Nach vier Arbeitstagen mit zwei kranken Kids fing auch mein Hals langsam an zu kratzen und so erklärte sich Curt netterweise bereit sich Donnerstag Vormittag mit mir auf den Weg zum Arzt zu machen. Wir mussten durch einen Laden, der sich als eine Mischung aus Drogeriemarkt und Apotheke beschreiben lässt, um dann an einen Computer „einzuchecken“ und wenig später von einer Ärztin in einem kleinen Raum, welcher mich sehr an eine Abstellkammer erinnerte, aufgerufen zu werden. Nachdem diese Fassung eine halbe Stunde damit beschäftigt war herauszufinden dass „Ulz“ und nicht „Feldbach“ mein Nachname war und dass Daten in Österreich mit dem Tag und nicht dem Monat beginnen und ich demnach im September anstatt März Geburtstag hatte, fragte sie mich endlich was mir denn eigentlich fehlte. Wenig später stelle sich heraus dass mich, wie schon vermutet, die Zwillinge mit Streptokokken angesteckt hatten. Also bekam ich Antibiotika verschrieben, welches ich in einem Lebensmittelladen daneben abholen musste. Ich hatte das Glück, dass ich außer Halsschmerzen keine Symptome aufwies, demnach konnte ich auch weiter arbeiten und vor allem – den geplanten Roadtrip antreten! Meine Freunde Ayad und Mohammed hatten Eva und mich nämlich eingeladen mit ihnen über das Wochenende nach South Dakota zu kommen, was wir natürlich nicht ablehnten. So brachte ich Freitag Morgen die Kinder in die Schule und wurde wenig später auch schon von den Jungs abgeholt. Eine zehnstündige Autofahrt, einen Schneesturm und viele Snacks und laute deutsche sowie auch arabische Musik später kamen wir endlich in unserem Hotel an, checkten ein uns legten uns erst einmal kurz hin, um uns von der langen Fahrt zu erholen. Wenig später machten wir uns jedoch auch schon wieder zurecht um nach einem Dinner bei „Olive Garden“ eine Bar aufzusuchen und wurden auch schnell darauf fündig. Der Manager der Bar und auch so einige Stammkunden hatte eine große Freude mit uns, waren sehr interessiert an Österreich und Deutschland und luden uns auch für den darauffolgenden Abend ein zu kommen. Zurück im Hotel saßen wir noch ein wenig zusammen und fielen dann um drei Uhr morgens müde in unsere Betten.


Mohammed, von uns auch liebevoll als unser „Reisefüher“ betitelt, hatte einen genauen Plan für den Samstag erstellt uns so waren wir nach dem Frühstück auch schon auf den Weg in einen Reptiliengartem, den uns die Einwohner von Rapid City am vorabend empfohlen hatten. Nachdem wir genug von den Riesenschlangen, Kokodilen, Alligatoren, Vögeln, Spinnen und Schildkröten hatten ging es für uns weiter Richtung Süden, wo wir den Wind-Cave Nationalpark Sowie Custer State Park besuchten. Die Landschaft die sich uns während der Fahrt bot war unglaublich. Nicht nur dass ich nach acht Monaten ENDLICH mal wieder Berge anstatt ewigem Flachland sah, die Landschaft veränderte sich gefühlt alle 10 Minuten und wir staunten nicht schlecht, als und plötzlich ein Duzend Büffel auf der Straße am Weiterfahren hinderte. Ich kannte solche Tiere bis dahin nur von Bildern und war dementsprechend beeindruckt von ihrer Größe und Mächtigkeit! Wir trafen noch so einige Büffel die sich von den Autos wenig beirren, sodass wir sie vom Auto aus wirklich von nächster Nähe betrachten konnten. Mohammeds Dachfenster wurde in einen Beobachtungsposten umfunktioniert und so steckten wir abwechselnd die Köpfe aus dem Auto um die mächtigen Tiere auch vor die Linse zu bekommen. Neben den Büffeln begegneten wir auch noch so einigen Präriehunden und Rehen und genossen die Natur.




Nach dieser aufregenden Fahrt besuchten wir auf den Tipp einer Einwohnerin hin „Crazy Horse“, ein Indianergesicht welches riesig in einen Berg gemeiselt wurde. Leider wurden wir ein wenig enttäuscht, da wir nicht wirklich nah an das Kunstwerk herankonnten und fuhren demnach weiter, um Mount Rushmore zu besichtigen. Nachdem wir unter den Flaggen aller Staaten der USA durchmaschiert waren befanden wir uns auch schon vor dem Berg, in welchem die Porträts der US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt sowie Abraham Lincoln gemeiselt wurden.






Ein sehr professionelles Fotoshooting und viel Gelächter später ging es dann auch schon wieder zurück nach Rapid City, wo wir bei Applebees zu Abend aßen, uns danach kurz im Hotel ausruhten und zurechtmachten um danach in die selbe Bar wie am Vorabend zu gehen. Wir waren keine 10 Sekunden im Gebäude, als auch schon ein Kellner auf uns zugeeilt kam und fragte, ob wir die „foreigner“ von gestern Abend seien. Der Manager war auf einer Party eingeladen worden und gab dem Kellner die strickte Anweisung sich gut um uns zu kümmern wenn wir denn wieder kommen sollten. So saßen wir bis 2 Uhr morgens in der Bar, nahmen an einem Bingo-Bewerb statt (was hier sehr üblich und ganz und gar kein Spiel für „alte Menschen“ ist😄) und freundeten uns mit dem Kellner an, der mehr an unserem Tisch saß als er hinter der Bar stand. 😅 Nachdem wir wieder bis in den frühen Morgen im Hotel zusammensaßen und Spiele spielten gingen wir dann auch schlafen, da wir seit heute 10 Uhr morgens wieder auf dem Heimweg sind.
