29.07.
Der Tag startete zeitig damit, dass Mathias und Yohannes zum Flughafen gebracht wurden, da sie den Heimweg antritten. Danach lieferten wir unseren 12-Sitzer ab, holten zwei neue, kleinere Autos ab und checkten wieder aus dem Hotel aus.
Nach einer Stärkung mit Bagels traten wir den zweiten Teil unserer Reise an, der uns nach Arizona und Utah führen sollte.
Eine Stunde außerhalb von Las Vegas besuchten wir den Valley of Fire, einen State Park der durch sein rotes Gestein beeindruckte. Bei unserer kurzen Wanderung von einer Meile bekamen wir die erbarmungslose Hitze der Wüsenlandschaft zu spüren und flüchteten immer wieder in die kleinen Höhlenformationen der Felsen, um wenigstens ein wenig Schatten zu ergattern.






Wer findet den Elefanten auf diesem Bild?

Weiter ging es mit einer langen Autofahrt in den Basin State Park, wobei wir an einem Walmart hielten um unsere Lebensmittel aufzustocken. Da wir nun keinen großen Bus mehr, sondern zwei kleine Autos zum Verstauen aller Koffer plus Einkäufe sowie Feuerholz zur Verfügung hatten, gestaltete sich dies als große Herausforderung. Jedes noch so kleine freie Eck wurde genutzt und so schafften wir es irgendwie alles in die Autos zu bekommen und fuhren schwer beladen weiter.
Langsam gerieten wir ziemlich in Zeitnot, da der Eingang des Campingplatzes um 22:00 Uhr schloss und unser Navi 22:10 Uhr als Ankunftszeit anzeigte. Außerdem sagte der Wetterbericht Unwetter für unser Ziel voraus und die dunklen Regenwolken hingen bedrohlich über uns. Da das Aufbauen von Zelten im Finsteren schon unangenehm genug ist und ein Gewitter mit starkem Regen nicht gerade förderlich ist, war die Stimmung etwas angespannt. Eine Tankpause dir wir einlegen mussten verlegte die Ankunftszeit noch weiter nach hinten und schon bald waren wir auch noch so fernab der Zivilisation, dass es natürlich kein Netz mehr gab. Zu allem Überfluss versäumten wir eine Ausfahrt, sodass wir uns auch noch gegenseitig verloren. Als wir 10 Minuten vor dem Campingplatz vor einem, mit unserem ohnehin schon tiefen und mit Beladung noch tieferen Auto, unbefahrenen Feldweg standen, mussten wir einfach nur mehr lachen.
Mit Umwegen kamen wir dann doch noch am Campingplatz an und siehe da: Es gab keinen Schranken der den Zutritt in der Nacht verwehte und dank der Zeitverzögerung war das Gewitter schon vorbei und wir konnten ohne Regen unsere Zelte aufbauen und Burger kochen, die wir als Mitternachtssnack verspeisten.
30.07.
Da es am Campingplatz kein Netz gab und wir am Vortag nichts mehr von Yohannes und Mathias gehört hatten, machten sich Susi und ich aus Hoffnung auf WLAN zu Fuß auf die Suche nach dem Visitor Center. Leider liefen wir dabei eine halbe Stunde in die falsche Richtung, wie sich später herausstellte. Auf unserem Rückweg wurden wir dann aber fündig und konnten auskundschaften dass die beiden Jungs heil zu Hause angekommen waren.
Beruhigt aßen wir die inzwischen kalte Eierspeise und fuhren danach in den Bryce Canyon National Park.
Dort erwarteten uns atemberaubende Aussichten in den Canyon mit tollen Felsformationen in den unterschiedlichsten Farben und wir unternahmen eine Wanderung tief in den Canyon hinein und durch diesen hindurch.









Im Canyon legten wir eine Jausenpause ein und als wir so gemütlich dasaßen und tratschten, sagte Flo plötzlich seelenruhig: „Hey cool, Klapperschlange!“. Schreiend sprangen alle auf und sprangen zur Seite, nur Flo und Karl fanden das Tier ziemlich faszinierend und wollten es sich aus der Nähe ansehen, was die anderen ein wenig beunruhigte. Als Flo einen Schritt zu weit auf die Schlange zuging stellte diese ihren Schwanz auf und begann zu rasseln, sodass doch alle Sicherheitsabstand einhielten. Wir konnten die Schlange beobachten, die lautlos über unseren gerade noch als Bank verwendeten Ast kroch und sich dann im Schatten des Baumes einringelte.
Die Jause war damit beendet und wir wanderten weiter, bis wir den Canyon in der prahlen Sonne wieder komplett hochgegangen waren.
Am Heimweg stoppten wir bei einem Wasserfall, den wir als Dusche nutzen wollten. Die anderen Besucher hatten denke ich Spaß dabei, uns in Badesachen zu beobachten, wie wir mit dem großen Druck des Wasserfalls kämpften und dabei immer wieder hinfielen.


Den Abend ließen wir gemütlich am Campingplatz mit Hängematten und Champignon-Risotto ausklingen.
31.07.
Den Sonntag nutzten wir als Waschtag für unsere Schmutzwäsche. Der Campingplatz war so groß, dass wir mit dem Auto zu den Waschmaschinen fahren mussten und Anita und Marion inzwischen zu den Duschen fuhren und später wieder abholten.
Nachdem die Wäsche fertig gewaschen und sogar getrocknet war, wagten wir eine abenteurliche Fahrt auf einer Schotter-Sand-Straße, die eigentlich nur für Geländewagen gesacht war. Flo und Pauli hatten Spaß daran das Auto über die Hindernisse für unseren tiefen Wagen zu lotsen und schließlich kamen wir tatsächlich heil am Parkplatz für den Willis Creek Canyon an.
Der Canyon stellte sich als richtiger Geheimtipp heraus, da wir diesen fast alleine durchwandern konnten und dabei großen Spaß mit dem tonartigen Schlamm am Fluss hatten, aus dem Gesichtsmasken hergestellt sowie Gefäße geformt wurden.






Auf dem Rückweg hatten wir ein wenig Angst vor den dunklen Wolken, da es nicht gerade empfehlenswert ist sich bei Regen in einem Canyon zu befinden und auch die Straße zurück war mit unserem Auto bei Niederschlag wohl nicht wirklich schaffbar. Wir hatten jedoch wiedereinmal Glück und kamen trocken wieder auf der Straße an.
Hungrig legten wir eine Mittagspause am Zeltplatz ein, wo wir uns Zucchininudeln kochten und uns kurz ausruhten, bevor wir ein kleines Stück zu den Duschen des Campingplatzes fuhren, wo sich auch der Beginn eines kleinen Wanderrundgangs befand. Die Abendwanderung ging auf die roten Felsen hinauf und bot einige Aussichtspunkte an denen es links und rechts sehr steil nach unten ging, was Herzklopfen verursachte.


Nach der Wanderung nutzten wir die Luxusduschen, die die wohl schönsten waren die wir jemals auf einem Campingplatz gesehen hatten. Flo behauptete sogar es wäre die schönste Dusche gewesen in der er jemals geduscht hatte.
Mit Woaz („Mais“ für alle Nichtsteirer) und Steckerlbrot ließen wir den letzten Abend gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen und diskutierten noch lange über den Begriff „Woaz“, der sich nur teilweise bei meinen Mitreisenden durchsetzte.
