Am Montag fungierte Jona zwar wie üblich als Wecker für Flo und mich, Michi und Sandi waren allerdings schon wach und bereiteten sich auf die erste Etappe ihrer Radtour vor. Das Nötigste wurde gepackt, die Räder beladen und vorbereitet und mit der Garmin wurde ein wenig gestritten, bevor wir uns am Strand für die nächsten Tage verabschiedeten.

Die nächsten zweieinhalb Tage verbrachten wir recht gemütlich am Campingplatz, was wir nicht gewohnt sind, da wir normalerweise eher wild campen. Wir haben uns allerdings ein gemütliches Lager aufgeschlagen und fühlen uns am Campingplatz sehr wohl, daher gefällt es uns auch, mal länger an einem Platz zu bleiben. Es fühlt sich nun weniger nach Reisen aber dafür mehr nach Urlaub an, und das ist doch auch nicht schlecht. 😊

Durch die Nebensaison sind eher ältere Menschen sowie Familien mit Babys unterwegs und so campte direkt neben uns der 7 Monate alte Paul aus Deutschland und Jona spielte in der Strandbar gerne mit dem auch 7 Monate alten Mischa aus Serbien.

Ansonsten verbrachten wir gerne Zeit am und im Meer, auch wenn Jona beim Reingehen immer kurz brauchte, um sich an die Temperatur sowie die Wellen zu gewöhnen. Dafür wollte er – erstmal gewöhnt – dann nicht mehr raus aus dem Wasser.

Abwechselnd schnorchelten Flo und ich, während der/die andere auf Jona aufpasste, wobei Flo nicht weit vom Strand entfernt eine interessante Entdeckung machte: einen Flughahn!

Abends genossen wir wunderschöne Sonnenuntergänge, bevor ich Jona schlafen legte und wir noch etwas Zweisamkeit beim Abendessen im Restaurant verbrachten.

Am Dienstag in der Früh schnappte sich Flo Jona und seine Angel und führte diesen in eines seiner Lieblingshobbys ein. Der fand es ganz cool und wollte die Angel immer helfen zu halten, gefangen haben die beiden aber noch nichts.

Abends zog plötzlich ein Gewitter auf, Jona zeigte sich aber komplett unbeeindruckt von den lauten Donnern und schlief sogar noch ein, während das Wetter direkt über uns war.

Den Dienstag Vormittag verbrachten Jona und ich mit Mischa und seiner Mama Sonja auf der Picknickdecke am Strand, während Flo unser Auto wieder abfahrbereit machte. Mischa und Jona versuchten ständig die Hand des jeweils anderen zu erwischen, was besonders lustig aussah, weil Mischas Arme ungefähr halb so dick sind wie Jonas.

Nachdem wir uns vom gemütlichen Campingplatz und den anderen Reisenden, mit denen wir so ins Gespräch gekommen sind, verabschiedet hatten, ging es weiter Richtung Süden. Unser Ziel war der Amvrakikos Wetlands National Park, wo wir uns wieder mit Michi und Sandi treffen wollten. Da Michi an diesem Tag Geburtstag hatte, versuchten wir noch etwas tortenähnliches aufzutreiben. So landeten wir in einem Dorf, das plötzlich aus dem meterhohen Schilf auftauchte, und kauften drei Schicht-Creme-Kuchen im Becher – das einzige Süße das noch zu finden war. Im Shop daneben kamen wir mit dem Verkäufer ins Gespräch, der uns noch zwei Eis schenkte. Da wir im Bus leider keinen Gefrierschrank haben, mussten wir das Eis wohl oder übel selbst essen.

Nun hatten wir noch die schönsten 15 Minuten unserer Autofahrt nach Koronisia vor uns, die sich über eine Art Damm erstreckte. Links neben der Straße blickten wir auf Süßwasser mit vielen tollen Vögeln, rechts schlugen Wellen mit Salzwasser auf den Strand.

Ein wenig außerhalb des Städtchens machten wir es uns am Strand gemütlich. Ich spazierte gerade mit Jona im Wagerl auf und ab und Flo fischte, als plötzlich ein Anruf von Michi kam. Die beiden Radler hatten leider einige unschöne Hundebegegnungen hinter sich und im übrigen auch noch einiges an Strecke in der Hitze vor sich, bis sie zu uns gelangen würden. Deshalb entschieden wir die beiden abzuholen und Michis Geburtstagsessen in einem Fischrestaurant stattfinden zu lassen. Man würde fast meinen, Flo wäre den ganzen Tag Rad gefahren, denn seine Speise Mixed Fish war sicher nicht nur für eine Person gedacht. Mit vereinten Kräften versuchten wir ihn zwar aufzuessen, mussten aber trotzdem noch einiges einpacken und mitnehmen.

Zurück am Spot für die Nacht genossen wir noch einen Abendschwimm mit Sonnenuntergang, sangen Michi ein Ständchen, aßen seine „Torte“ und wurden fast von Gelsen aufgefressen.

Ein schliefen wir zwei Meter vom Meer entfernt mit beruhigendem Wellenrauschen. Jona hat seine erste Wildcamp-Erfahrung nun auch hinter sich und ich glaube er hat sie genossen.


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