08.08.
Nach sehr viel Schlaf wachten wir erst um 8:30 Uhr auf, als die Sonne schon auf unsere Zelte leuchtete. Flo und ich wagten den steilen Abstieg zum Fluss und schmissen uns zum Waschen hinein – was durch die Kälte gleich darauf am ganzem Körper brannte, uns aber gut aufweckte.
Nach einem Frühstück am Parkplatz hinter einem Pickup, den wir als Bar für unsere Kaffeebecher benutzten, fuhren wir einige Minuten weiter in die ausgestorbene Geisterstadt Ashcron. Wir spazierten durch die alte Minenstadt und machten uns dann auf die Weiterfahrt.

Unser nächstes Ziel bestand aus dem Independence Pass, wo wir mitten in den Rocky Mountains auf 3700 Meter die Bergluft und Aussicht genossen, bevor wir die gigantische Bergwelt hinter uns ließen und weiter in den Süden fuhren.


Dort peilten wir den Great Sand Dunes Nationalpark mit den höchsten Sanddünen Nordamerikas an. Nur wenige Minuten vom Eingang des Parkes entfernt fanden wir auch gleich einen Campingplatz auf einer weiten offenen Fläche mit den Bergen im Hintergrund. Diese Fläche hatte aber auch ihre Tücken, denn es ging ein kühler Wind der uns dazu veranlasste nochmals in die Stadt Alamosa zurückzufahren um Feuerholz zu kaufen. Als wir das auf GoogleMaps eingezeichnete Holzgeschäft nicht finden konnten und suchend durch die Straßen liefen, rettete uns ein Mann von unserer Ratlosigkeit und zählte uns Orte auf, an denen es Holz zu kaufen gab. Dank seiner Hilfe wurden wir gleich darauf fündig und machten noch einen Abstecher in den Park, wo wir unseren Topf im Fluss wuschen, um später darin Abendessen kochen zu können.
Am Campingplatz angekommen ging gerade die Sonne unter und wir konnten einen bunten Abendhimmel genießen, in dem die Wolken zu leuchten schienen.


Unser Topf wurde kurzerhand zur Salatschüssel umfunktionkert und wir stillten unseren Hunger, wie meistens, aus einem Topf essend, um später weniger abwaschen zu müssen.
Als Flo und ich nach einem intensiven Lagerfeuerphilosophieren im Zelt lagen, versuchten wir noch länger einen geschäftigen Käfer unter unserem Zelt loszuwerden, was uns leider nicht gelang. Wenig später hörte ich im Halbschlaf unseren Topf und bildete mir ein, ein Tier würde wohl das Essen riechen und mit dem Geschirr spielen, das wir neben dem Auto hingestellt hatten.
09.08.
Am Morgen erzählte ich Flo von meinem komischen Traum mit dem Tier und unserem Topf. Als ich das Zelt öffnete und nach draußen ging war erschreckte ich: Unser Topf sowie unser Müllsack waren spurlos verschwunden. Da keine Kuh, kein Reh und auch kein Bär unseren riesigen Topf einfach so davontragen kann mussten wir feststellen, dass wir in der Nacht wohl eher menschlichen Besuch bekommen hatten. Bei der Vorstellung wie jemand um unsere Zelte schlich in denen wir schliefen gruselte es uns ziemlich. Nachdem der oder die Unbekannte aber auch unseren Müllsack mit wenigen Essensresten mitgenommen hatte, handelte es sich wohl um jemanden den oder der unser Topf vielleicht noch mehr Freude bringen kann als uns. Außerdem waren wir froh, dass sonst nichts abhanden gekommen ist und wir alle heil waren.
Statt einem warmen Frühstück gab es also nur eine Banane und einen Müsliriegel, bevor wir in den Nationalpark fuhren, wo wir uns Sandboards ausborgten, mit denen wir die meterhohen Sanddünen bestiegen. Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit mit den Boards die Dünen hinunterzufahren und sie dann wieder hochzutragen. Leider ist war es wohl schwierig einen Lift auf Sand zu bauen, weshalb wir zu Mittag ziemlich fertig vom ständigen Bergaufgehen in der prahlen Sonne waren. Die letzte Abfahrt setzten wir uns noch auf die Boards und düsten wie auf Schlitten hinunter.


Sehr hungrig aber immernoch topflos fuhren wir einkaufen und besorgten uns einen neuen, kleineren Topf sowie Wasser und besuchten anschließend eine Wäscherei, wo wir unser Gewand wuschen. Da unsere Mägen inzwischen wirklich sehr grummelten und wir noch eine lange Fahrt vor uns hatten fuhren wir schnell zu Taco Bell und gönnten uns Burritos und Tacos während der Fahrt.
Diese ging drei Stunden lang und führte über den eindrucksvollen Wolf Creek Pass bis nach Durango. Ein wenig nördlich von der Stadt suchten wir einen Campground an einem Stausee und landeten dabei auf einem offiziellen Platz, wo uns der Besitzer Dennis auf seinem Elektro-Fahrrad, welches keinerlei Treten bedarf um zu fahren, herzlich empfing. Da uns Dennis und sein Campingplatz sehr sympatisch waren, beschlossen wir zu bleiben und bauten unser Lager auf. Da am Stausee sehr wenig los war, war es Dennis anscheinend ziemlich langweilig, denn wie zufällig fuhr er mit seinem Rad immer wieder bei uns vorbei und fing jedes mal ein Gespräch an. So fanden wir heraus, dass am Morgen dieses Tages wohl eine Elchmutter mit ihrem Kind durch den Campground gelaufen war und uns wurden sogar die Spuren gezeigt. Dennis meinte zwar, würden wir einen Elch sehen sollen wir uns sofort verstecken, wollte uns aber trotzdem überreden genau an der Stelle zu campen, an der die Elchspuren durchführten. Wir lehnten dankbar ab und blieben doch lieber an unserem Platz mit Seezugang.
Flo und ich wagten uns im Sonnenuntergang noch kurz in den See, bevor wir Kürbis-Risotto zu Abend aßen.
10.08.
Als Flo in der Früh von seinem Gang zum Klo zum Zelt zurückkam strahlte er über beide Ohren. Dennis schien schon darauf gewartet zu haben dass wir aufstehen, saß mit einem Kaffee am Platz neben uns und hatte Flo angesprochen um uns sein Kayak anzubieten. Voller Freude trugen Flo und ich also Dennis‘ Kayak zum See, paddelten bis zum Staudamm und genossen die Ruhe am See, an dem niemand außer uns zu sein schien. Dennis fuhr währenddessen immer wieder die Küste auf und ab, winkte uns gelegentlich und schien eine Freude damit zu haben uns zu beobachten. Als wir zurück zur Bootanlegestelle kamen wartete er auch schon auf seinem Fahrrad auf uns und freute sich riesig darüber, dass wir die Fahrt mit seinem Boot genossen hatten.


Marion und Pauli gönnten sich nun auch eine Kayakfahrt, während Flo und ich unser Zelt abbauten und Frühstück kochten. Nachdem wir alle noch einmal im See schwimmen waren und uns anschließend mit Kanistern geduscht und uns sogar die Haare gewaschen hatten machten wir uns auf die Weiterreise.
Für uns ging es nun wieder zurück nach Utah, wo wir den Valley of the gods ansteuerten, der einen ziemlich großen Kontrast zu der grünen und wasserreichen Landschaft in Colorado darstellte. Unglaubliche orange-rote Felsformationen ragten aus der Wüstenlandschaft und regten unsere Fantasie an, mit der wir lustige Figuren in die Steine hineininterpretierten. Als wir so über die unebene Schotterstraße fuhren begegneten wir fast nur Geländeautos und großen Pickup-Trucks, die sich ein wenig leichter taten als wir. Irgendwann standen wir vor einer für unser Auto leider unüberwindbaren Stelle an einem ausgedrockneten Flussbett und mussten wohl oder übel umdrehen. Da die Sonne schon am Weg war hinter den Bergen zu verschwinden war dies aber ohnehin kein Problem und wir machten uns auf die Suche nach einem Platz zum Schlafen.





Nur kurz darauf wurden wir fündig und kochten erstmal im Schatten das unser Auto warf, da die Sonne trotz der späten Stunde immernoch heiß vom Himmel brannte. Erst als diese fast untergegangen war bauten wir unsere Zelte auf. Pünktlich als wir in unsere Zelte krochen begann es zu regnen und der Wind war plötzlich so stark, dass es den feinen roten Sand in unser Zelt drückte. Die Nacht war nur mittelmäßig angenehm, da bei jeder Bewegung der Sand unter uns knirschte, trotzdem schliefen wir recht schnell ein.

11.08.
Nach einem Frühstück und dem Abbauen unseres Lagers fuhren wir zum Lake Powell und kamen dabei am Monument Valley vorbei, das als Filmkulisse vieler Westernfilme sowie Forest Gump bekannt geworden ist.


Der Lake Powell mitten in der Wüste Arizonas lud zum Baden ein und so verbrachten wir mehrere Stunden mit Schwimmen und am Strand relaxen und Pauli und Flo machten es sich zur Challenge auf einer großen Boje zu stehen, was ihnen leider auch nach der 25sten Taktik nicht gelang.

Unser Weg führte nach dem Baden ein Stückchen weiter zum Horseshoe Bend, der Massen von Touristen anzog. Obwohl wir solche Plätze meist eher mieden, beschlossen wir uns die berühmte Flussformation anzusehen und wurden nicht enttäuscht.

Am Rückweg zum Parkplatz wurde eine schwarze Wolke über uns immer bedrohlicher und begann sich schließlich zu entladen. Zuerst probierten wir uns noch durch Laufen halbwegs zu retten aber irgendwann gaben wir auf und sahen den Regen einfach als Dusche. Komplett durchnässt kamen wir schließlich beim Auto an, zogen uns bis auf Badehose und Bikini aus und legten unser Gewand zum Trocknen im Auto auf.
Leider schien der starke Regen nicht zu planen demnächst aufzuhören und so fuhren wir von Gewitterwolke zu Gewitterwolke und landeten schließlich in einem so starkem Wetter, dass es uns ziemlich mulmig zumute wurde. Als schließlich direkt vor uns ein Blitz einschlug waren alle zimmich nervös, nur Flo blieb wie immer die Ruhe weg und kutschierte uns seelenruhig aus dem Gewitter hinaus.
In einem Wald kurz vor dem Grand Canyon fanden wir einen geeigneten Platz zum Campen und hatten beim Aufbauen Glück, dass es nicht mehr regnete. Auch während des Lagerfeuers mit Steckerlbrot sowie die gesamte Nacht blieben wir trocken.
