Unseren letzten Campingtag starteten Flo, Jona und ich mit einem Strandspaziergang, woraufhin wir wie üblich in ein ausgiebiges Frühstück starten, das uns täglich von Flo mit weichem Ei zubereitet wurde.

Am Tag lagen wir am Strond, eine bottle Rotwein in der Hond und steckten die Fiaß in weißen Sond. Währenddessen träumten wir davon, dass wir olles liegn und stehn lassen und irgendwonn dann (wie Veit) dort bleiben. Natürlich untermalten wir das Ganze mit den passenden Lied, das wir 3x hintereinander hörten.



Abends spazierten wir ein letztes Mal nach Kourouta, genossen den Sonnenuntergang und legten dann Jona schlafen. Mit Babyphon setzten wir uns in die Taverne und freuten uns schon auf unseren Kellner, der ungefähr in unserem Alter war und uns mittlerweile wie gute Freunde begrüßte. Nach dem sehr lachreichen Abendessen fragten wir den Kellner, ob er noch einen Ouzo mit uns trinken möchte und landeten wenig später mit ihm und der Kellnerin – die wie sich herausstellte seine Freundin war – am Tisch. Es gibt Diskussionen darüber, wie der Kellner heißt, da sein Name von allen unterschiedlich gehört wurde. Jedenfalls klingt es ähnlich wie Bob, worauf wir uns nun geeinigt haben. Seine Freundin heißt Dimitra, was lustig ist, weil Flo sich davor sicher war, dass Bob Dimitri heißt. Jedenfalls tranken vor allem die Jungs noch ein paar Gläser des guten Ouzos und wir unterhielten uns noch lange gut mit den beiden. Wir erfuhren dass die beiden die Besitzer der Taverne waren und dass Bob nebenbei auch Olivenbauer ist. Am Ende schenkte er uns nicht nur den Ouzo, sondern auch eine Kostprobe seines Olivenöls.

Wohl oder übel mussten wir uns damit abfinden, dass wir am Donnerstag Vormittag schon das letztes Mal an den Strand gingen, nutzten dies aber mit einer Runde Spikeball und Sandburgbauen aus.
Danach versuchten wir wieder halbwegs Ordnung in unser Gepäck zu bekommen und alles zusammenzupacken, was einiges an Zeit kostete.
Als wir abfahrbereit waren, fuhren wir nach Olympia, wo wir die archäologischen Ausgrabungen des antiken Heiligtums besuchten. Jona nutzte die Zeit zum Krabbeln und wir schauten uns die beeindruckenden Säulen und Mauerreste an. Mit etwas Fantasie konnte man sich richtig gut vorstellen, wie es hier ausgesehen haben muss. Vor der Stelle, an der jedes Jahr das olympische Feuer entzündet wird, machten wir noch ein Gruppenfoto.






Nach diesem Besuch fuhren wir wieder Richtung Norden in die Stadt Padra, wo die Fähre zurück nach Venedig ablegte. Bevor wir uns auf zum Hafen machten, legten wir noch einen Stopp bei einem Restaurant für ein Gyros Pita ein.
Wir mussten drei Stunden vor Abfahrt um Mitternacht schon am Hafen sein und dementsprechend lange warten. Jona war verständlicherweise schon sehr müde und niemand anders als ich durfte ihn mehr halten, was er mit tränenreichem „Mama Mama“ klar ausdrückte. Leider hatte ich Kopfschmerzen, was eine ziemlich anstrengende Kombination war. Michi hatte jedoch zum Glück die glorreiche Idee, die hinteren Autositze zum Bett umzufunktionieren, auf dem ich Jona schnell zum Schlafen bringen konnte. Sandi und ich nutzten die Fläche ebenso, legten uns dazu und schliefen auch ein, bis es schließlich auf das Schiff ging.
Als ich den schlafenden Jona aus dem Auto nehmen musste, damit wir unsere Kabine beziehen konnten, wurde er von allen Mitarbeitern des Schiffes – wie auch sonst von den meisten Griechen – lautstark entzückt begrüßt, was ihn natürlich ziemlich aufweckte. Zum Glück konnte er aber, nach einem kurzen Drama, weil ich für eine Minute aufs Klo verschwand, wieder einschlafen und auch wir fielen müde in unsere engen Betten.

Den gesamten nächsten Tag sowie eine weitere Nacht verbrachten wir am Schiff. Als wir abends an Deck gingen, spielten dort ein paar Männer, die sich zufällig zusammengefunden hatten, gerade mit Gitarre, Kazoo, Mundharmonika und Rassel. Einige der Kinder an Board tanzten dazu (und ein besonders Kleiner versuchte die Rassel zu stibitzen), die anderen Leute hatten einen Halbkreis um die Musiker gebildet und lauschten den Klängen. Auch wir gesellten uns dazu, Jona und ich tanzten mit der Trage und wir genossen die schöne Abendstimmung.


Wie auch auf den Campingplätzen schienen wir wieder Gesprächsthema zu sein, denn wir schnappten einige Wortfetzen auf, die von Vermutungen rund um unsere „Sitution“ handelten. Michi und Flo bliesen abends im Café gemeinsam eine Luftmatratze auf, die wir als Rausfallschutz für Jona benutzten. Nachdem Flo mir und Jona die Matratze in die Kabine gebracht hatte und mit den Worten „Es ist alles vorbereitet“ zu Sandi und Michi zurückkam, fanden die Spekulationen wohl ihren Höhepukt. Dabei hatten sie ja gar nicht vor zu dritt auf der Luftmatratze zu schlafen, sondern Flo meinte die Picknickdecke und die Jause, die er schon für unser Abendessen vorbereitet hatte.


An diesem Abend entdeckte ich, dass Jonas erster Zahn langsam durchbricht! Wir freuten uns und hatten gleichzeitig ein bisschen Angst vor der nächsten Nacht in der engen Schiffskabine, sollte der Zahn weiter anschieben. Dem war allerdings zum Glück nicht so und wir schliefen alle relativ gut.

Um 7:30 Uhr legten wir in Venedig an, mussten ewig warten und durften die Fähre dann als vorletztes Auto verlassen. Nach einem kurzen Stopp um Wasser zu kaufen, fuhren wir 4,5 Stunden bis Graz durch, weil Jona zum ersten Mal in seinem Leben kein Problem mit Autofahren hatte. Ich vermute ja dass dies an der neben ihm sitzenden Sandi lag, denn die schaut er immer so gern an.
In Graz gaben wir unseren Bus zurück und wurden von Mama und Papa abgeholt. Zu Hause gab es eine Pizzaparty und wir erzählten von unserem wirklich gelungenen Urlaub, von dessen Erlebnissen wir wohl noch lange zehren werden. ☺️
