Nach zwei Arbeitstagen letzte Woche war es für mich wieder höchste Zeit meinen nächsten Trip zu starten, so kam Curt am Donnerstag früher nach Hause, damit ich zu Eva ins Auto steigen und mich auf den Weg Richtung Janus machen konnte. Janus´ Gastmutter war so nett uns zum Flughafen zu bringen und so saßen wir wenig später auch schon bereit für das Boarding in unserem Gate. Wir erhaschten einen wirklich billigen Flug, was leider den Nebeneffekt hatte, dass wir auf unserem 3,5 Stunden Flug weder Entertainment-Programm, noch Essen oder Getränke bekamen. Dafür hatten wir jedoch sehr nette Sitznachbarn und ein Platz neben mir blieb sogar frei, sodass ich mich gut ausbreiten konnte.
In Tampa angekommen bestellten wir gleich ein Uber und ein freundlicher Fahrer, welcher laut eigenen Angaben seit 40 Jahren in Florida wohnt und trotzdem schlechteres Englisch spricht als wir, brachte uns zu unserem Airbnb. Nachdem wir die lange Anleitung unseres Gastgebers 10x studiert hatten, schafften wir es die untere Haustüre zu öffnen und standen dann vor unserer Zimmertür im 2. Stock, die mit dem angeblich richtigen Code einfach nicht aufgehen wollte. Gerade als Janus die Gastgeber anrief, gelang es Eva die Tür mit dem selben Code zu öffnen, wie die Haustür. Zufrieden besichtigten wir unser schönes Apartment, welches ein Zimmer mit Bett für Eva und mich, Ausziehchouch für Janus, Küche, Badezimmer und sogar einen Waschraum beinhaltete. Mittlerweile konnten wir schon gegenseitig unsere Bäuche knurren hören, weshalb wir uns auf Restaurantsuche begaben. Nach der Kälte, welche gerade in Minnesota herrscht, konnten wir es kaum glauben um 22:30 abends ohne Jacke durch die Straßen ziehen zu können! Wenig später erreichten wir ein mediterranes Restaurant, dessen Küche leider schon geschlossen war und bekamen von der Kellnerin dort die Empfehlung, bei dem Irish Pub nebnenan vorbeizuschauen. Besser hätten wir es nicht erwischen können – neben leckeren Burgern bekamen wir auch irisches Bier, welches im Gegenteil zu amerikanischen Bier mit unserem vergleichbar ist und eine super freundliche Bedienung, die uns auch für die nächsten Tage einlud, ins Pub zu kommen. Gestärkt kamen wir in unsere Unterkunft zurück, veranstalteten noch einen Filmeabend auf unserem großen Fernseher und gingen dann ins Bett.
Frisch und munter machten wir uns Freitag Morgen auf den Weg, David Islands (die kleine Insel auf der wir uns befanden) zu erkunden. Beeindruckt von dem schönen Wohngebiet, den eindrucksvollen Häusern und Autos, dem Meer und vor allem dem wunderschönen Wetter, zogen wir um die Häuser und bemerkten dann, dass wir besser noch einige Lebensmittel für die nächsten Tage kaufen sollten. Zwei Frauen, die wir nach dem nächsten Supermarkt fragten, teilten uns mit, dass auf dieser Insel wohl kein Supermarkt existierte und die nächste Tankstelle zu Fuß ziemlich weit weg wäre. Eine Frau hatte so großes Mitleid mit uns, wollte uns in der Hitze nicht so lange zu Fuß gehen lassen und bot uns kurzerhand an, uns zu der nächsten Tankstelle zu fahre. Dankbar nahmen wir ihr Angebot an, machten unsere Besorgungen, brachten sie zurück in die Unterkunft und machten uns dann auch schon auf den Weg zur 15 Gehminuten entfernten Universität, in der wir bis Montag unsere Collegestunden absolvieren sollten.
Gemeinsam mit 110 anderen Au Pair aus der ganzen Welt verbrachten wir Freitag den gesamten Nachmittag bis 22:00 Uhr, Samstag und Sonntag von 9:00 bis 22:00 Uhr und Montag von 9:00 bis 14:00 Uhr, um an verschiedenen Vorlesungen teilzunehmen. So stellten wir beispielsweise uns selbst und unser land mit Collagen vor, spielten Kooperationsspiele, lernten Interessantes über die amerikanische Geschichte, Kultur, Feste und Politik, beleuchteten genauer, welche Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten Menschen und Tratitionen verschiedener Länder haben, usw. Außerdem besuchten wir zwei Museen in Ybor und Tampa, trafen fünf Collegestudenten, welche uns genauestens über Collegepartys berichteten, arbeiteten freiwillig bei „Feed Tampa Bay“ mit, wo wir Essen für hungernde Menschen sortierten und schlossen die Class mit einer Foto-Challenge ab, welche mir am meisten Spaß bereitete. Eva, Janus, B (ein thailändisches Mädchen), Esteban (ein argentinischer Junge) und ich machten die Stadt unsicher, um möglichst viele Aufgaben unserer Challenge zu lösen. So tanzten wir beispielsweise mit fremden Menschen auf der Straße oder stellten mit ihnen Buchstaben mit unseren Körpern nach. Auf diese Weise entdeckten wir mit viel Spaß die Stadt Tampa und hatten einen tollen Abschluss.
Außerdem besuchten wir jeden Abend das Irish Pub, welches zu unserem Stammlokal wurde und brachten Tag für Tag mehr Au Pair Freunde mit. Den letzten Abend veranstalteten wir eine Hotelzimmer-Party mit anderen Au Pairs, welche auch ein ziemlicher Erfolg war. (Liebe Grüße an Eva 😂)
Montag Abend brachte uns dann ein cooler Uberfahrer aus England zum Flughafen, beschimpfte einen anderen Autofahrer als „Scheißkopf“ und wir konnten uns wiedereinmal vor Lachen nicht halten. Nachdem unser Flug natürlich Verspätung hatte kam ich um 2:00 Früh zu Hause an und war dann sehr froh, endlich ins Bett zu kommen.
Das Schönste an diesem Wochenende war es, dass ich wiedereinmal die Möglichkeit hatte so viele nette Mensche aus aller Welt kennenzulernen, Kontakt auszutauschen und hoffentlich noch in Amerika oder wieder zu Hause, besuchen zu können. Wer kann schon behaupten, dass er einen Schlafplatz in Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Thailand, Schweden, Dänemark, Spanien und ca. 10 Unterkünfte in Deutschland hat?




















<<<<
gt;
