.

Mit einer Stunde Verspätung landeten wir in Frankfurt, wodurch die Umsteigezeit verkürzt war. Leider stellten wir uns dann auch noch bei einer falschen Schlange an unf so waren wir mit die letzten, die das Flugzeug bestiegen. Stress hätten wir uns wie sich gleich darauf herausstellte jedoch keinen machen müssen, da wir mehr als eine Stunde im Flieger warten mussten, weil die Boarding-Crew ihre Schicht beendete und wir so auf eine neue Crew warten mussten, die unsere Koffer in den Flieger lud. Schließlich konnte unser Flug endlich losgehen und 8,5 Stunden später landeten wir in Toronto.

Dort stellten wir uns gleich den amerikanischen Behörden, die uns anfangs nicht glaubten, dass wir tatsächlich eine Familie waren. Eine zustndige Frau schüttelte nur ungläubig ihren Kopf, die Polizisten ließen uns jedoch Gott sei Dank trotzdem ohne Probleme weiter.

Ziemlich müde und hungrig warteten wir also nun auf unseren letzten Flug, der sich leider um zwei Stunden nach hinten verschob. Nach längerer Diskussion, was wir zu Abend essen wollten, machten wir uns genau auf den Weg, als alle Restaurants am Flughafen schlossen. So blieb uns nur mehr ein kleiner Kiosk übrig, bei dem wir uns mit Chips eindeckten, um unseren Hunger ein wenig zu stillen.

Nach mehr als 24 Stunden Reisezeit kamen wir dann endlich in Las Vegas an, wo uns trotz der Ankunftszeit von 1:30 Uhr nachts 35 Grad erwarteten: Mit drei Taxis fuhren wir zu unserem Hotel und fielen mehr als müde in unsere Betten.

16.08.

Nach ein paar Stunden Schlaf (bei mir leider nur ein paar Minuten Schlaf) standen wir alle ziemlich zeitig auf und machten uns zu Fuß auf den Weg zu einem Café, um dort zu frühstücken. Obwohl es noch nicht einmal 8:00 Uhr war, zog sich der Weg bei knapp 40 Grad ziemlich. Ein immenser Temperaturunteeschied erwartete uns jedoch im Café, das – typisch für Amerika – sehr stark klimatisiert war. Gemütlich starteten wir unseren Trip richtig amerikanisch: Mit Bagles, übergroßen Kaffees und gratis Chips zum Frühstück.

Nach dem Frühstück schmissen wir uns sofort in den Pool unseres Hotels, der durch die ziemlich warme Wassertemperatur nur eine mäßige Abkühlung darstellte.

Währenddessen fuhren Karl und Flo los, um unser Mietauto zu holen. Ohne Mietauto kamen sie jedoch wenig später zurück, da die Autovermietung den Wagen noch nicht fertig hatte. So hatten wir eine weitere Stunde Zeit am Pool, bis uns unser 12-Sitzer zum Hotel gebracht wurde. Die Männer beschlossen mit dem Auto noch unsere Einkäufe zu erledigen und uns danach abzuholen, um uns auf den Weg raus aus der Stadt und rein in die Wüste zu machen. Sechs Stunden Autofahrt lagen vor uns und führten uns durch Wüsten-, Berglandschaften, die uns ins Staunen versetzten.

Nach ungeduldiger der Hälfte unseres Weges überkam uns der Hunger und so hielten wir bei dem einzigen Restaurant weit und breit an, welches sich in einem kleinen Dorf befand. Von außen wirkte das Restaurant zwar weniger einladend, drinnen wartete jedoch ein mexikanischer Laden mit super freundlichen Kellnern auf uns und die Tacos und Enchiladas schmeckten fantastisch.

Nach der Mittagspause ging es für uns auch schon weiter Richtung Norden, wo wir schließlich in der Dämmerung im Sequioa National Park landeten. Schnell war unser Campingplatz gefunden und wir bauten im Halbdunkeln unsere Zelte auf. Als dies erledigt war ließen wir es uns nicht nehmen, noch ein Bad im Fluss nebenan zu nehmen. Das Wasser war sehr erfrischend, was bei 30 Grad in der Nacht eine angenehme Abkühlung darstellte.

Nachdem uns einheimische Camper vor den Bären in der Gegend warnten, die wohl nicht dafür zurückschreckten Autos aufzubrechen, sollte darin etwas Leckeres zu riechen sein, hatten wir ein wenig Respekt davor unsere Jause auszupacken. Mutig nahmen wir dann aber doch noch ein kleines Abendessen zu uns, verstauten alle riechenden Lebensmittel in den dafür vorgesehenen Bärenboxen und ließen den Tag noch mit einer Flasche Rotwein unter dem klaren Sternenhimmel ausklingen.

17.07.

Früh morgens packten wir unsere Zelte wieder zusammen, aßen Frühstück und schmissen uns in den kalten Fluss, damit auch die müdesten unter uns wach wurden. Als alles wieder im Auto verstaut war fuhren wir weiter in den Park hinein, um die berühmten Mammutbäume zu finden die hier wuchsen.

Den halben Tag verbrachten wir mit Spaziergängen durch die Wälder mit den eindrucksvollen Bäumen, deren Stämme teilweise so dick waren, dass wir sie nicht einmal ganz einfangen konnten, wenn wir uns alle gemeinsam um den Baum stellten. Zwischen diesen Bäumen fühlten wir uns als wären wir im Land der Riesen gelandet, denn am Weg liegende Stämme waren so groß, dass wir sie von innen begehen konnten.

Karl hatte das Glück, vom Busfenster aus einen sich sonnenden Schwarzbären auf einem Stein zu sehen. Wir anderen waren leider nicht schnell genug, was besonders Flo, der unbedingt einem Bären begegnen möchte, enttäuschte.

Neben den Wäldern besuchten wir auch noch den Moro Rock, einen begehbaren Felsen der eine unglaubliche Aussicht über die umliegende Berglandschaft bietet.

Nachdem wir unsere Zelte auf einem Campingplatz am Ende des Parkes aufgebaut hatten, fuhren wir zum nicht weit entfernten Human Lake, wo wir noch schwammen und die Abendsonne genossen. Ein im Wasser treibender Baumstamm unterhielt unsere Männer besonders, da diese versuchten auf ihm zu stehen oder sich gegenseitig wie Spanferkel möglichst häufig zu drehen.

Das große Gesprächsthema beim Abendessen, bestehend aus Fleisch- und Fischwraps, waren wieder einmal die Bären. Besonders das Öl aus der Fleischdose, welches neben unseren Zelten ausgeleert wurde, ließ sehr unterschiedliche Emotionen entstehen. Während die einen sich sicher waren, die Bären würden vom Geruch angelockt werden uns uns alle auffressen, nahmen die anderen diese Ängste nur wenig ernst. Nach angeregten Gesprächen einigten wir uns auf die Kettenreaktionen-Schreitechnik, welche wir bei einem Bärenangriff anwenden würden. Wir hatten jedoch Glück und die Nach blieb Bärenlos. (Armer Flo)

18.07.

Nichtsahnend kroch ich in der Früh aus dem Zelt und traf alle Friedls – inklusive den Langschläfern – in langen Gewändern und Jacken sowie in Decken eingewickelt am Tisch sitzend vor. Anscheinend war ihnen allesamt in der Nacht ziemlich kalt geworden und mein Schlafsack ist, wie sich damit herausstellte, gut isolierend. Schon wenige Minuten später, als die Sonne aufging, wurde es jedoch glücklicherweise allen wieder warm und wir nahmen ein gemütliches Frühstück zu uns.

Nach dem Abwasch, den Anita und ich am Fluss erledigten, packten wir abermals das Campingequipment zusammen und fuhren mit dem Auto in den Kings Canyon. Kurvenreiche Straßen mit tiefen Abgründen ließen den Puls im Auto höher schlagen – die durchgehend unglaublich schöne Aussicht ließ dies jedoch hintergründig werden.

Spontan hielten wir bei einer Tropfsteinhöhle im Canyon und erkundeten diese mit einer Führung. Nachdem wir noch ein paar letzte Mammutbäume besucht hatten, starteten wir die fünfstündige Fahrt nach San Francisco.

Langsam wurden die Autobahnen breiter und als wir bei sechs Spuren angekommen waren war klar, wir befinden uns nicht mehr im einsamen Nationalpark sondern mitten in San Francisco. Die ersten Blicke auf die Skyline der Stadt am Meer riefen Rufe der Begeisterung hervor und die Freude auf die Stadt wuchs. Karl hatte leider weniger Zeit sich zu freuen, da er unseren Bus noch sicher durch die Innenstadt im Abendverkehr lenken musste und es sich als gar nicht so einfach erwies, eine Parkgarage zu finden, die hoch genug für unser Auto war. Mit Bravour und großer Ruhe steckte Karl diese Herausforderungen jedoch weg und so standen wir bald darauf in einer Garage mitten in der Stadt.

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, gleich nach dem Einchecken in unser Hostel die Stadt ein wenig zu erkunden. Trotz meiner Warnung waren alle sehr erstaunt über die kalten Temperatur, die uns die Jacken und Pullis wieder hervorholen ließ. Gut eingepackt spazierten wir durch die Straßen und ließen uns im italienischen Stadtviertel bei einem Restaurant nieder, um unseren Hunger mit Pizza zu stillen.

Zurück im Hostel trafen wir uns noch alle gemeinsam in einem der Zimmer und tranken gemütlich einen Wein.

19.07.

Früh morgens wurden wir von einem sonderbaren Klacken geweckt, das wohl die Heizung verursachte. Leicht genervt durch diesen unfreiwilligen Wecker trafen wir uns um 8:00 Uhr morgens in der Eingangshalle des Hostels und starteten unsere Stadterkundungstour. Diese begann erst einmal mit einem typisch amerikanische Frühstück mit Hash Browns, Bacon, Pancakes und Omelettes, bevor wir eines der berühmten Cablecars bestiegen. Die Fahrt machte großen Spaß, da wir die Plätze an den Stangen an der Außenseite des Cablecars ergatterten und damit eine perfekte Aussicht auf die hügeligen Straßen hatten.

Den erste Stopp legten wir am Fisherman’s Wharf, also am Hafen ein, wo wir die Gefängnisinsel Alcatraz sahen sowie die Seelöwen am Pier 39 beobachteten. Die nächsten Stationen bestanden aus der kurvigen Lombard Street, Chinatown, wo wir uns unter anderem ansahen, wie Glückskekse hergestellt werden, sowie den bunten Häusern „Painted Ladies“.

Mit dem Bus ging es dann einen Hügel hinauf, der einen tollen Blick auf San Francisco von oben versprach. Mit jedem Höhenmeter nahm jedoch der Nebel zu und als wir oben ausstiegen wurden wir von einem starken Wind empfangen, der den letzten Anstieg zu Fuß abenteuerlich gestaltete. Oben angekommen sahen wir nichts als Nebel und suchten Schutz vor dem Wind hinter einer Steinmauer. Dort packten wir unsere Jause aus und noch während wir halbwegs gemütlich aßen verzog sich der Nebel wenigstens zum Teil, sodass wir zwischendurch einen Blick auf die Skyline werfen konnten.

Der Abstieg war nicht weniger abenteuerlich, da uns Flo durch Wald- und Wiesenwege zu einer angeblichen Bushaltestelle lotste, deren Existenz immer unwahrscheinlicher wirkte. Nach einem längeren Fußmarsch kamen wir schließlich tatsächlich bei einer Haltestelle an und fuhren von dort aus mit dem Bus in einen Stadtteil, in dem wir mit Mosaik verzierte Stiegen besuchten.

Der letzte Stopp des Tages bestand aus der Golden Gate Bridge, welche sich uns sogar fast ohne Nebel bot, was eher eine Seltenheit darstellt. Wir schossen einige Fotos, genossen den Ausblick auf den San Francisco Bay und spazierten die rote Brücke ein Stück entlang.

Nach einer kurzen Pause im Hostel machten wir uns noch einmal auf den Weg um Essen zu finden und landeten in einem chinesischen Restaurant, in dem wir ausgezeichnet zu Abend aßen.

20.07.

Nach einem ersten Kaffee im Hostel checkten wir aus und fuhren aus der Stadt hinaus Richtung Highway 1, der die Küste entlang Richtung Süden führt. Bevor wir diesen erreichten legten wir noch einen Zwischenstopp bei Target ein, um unsere Essensvorräte aufzufüllen. Die Vorstellung der Szene einer hungrigen 10-köpfigen Familie in einem übergroßen Supermarkt, der von der Milch über den Whirlpool bis zu Wohnzimmerlampen alles anbietet, überlasse ich euch selbst. Mindestens 45 Minuten später verließen wir den Shop mit drei vollen Einkaufswägen, in die sich die sich auf wundersame Weise die ein oder andere Leckerei geschummelt hatte, die angeblich „niemand“ jemals zuvor gesehen hatte. Den Großeinkauf galt es nun mit viel Schlichtungsgeschick im durch das Gepäck ohnehin sehr volle Auto zu verstauen, was uns durch gute Zusammenarbeit tatsächlich gelang.

Als wir schließlich den Highway 1 erreichten, kamen wir aus dem Schwärmen über die schöne Küste nicht mehr hinaus. Einen Zwischenstopp zum Frühstücken legten wir bei einem Leuchtturm ein, bei dem es uns der Wind anfangs nicht leicht machte. Nachdem wie hinter einem Häuschen ein relativ windstilles Plätzchen gefunden hatten, waren dort schnell Bänke aufgebaut und wir genossen ein Frühstück mit Kaffee, Marmelade, Nutella, Hummus und Mozarella. Nach dem Essen beobachteten wir Seelöwen, die sich auf den Steinen der Küste sonnten oder im Wasser schwammen.

Nach einer weiteren kurzen Fahrt stoppten wir abermals. In einem State Park unternahmen wir einen kleinen Spaziergang, um zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, von dem aus wir Blick auf nur 10 Meter entfernte Seeelefanten am Strand hatten. Die gigantischen Tiere lagen faul im Sand und begaben sich gelegentlich ins Wasser, um das Kämpfen zu üben, wie uns eine Parkmitarbeiterin verriet.

Weiter ging es durch Santa Cruz, wo uns ein Stau auf dem Highway erwartete, der unsere Fahrt von 15 Minuten auf 45 Minuten verlängerte. Leider freute sich meine Blase gar nicht über diesen Umstand und als ich es gar nicht mehr aushielt, blieb Karl am Pannenstreifen stehen, ich sprang aus dem Auto und erleichterte mich halbwegs geschützt zwischen Dornenbüschen. Mein Versuch möglichst schnell fertig zu sein endete mit Dornen in der Hose und viel Gelächter im Auto.

Als wir den Stau hinter uns gebracht hatten landeten wir auf unserem Campingplatz, wo wir unser Lager aufbauten. Gott sei Dank hatten wir uns am Tag davor einen neuen riesigen Kochtopf besorgt, in dem nun eine Riesenportion Nudeln gekocht wurde. Nach dem ausgiebigen Abendessen spazierten wir zum Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen und den Tag mit Bier, Wein, Chips und Gesprächen gemütlich am Feuer ausklingen zu lassen.


6 Kommentare zu „Trip to the USA 🇺🇸“

  1. Avatar von Christine Donnerer
    Christine Donnerer

    Danke für den Blog! Ist sehr interessant zu lesen. So ist man auch ein kleines bisschen mitdabei.
    Liebe Grüße an Alle!

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Vielen Dank, richt ich aus! ☺️

  2. Avatar von Waltraud
    Waltraud

    Vielen Dank für die tollen Tagesberichte eurer eindrucksvollen Reise. Ich wünsche euch viele schöne und interessante Eindrücke und freue mich auf weitere Erzählungen.
    Liebe Grüße – auch an die ganze Reisegesellschaft – und hoffentlich weiterhin ohne Bärenbesuch (armer Flo),
    Waltraud

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Dankeschön! ☺️ Sind immernoch Bärenlos!

  3. Avatar von Andrea Ulz
    Andrea Ulz

    Sehr beeindruckend! Die verschiedenen Landschaften, so viele große Tiere – wenn auch leider für Flo kein Bär – das gemeinsame Kochenessenarbeitenchillen… ganz toll! Alles Gute und liebe Grüße an alle

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Vielen Dank! Bussi!

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