Freitag beschlossen Annelie und ich einen spontanen Roadtrip nach Kansas City zu unternehmen und so kam es, dass sie abends bei mir übernachtete, sodass wir uns um 5 Uhr morgens nach einer schnellen Dusche mit Rucksäcken und einer großen Tasche voller Snacks auf den Weg Richtung Süden machten. Die sieben Stunden Autofahrt vertrieben wir uns großteils mit meiner Playlist (die wir am Ende unseres Trips ziemlich auswendig konnten) und damit, uns überholenden Autofahreren zuzuwinken. So durchkreuzten wir komplett Iowa, um an unsere Zielstadt zu gelangen, die halb in Missouri und halb in Kansas liegt. Iowa, auch bekannt als der Staat der für nichts bekannt ist, machte seinem Ruf alle Ehre und außer Flachland und riesigen Äckern gab es auf der Fahrt nicht viel Spannendes zu sehen.

Als wir mittags in Kansas City ankamen, besuchten wir eine gerade stattfindende St. Patricks Day Parade, hörten live Dudelsack-Musik und beobachteten die grün und teilweise lustig verkleideten Menschen, welche in den Pubs grünes Bier tranken. Langsam meldete sich jedoch auch schon unser Magen, weshalb ich beschloss im Internet nach guten Restaurants zu suchen. Und siehe da, das erste Restaurant welches mir vorgeschlagen wurde, war eines mit österreichischen Essen! Da dies das erste mal war, dass ich von österreichischen Essen in Amerika hörte war ich sofort hellauf begeistert und Annelie hatte keine andere Wahl mehr als mit mir zu „Grünauer“ zu fahren. Nachdem wir uns vor dem Restaurant noch schnell im Auto umgezogen und ein bisschen zurecht gemacht hatten, saßen wir auch schon an unserem Tisch am Fenster und schauten mit Freude die Speisekarte durch, auf der Speisen wie Schnitzel, Spätzle, Apfelstrudel oder Gulasch auf Deutsch zu finden waren. Wir entschieden uns beide für Spätzle und teilten uns als Dessert noch ein „Mohr im Hemd“. Das Essen schmeckte uns wirklich gut, auch wenn ich vom Dessert, das mehr aus Schlagsahne als aus Mohr bestand, ein wenig enttäuscht war. Außerdem war es eine Freude den Amerikanern zuzuhören, die vergeblich versuchten, Schnitzel und Spätzle auszusprechen.



Nachdem unsere Bäuche gefüllt waren machten wir uns auf den Weg zu dem „World War 1 Memorial“, welches sich auf einer erhöhten Plattform über der Stadt erstreckte, wurden Zeuge eines Hochzeits-Fotoshootings und veranstalteten unser eigenes Shooting. Danach ging es zu einer wunderschönen Plaza, wo wir die tollen Gebäude bewunderten und den Nike Outlet leer kauften. Müde vom Bummeln waren wir ein paar Stunden später auch schon auf dem Weg zu Sophie, einer Au Pair Freundin von Annelie, welche ihr Jahr in Kansas City verbringt. Bei ihr angekommen staunten wir nicht schlecht über die Größe des Hauses und die Einrichtung, die so aussah als hätte sie noch nie jemand berührt. Mit drei Freundinnen von Sophie machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg ins Kino um „Red Sparrow“ anzusehen. Die Kinositze, auf denen man hier ja mehr liegt als sitzt, trugen nicht gerade dazu bei meiner Müdigkeit der langen Autofahrt entgegenzuwirken, der Film hielt mich jedoch trotzdem wach, da er mich sehr damit beschäftige mir immer wieder die Ohren und Augen zuzuhalten. Todmüde fielen wir um ein Uhr morgens dann in unsere pinken „Prinzessinnenbetten“, was die Betten Sophie´s Gastmädchen wohl am besten beschreibt.






Am nächsten Morgen gönnten Sophie, Annelie und ich uns einen Brunch, bei dem ich Zimtrollen-Pancakes ausprobierte, die meinen Magen noch bis zum späten Abend hin füllen sollten. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns auch schon wieder von Sophie, fuhren noch einmal Downtown und ließen unsere Reise in einer Outlet-Shoppingstraße ausklingen, wo ein Cowboy-Laden unser Highlight darstellte. Am späteren Nachmittag fuhren wir dann auch schon wieder zurück Richtung Schnee, in unsere Heimat Minnesota.


