Der erste Morgen in Zakynthos startete mit einem Morgenrot wie aus dem Bilderbuch, das uns über dem Meer und hinter der Schildkröteninsel begrüßte, als wir das Dachzeltfenster öffneten.

Sandi und Michi begaben sich auf eine Radtour und wir beschlossen den Vormittag am Meer zu verbringen. Mittags machten wir uns den 17. Griechischen Salat dieses Urlaubs und ließen ihn uns sehr schmecken.

Nach dem Mittagessen kamen die beiden Radler wieder zurück, sodass wir nachmittags noch einen gemeinsamen Ausflug zu einem der Schildkrötenstrände machen konnten. Leider machte der Strand einen eher traurigen Eindruck, da er einer der wichtigsten für die Schildkröten zum Brüten ist, jedoch ziemlich zugebaut und vermüllt war. Man konnte sich kaum vorstellen, dass die Tiere große Lust haben hier zu schlüpfen. Wenigstens sind die Schildkrötennester aber markiert und abgesperrt und kurz vor Sonnenuntergang müssen alle den Strand verlassen. Dass dies von den Besuchern so respektiert wird kann man nur hoffen.

Am Campingplatz campierte neben uns mal wieder ein kleines Kind, dessen Mutter Michi und Flo erst für die Eltern von Jona hielten. Die beiden fanden die Vorstellung, gemeinsam ein Kind großzuziehen, gar nicht mal so abwegig. Je länger sie darüber sinnierten, desto cooler fanden sie die Idee, bis sie am Ende fast traurig darüber waren, dass sie nie gemeinsam ein Kind bekommen werden. Naja, ich hoffe mal Flo findets mit mir gemeinsam ein Elternpaar zu bilden auch nicht so schlecht. 🫠😅


Am Samstag in der Früh durften Flo und ich ein wenig ausschlafen, während die beiden Taufpaten mit Jona zum Meer spazierten und anschließend unser Brot fürs Frühstück holten.

Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam am Meer und Michi und Flo hatten das Glück, beim Schnorcheln eine Schildkröte zu sehen! Als Flo und ich anschließend ins Wasser gingen hatten wir leider weniger Glück – sahen aber trotzdem ein paar interessante Meeresbewohner. Wir waren so in unsere Schildkrötensuche vertieft, dass wir gar nicht bemerkten, dass über Wasser dunkle Wolken aufgezogen waren und sich eine Regenfront verdächtigt schnell auf uns zu bewegte. Als wir dies schließlich bemerkten, versuchten wir so schnell wir konnten zurück zum – doch recht weit entfernten – Ufer zu schwimmen. Sandi machte sich mit Jona schließlich schon mal auf den Weg zurück zu unseren Platz und auch wir schafften es noch rechtzeitig, bevor ein ziemlicher Schütter über uns losging.

Da es gleichzeitig auch ziemlich windig und kalt wurde, bauten wir das untere Bett zur Sitzecke um und Flo kochte uns Shrimps-Wraps, die wir genüsslich im Bus verspeisten. Mit geschlossenen Türen, einem müden Jona und keiner Möglichkeit auszuweichen, kam uns der Bus zum ersten Mal nicht mehr ganz so groß vor. Zum Glück dauerte das Wetter aber nicht lange und unsere Wohnfläche wurde bald wieder auf den gesamten Campingplatz ausgeweitet.


Nachmittags fuhren wir zum 10 Autominuten entfernten Keri beach. Sandi und ich vertieften uns ins Stöbern durch einen Souvenirshop, was die drei Männer schnell langweilte. Wir fanden sie deshalb ein Haus weiter bei einem Glas kaltem Bier wieder. Sandi und ich gönnten uns auch noch einen Milchshake, da es ohnehin wieder angefangen hatte zu regnen. Dafür wurden wir mit einem Regenbogen direkt vor dem Café überrascht!


Am Sonntag unternahmen wir einen Ausflug zum Gerakas beach, einem weiteren Strand, den die Schildkröten zum Brüten nutzen. Da die Sonne vom Himmel brannte und Sandi ihren Job als Godi sehr ernst nimmt, spannte sie den Sonnenschirm auf und lief immer so neben Jona und mir her, dass der Kleine im Schatten war. Mit den beiden Männern, die gleichzeitig auch noch den Kinderwagen über den Strand trugen, waren wir ein ziemlicher Blickfang für die anderen Badegäste. Dank Jona, der nicht ganz so gut gelaunt war wie sonst, waren die Plätze neben uns auch recht schnell leer und wir hatten eigentlich ein großes Stück Strand für uns.


Die Laune besserte sich zum Glück aber, und wir verbrachten einen schönen Nachmittag in und am glasklaren, türkisblauen Wasser.

Den Abend ließen wir in einem Restaurant ausklingen, das sich gleichzeitig für den Schutz der Schildkröten einsetzt und über die Tiere aufklärt.

Da wir die 45 Minuten Autofahrt lieber mit einem schlafenden als müden Jona verbringen wollten, warteten wir bis zu dessen Schlafenszeit und kamen demnach erst kurz vor 21:00 Uhr zurück zum Campingplatz. Sandi stieg ganz oben aus, weil sie uns noch ein Brot für den nächsten Tag bestellen wollte. Als sie sich dem Restaurant näherte, hörte sie, dass dort schon über uns geredet wurde. Veits Frau Anna, die Kellnerin Heidi und zwei Camperinnen sprachen gerade darüber, wo wir wohl waren, da ja so viel auf Zakynthos passiere. Heidi hörte in dem Moment unser Auto und verkündete, dass das vielleicht wir waren. Als sie gleich darauf Sandi sahen, wurde diese sofort befragt, wo wir denn so lange waren. Sie hatten scheinbar sogar unseren Platz überprüft, denn sie wussten dass wir den ganzen Tag weg waren, weil alles genau so stand wie in der Früh. Sandi konnte alle beruhigen und mit der Erklärung über Jonas Schlafenszeit-Autofahrt waren alle schnell wieder beruhigt. Am nächsten Tag sollten wir aber früher „heimkommen“, würden sie für unseren letzten Abend doch extra ein Riesensteak für die Jungs kochen! (Dieses Steak hatten die beiden bestellt, da Flo es noch aus seinen Kindheitstagen dort kannte.)
Der Montag startete recht Früh mit einer Fahrt zum Keri beach, denn wir wollten Michis Geburtstagsgeschenk einlösen: eine Bootsfahrt. Während ich mit Jona mit dem Kinderwagen spazierte, klapperten die anderen drei die vielen Bootsverleihe ab und ließen ihre Handel-Künste spielen, um den besten Preis herauszuschlagen. Wenig später durften wir unser „family boat“ auch schon boarden, bekamen eine kleine aber feine Einführung und los ging es. Das Meer war noch ziemlich wellig von den letzten beiden windigen Tagen und so waren die ersten Minuten für mich nicht ganz so angenehm, da ich mir ein bisschen Sorgen um Jona machte. Dieser fand das Bootfahren aber cool, lachte und sang die ganze Zeit und auch ich schaffte es nach und nach mich zu entspannen.
Wir fuhren die Küste entlang, kamen an spektakulären Höhlen und Arches vorbei und konnten teilweise nicht glauben, wie türkis und klar das Wasser ist.






Am Rückweg zeigte Sandi plötzlich ganz aufgeregt aufs Wasser direkt neben unser Boot, denn eine große Schildkröte war dort aufgetaucht! Über diese Sichtung freuten wir uns besonders! Die Fahrt zurück zum Hafen war laut und windig, trotzdem schlief Jona schon nach kurzer Zeit ein und wachte erst wieder auf, als wir aus dem Boot ausstiegen.
Am Strand verbrachten wir eine Mittagspause mit einem mitgebrachten Picknick, bevor wir wieder ins Boot stiegen und uns auf in die andere Richtung machten, um turtle island zu umrunden. (Der Name kommt daher, dass die Insel die Form einer Schildkröte hat.)
An einer kleinen Bucht ankerten wir und wechselten uns damit ab, schnorcheln zu gehen. Wir konnten viele Fische beobachten und Michi und ich entdeckten sogar zwei Feuerfische, die mit ihren „Flügeln“ wirklich spektakulär anzusehen waren! Jona verschlief die meiste Zeit in der Trage auf Flo.





Zurück am Strand genehmigten wir uns noch Smoothies bzw. Biere mit toller Aussicht aufs Meer und die weniger zuvor umrundete Insel.

Am Campingplatz wurde Jona noch mit einer Ukulele-Session unterhalten, bevor er schlafen ging und wir uns ein letztes leckeres Abendessen bei Veit genehmigten. Die Jungs bekamen ihr riesiges Steak, das ausgezeichnet schmeckte.



Der Dienstag begann für Flo und mich mit einer morgendlichen Schnorchelsession, da ich unbedingt noch eine Wasserschildkröte sehen wollte. Kurz bevor wir zurückschwimmen wollten, entdeckte ich tatsächlich eine im Seegras! Ich war richtig aufgeregt und rief Flo herbei, sodass wir gemeinsam den Anblick genießen konnten. Wir ließen uns ruhig über der Schildkröte treiben, die auf einem Hügel nur ca. 2 Meter unter uns lag. Das war ein wirklich besonderer Moment!
Schweren Herzens verabschieden wir uns wenig später von Veit, Anna und Heidi und verließen den Campingplatz, der sich schnell nach Zuhause angefühlt hatte. Da wir am Weg zum Hafen eine Nachricht bekamen, dass sich unsere Fähre verspäten würde, nutzen wir die Zeit in der Stadt Zakynthos mit einem sehr (!) ausgiebigen Brunch und mit ein wenig Bummeln durch Geschäfte mit typisch griechischen Produkten.


Beim Boarden der Fähre herrschte das übliche Chaos, das wir nun schon von den anderen Fähren kannten. Uns wurde beispielsweise bei der Fahrt aufs Schiff mitgeteilt, dass nur Flo im Auto bleiben durfte – weshalb wir auf der Rampe ausladen und das Auto verlassen mussten, was natürlich alle hinter uns aufhielt.

Zurück am Festland fuhren wir zum Campingplatz in Kourouta, auf dem wir schon vor Zakynthos einige Tage verbracht hatten. Ich hatte das Gefühl, Jona konnte sich an den Strand erinnern, denn als ich ihn in den Sand setzte, war er richtig aufgeregt, quietschte vergnügt los und krabbelte so schnell er konnte hin und her.

