Freitag Abend schnappte ich mir Annelie und Eva und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum Flughafen um Tatjana abzuholen, welche Au Pair auf Long Island ist und mich über das Wochenende besuchen wollte. Da ich sie schon getrackt hatte wusste ich, dass ihr Flug früher als erwartet ankommen würde uns wir schafften es genau rechtzeitig zum Flughafen, sodass sie sofort ins Auto springen konnte. Da Tatjana nach dem Flug ein wenig geschafft war, machten wir uns gleich auf den Nachhauseweg, machten uns bettfertig und tratschten dann noch bis wir beide während einer (eigentlich recht spannenden) Diskussion einschliefen. Nach 9 Monaten hatten wir uns schließlich viel zu erzählen und es tat irgendwie gut, mal wieder mit jemanden zu reden der genauso wie ich beide Welten lebt und versteht.
Samstag Morgen, nachdem wir ziemlich früh wach würden und uns fertig machten, ging es nach einem ausgibigen Frühstück das ich ihr machte auf nach Minneapolis, wo ich ihr die Stone Arch Bridge mit Ausblick auf die Skyline zeigte. Außerdem trafen wir dort Elena, eine Freundin von Tatjana welche zufälligerweise auch gerade Au Pair in Minnesota ist. Zu dritt spazierten wir über die Brücke, weiter zum US Bank Stadium, wo wir sogar einen Blick hinein erhaschen konnten, und zeigten ihr danach noch die 1st Avenue mit dem berühmten Club an der Ecke der Straße. Danach beschlossen wir spontan uns auf den Weg nach Wisconsin zu machen, da die Grenze nur 45 Minuten von der Stadt entfernt liegt und Tatjana so an einem Wochenende sogar zwei Staaten sehen konnte. Gesagt, getan: wenig später befanden wir uns auf der Straße Richtung Grenze und überlegten hin und her wie wir am besten ein Foto mit dem „Wisconsin“-Schild machen könnten, welches sich am Straßenrand neben dem vierspurigen Highway befindet. Da uns leider keine legalere Möglichkeit einfiel parkten wir kurzerhand am Pannenstreifen und führten unseren sehr durchdachten Plan aus: Eine von uns hockte sich neben das Auto und tat so als würde sie den Reifen überprüfen und telefonieren, während die anderen beiden schnell Fotos neben dem Schild schossen. Danach fand ein fliegender Wechsel der Rollen statt und wir versuchten so schnell wie möglich wieder mit dem Auto zurück auf die Straße zu kommen. Nach diesem Nervenkitzel wurden wir langsam echt hungrig, weshalb wir beschlossen uns einen kleinen Snack bei „Panera bread“ in Wisconsin zu holen, bevor wir den Rückweg nach Minnesota antraten und erneut versuchten einen Plan auszuhecken. Natürlich wollten wir auch ein Foto mit dem „Minnesota“-Schild, da uns jedoch keine bessere Lösung als der Pannenstreifen einfiel fuhren wir einfach drauf los und freuten uns, als genau vor dem Schild eine Abfahrt auftauchte. Natürlich bog ich sofort ab, hatte jedoch in der Euphorie ganz übersehen, dass wir uns nicht auf einer Autobahnabfahrt, sondern einer Station für LKSw befanden, wo solche gewogen wurden. Schnell parkten wir am Straßenrand, schossen ein paar Fotos mit dem Schild und hofften, ohne Komplikationen wieder zurück auf den Highway zu können. Wir hatten Glück und außer ein paar leeren Polizeiautos war die Station wie ausgestorben und so gelang es uns wieder unbeschadet zurück auf den Highway zu kommen.




Nach solchen Aufregungen hatten wir Lust etwas entspannteres zu unternehmen und da es auch das Wetter sehr gut mit uns meinte, (17 Grad Celsius und strahlender Sonnenschein! 6 Tage zuvor lag noch ein halber Meter Schnee) fuhren wir zum Lake Calhoun, unternahmen dort einen kleinen Spaziergang und genossen die Sonnenstrahlen von dem Hochsitz des Bademeisters aus. Außerdem gönnten wir uns ein „Ben & Jerry’s“ Eis, bevor wir zurück zu mir nach Hause fuhren.


Ziemlich müde legten wir uns kurz hin und schauten „How I met your mother“, da diese Serie ein großer Mitgrund für Tatjana war nach Minnesota zu kommen. (Die Hauptperson Marshall kommt in der Serie aus Minnesota und Tatjana ist ein großer Fan) Das Bett war so gemütlich, dass es uns ziemlich schwer fiel uns wieder aufzuraffen um uns für den Abend zurechtzumachen. Bis zur letzten Minute zögerten wir dies aus hinaus, bis wir uns dann schließlich überwanden, aus dem Bett krochen und wenig später bereit waren Eva abzuholen uns uns mit Annelie und Elena bei „Cowboy Jack’s“ zu treffen. Dort gönnten wir uns einen Burger und gingen dann ins tanzen zur live Countrymusic über, was ein großer Spaß war. Ehe wir uns versahen waren wir plötzlich von einigen jungen Männern aus dem Militär umzingelt, welche sich auf eine unerklärliche Weise vermehrten und nicht mehr vom Tisch wegzubekommen waren. So hatten wir wenigstens ein pasr Tanzpartner und hatten einen sehr lustigen Abend, der um 2 Uhr morgens endete, als wir todmüde ins Bett fielen.
Sonntag Morgen schliefen wir ein wenig länger, frühstücken gemütlich und machten uns danach auf den Weg zu den Minnehahafällen. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang, welcher sich als äußerst abenteuerlich herausstellte, da einige Pfade noch mit Schnee bedeckt und somit ziemlich rutschig waren.

Später zeigten Elena und ich Tatjana noch die Mall of America, wo diese gar nicht mehr aus dem Staunen herauskam und nicht aufhören konnte Fotos zu schießen. Da das Wetter jedoch so schön war wollten wir wieder nach draußen und fuhren zum „Como Zoo“, wo wir die Sonne genossen und gemütlich herumschlenderten. Nach einer letzten Tratschsession auf einer Bank mussten wir leider schon zum Flughafen aufbrechen, wo wenig später Tatjanas Flug Richtung New York abhob.

Wie ihr diesem Bericht entnehmen könnt: Der lange Winter hat nun auch in Minnesota endlich ein Ende gefunden und meine Kids und ich genießen das tolle Wetter in vollen Zügen!


