Freitag Nachmittag, nachdem ich die Zwillinge von der Schule abgeholt und einige Runden „tag“ mit ihnen gespielt hatte, packte ich diese, ihren Bruder sowie meinen schon am Vortag gepackten Rucksack in den Van und meine Hostmum fuhr mich zum Flughafen. Dort wurde ich erst einmal von Drogenhunden beschnüffelt und fand mich einige Zeit später, dieses mal Gott sei Dank ohne weitere besondere Vorkommnisse, im Flugzeug wieder. Leider gab es kleine Probleme mit dem Flieger, weshalb sich die Zeit des Abflugs ein wenig verschob und ich ein wenig zu schwitzen anfing, den letzten Bus zur Zugstation in Washington DC noch zu erwischen. Der Flughafen befand sich nämlich 45 Minuten von der Stadt entfernt, weshalb ich geplant hatte, erst den Bus und danach den Zug zu meiner Unterkunft zu nehmen, das Problem war nur, dass um 9:30 PM der letzte Bus starten sollte. Als ich um 9:230 PM endlich das Flugzeug verlies bekam ich kurz Panik und versuchte so schnell es mir möglich war zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen. Wenig später stand ich in einem endlos langem Gang mit unzähligen Türen, welche alle zu unterschiedlichen Buslienien führten. Auf gut Glück wählte ich die erste Tür, stürmte hinaus und konnte kaum glauben was ich direkt vor meiner Nase las: „Shuttle to Marc train station“. Vor mir befand sich genau der Bus, den ich dachte schon versäumt zu haben, da er sich um einige Minuten verspätet hatte. Erleichtert fragte ich den Busfahrer um den Preis der Fahrt, welcher mich nur anlächelte und meine „for free tonight lady, you look like you need good news.“ Sehr dankbar nicht bezahlen müssen setzte ich mich also auf die erstbeste Sitzbank und horchte auf, als ich mir gegenüber ein Paar deutsch sprechen hörte. Ich sprach sie an und es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Pärchen um zwei Lehrer handelte, welche sich mit ihren Schülern gerade zum Schüleraustausch in Minnesota, nur zwei Orte von mir entfernt, aufhielten und dieses Wochenende Urlaub in DC machten. Noch lustiger wurde es, als wir herausfanden, dass die beiden auch noch den exakt selben Flug wie ich zurück nach Minnesota nehmen würden. Aus dem Bus ausgestiegen berührte mich plötzlich jemand von hinten an dr Schulter und fragte mich: „Bist du denn auch Au Pair?“. Nun überraschte mich wirklich gar nichts mehr: hinter mir stand ein deutsches Au Pair, welches auch das Wochenende in DC verbringen würde, da sie 4 Monate mit ihrer Gastfamilie in dieser Stadt wohnte. So kam es, dass ich nicht nur gerade noch den ebenfalls (Gott sei Dank) verspäteten Zug erwischte, anstatt eine Stunde auf den ursprünglich gedachten Zug warten zu mussten, durch einen Gruppenrabatt mit den drei Deutsche zusammen ein viel günstigeres Zugticket bekam und außerdem so einige Insider-Tipps des anderen Au Pairs bekam. Ich konnte mein Glück an diesem Abend kaum fassen und kam so EINE Uberfahrt später um 11:30 PM zwar wirklich müde aber dennoch super gut gelaunt in meiner Unterkunft an.

Dort legte ich mich erst einmal für ein paar Stunden schlafen, bevor ich um 3:30 AM von meinem Alarm geweckt wurde, um Miriam ins Haus zu lassen, die inzwischen endlich nach ihrer 10-stündigen Busfahrt von Boston ankam. Obwohl wir beide todmüde waren hatten wir uns nach der langen Zeit so viel zu erzählen, dass wir bis 6 Uhr morgens tratschten, bis uns endlich die Augen zufielen.

Samstag

Eine kurze Nacht und zwei Waffeln später, standen wir auch schon schon mitten in Washington DC und waren neben dem warmen Wetter auch von der Schönheit der Hauptstadt überwältigt. Wo man auch hinsah blühten die Bäume und Blumen und alle paar Meter gab es ein neues Bauwerk, Memorial oder Museum zu sehen. Wir schlenderten die Mall entlang, schossen unzählige Fotos vor dem Capital Building, dem Wahington Memorial und White House, saßen mal einfach nur in der Wiese um zu tratschen und gönnten uns einen Hotdog neben dem weißen Haus. Am späten Nachmittag suchten wir eine Busstation auf, von der aus wir eine hop-on hop-off tour machen wollten. Nachdem wir uns einmal plötzlich zu Fuß direkt neben dem Highway wiederfanden, das GPS so einige Male verflucht hatten und drei mal direkt an der Busstation vorbeigelaufen waren erreichten wir unser Ziel, setzten uns aufs Dach ganz nach vorne und waren bereit die Bustour zu genießen. Leider hatten wir natürlich nicht bedacht, dass die Kombination aus Cherry Blossom Festival und Rushhour keine gute war, wenn man sich auf Washingtons Straßen bewegte und so verbrachten wir sehr viel Zeit damit an roten Ampeln und Autoschlangen zu stehen und die Menschenmassen von oben zu beobachten. Trotzdem sahen wir viele schöne Dinge, genossen außerdem den kühlen Fahrtwind nach diesem heißen Tag und stellten mit Schrecken fest, dass unsere Arme und Nacken ziemlich rot von der Sonne waren. Naja, so viel Sonne hab ich schließlich in Minnesota seit Oktober nicht mehr gesehen. 😅

Abends trafen wir uns mit Eva, welche zufällig auch zur selben Zeit in DC war um ihre Freundin zu besuchen, um gemeinsam feiern zu gehen. Wir besuchten einen Club mit 5 verschiedenen floors, welche sich über 4 Stockwerke streckten und tanzten dort bis zum Umfallen, um uns danach bei McDonalds einen after-club-snack zu gönnen. Dies war übrigens mein erstes McDonalds Erlebnis seit ich mich in den Staaten befinde und ich kann nur sagen, dass ich keinen Unterschied zu dem zu Hause geschmeckt habe.

Sonntag

Nachdem wir uns ein wenig ausgeschlafen und zurechtgemacht hatten, beschlossen wir wegen des Regenwetters einen Museumstag zu machen, da Museen in DC keinen Eintritt verlangen.

Das erste Museum das wir besuchten war das „United States Holocaust Memorial Museum“, welches uns wirklich sehr mitnahm und zum Nachdenken brachte. Die gedrückte Stimmung besserte sich jedoch schnell wieder als wir die „National Gallery of Art“ besuchten, wo wir unter anderem Van Gogh, Picasso, Monet, Warho, Pollock und Braque bewundern konnten, welche zu meinen Lieblingskünstlern gehören. Mein persönliches Highlight stellte ein Bild Monets dar, welches eines meiner absoluten Lieblingskunstwerke ist! 😍

Nach diesem tollen Museum machten wir uns noch auf den Weg zur „National Portrait Gallery“, wo wir das Portrait Obamas und seiner Frau Michelle bewunderten.

Da uns mittlerweile der Hunger gepackt hatte begaben wir uns nach Chinatown, wo sich eines unserer Lieblingsretaurants befand, welches wir eigentlich nur von zu Hause kannten. Bei Vapiano angekommen gönnten wir uns erst einmal einen riesigen Salat und Mimi konnte nicht mehr aufhören von ihren Spaghetti Bolognese zu schwärmen, die sie wohl schon unglaublich vermisst hatte. 😄

Mit vollen Bäuchen beschlossen wir nur noch einen gemütlichen Filmeabend in unserer Unterkunft zu unternehmen, da Miriam‘s Flug um 6 Uhr morgens ging und wie uns somit schon um 4 Uhr auf den Weg zum Flughafen machen mussten. Trotzdem schafften wir es nicht ganz früh schlafen zu gehen, es gab nach den 9 Monaten die wir uns nicht gesehen hatten einfach zu viele Themen zu bereden!

Nun sitze ich am Flughafen und bin in ein paar Stunden wieder zu Hause in Minnesota. Ich habe die Zeit mit Miriam wirklich genossen und ich glaube Washington DC hat sich an diesem Wochenende zu meiner Lieblingsstadt bisher gemacht!


11 Kommentare zu „Washington DC“

  1. Avatar von Donnerer Christine
    Donnerer Christine

    Hattest wieder ein spannendes Wochenende. Ausserdem auch viele glücklichene Zufälle. Das freut mich für dich. Gut das du dir so viel anschauen kannst. Mach weiter so.
    LG. Christl

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke!

  2. Avatar von Helmut u. Christine Ulz
    Helmut u. Christine Ulz

    Danke Miriam für den ausführlichen Bericht und die schönen Bilder. Ich frag mich wer oder was blüht schöner, du oder die Baumblüten.
    Ich freue mich immer auf den nächsten Bericht.
    Mutti ließt Deine Berichte mit großem Interesse.
    GLG : Omi und Opa.

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Danke Opi & Omi 😘

      1. Avatar von Helmut u. Christine Ulz
        Helmut u. Christine Ulz

        „liest“ soll das heißen !!

      2. Avatar von Helmut u. Christine Ulz
        Helmut u. Christine Ulz

        „liest“ soll das heißen !!

  3. Avatar von Andrea Ulz
    Andrea Ulz

    Frühlinghaftes Wochenende in einer tollen Stadt, wie es scheint, mit viel Kunst und Kultur- und zwei wunderhübschen jungen Damen! Freu mich für euch!
    Und so viele glückliche Zufälle an einem Tag zeigt, wie gut gesonnen das Leben euch ist😍alles Liebe

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Das stimmt, war echt ein wunderschönes Wochenende!
      Bussi 😘

    2. Avatar von Samy
      Samy

      Und das auch noch am Freitag dem 13.😜

  4. Avatar von Silvia
    Silvia

    Von all deinen tollen Dingen die du schon gesehen hast ….um die National Galary of Art ! 😳😳😳😳😳 beneide ich dich Miriam 👍🏻😍 Das würde ich auch gerne mal sehn !

    1. Avatar von miriamabroadblog

      Ja das stimmt, kanns selbst manchmal nicht glauben wie viele coole Dinge ich sehen kann 😱

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