Am Dienstag passierte nicht wirklich viel Spannendes, da wir von 9 Uhr morgens bis 20 Uhr abends im Auto saßen, bis wir endlich an unserem Zeltplatz in der Nähe von San Antonio in Texas ankamen. Es ging sich gerade noch aus, das Zelt im Halbdunkeln aufzubauen, bevor wir uns im Dunkeln Reis mit Bohnen kochten und total geschafft von der langen Autofahrt in unsere Schlafsäcke fielen. Naja, vielmehr benutzten wir die Schlafsäcke wegen der Hitze als zweite Unterlage oder Kuschelkissen.
Um 6 Uhr morgens waren wir dafür schon wieder auf den Beinen, trieben Morgensport zum Aufwachen, frühstückten, bauten das Zelt ab und machten uns auf den Weg Richtung San Antonio. Als wir so auf einem schmalen Feldweg dahinfuhren und um die Kurve bogen konnten wir unseren Augen kaum trauen: Neben der Straße standen Zebras und grasten gemütlich vor sich hin. 😅
Nach dieser unerwarteten tierischen Begegnung stellten wir noch einmal sicher, dass wir uns eh noch auf der richtigen Route und nicht irgendwo in Afrika befanden und kamen ein paar Minuten später auch schon in San Antonio an. Die Stadt überraschte uns sehr zum Positiven! Die vielen schönen Gebäude erinnerten uns sehr an Italien und ein besonderes Highlight war es sicher, den idyllischen Riverwalk entlangzuschlendern!




Mittags waren wir auch schon wieder on the Road um einen State Park zu besuchen, wo uns ein freundlicher Rancher jedoch darauf hinwies, dass dies ohne eine mindestens 6 Monate im Voraus gebuchte Reservierung leider nicht möglich war. So fuhren wir weiter, bogen beim nächstbesten Schild ein und fanden uns wenig später an einem malerischen Strand eines grünen Flusses wieder, in dem wir uns abkühlten. Diese Erfrischung war bei 40 Grad mehr als notwendig und so genossen wir das kühle Nass. Annelie war ganz mutig und wollte ans andere Ufer schwimmen um dort von einem Fels ins Wasser zu springen, drehte jedoch gleich wieder panisch um, als sich eine große Wasserschildkröte neben ihr in den Fluss plumpsen ließ. Neben Schildkröten trafen wir auch noch 1.000 kleine Fische an, welche dauernd an unseren Füßen und Händen knabbern wollten.



Später nachmittags ging auch die Campingplatzsuche wieder los und so fanden wir uns wenig später erneut an einem Fluss wieder, bauten unser Zelt auf, kochten Reis mit Spinat und lagen um 22:00 mal wieder todmüde im Zelt.
Umso motivierter wachten wir Donnerstag Morgen auf und kühlten uns nach unserem Morgensport im See ab, den wir zu dieser Tageszeit noch ganz für uns alleine hatten. Nach erneutem Zeltabbau und Frühstück befanden wir uns wieder auf den Straßen Richtung Austin, die Hauptstadt Texas, um dort das riesen Capitol Building sowie das Mural zu sehen.


Wegen die Hitze (40 Grad im Schatten) waren wir nicht sehr motiviert noch weiter durch die Straßen zu laufen und so ging unsere Fahrt schon früh nachmittags weiter. Ungefähr 3,5 Stunden später kamen wir an unseren angestrebten Campingplatz in Dallas an, wurden sofort von einer netten, älteren Dame begrüßt und bekamen während des Check-ins gleich ein paar Geschichten aus ihrem Leben erzählt. Den restlichen Abend verbrachten wir damit das Zelt aufzubauen und dann gemütlich im Wasser zu liegen und zu tratschen, um der Hitze ein wenig zu entgehen. Ein wenig beunruhigte es uns, dass wir von zwei Ranchern sowie der Mitarbeiterin beim Check-in ungläubig angesehen wurden als wir von unseren Vorhaben, die nächsten zwei Nächte in diesem Park im Zelt zu verbringen, erzählten. Anscheinend ist es sogar für Texas gerade überdurchschnittlich heiß und außer uns kamen nicht viele auf die Idee bei dieser Hitze im Zelt zu schlafen. 🤷🏻♀️


Was uns in dieser Nacht jedoch wach hielt waren nicht die Temperaturen, sondern der starke Wind sowie das Hupen eines Zuges, der gefühlt 300 mal irgendwo bei uns in der Nähe vorbeifuhr. So war ich um 5:30 morgens eigentlich ziemlich wach und beschloss mich vors Zelt zu setzen, um den Sonnenaufgang zu beobachten.
Als Annelie wenig später auch aufwachte und wir gefrühstückt und uns zurecht gemacht hatten, fuhren wir los auf die „broken bow ranch“, einen Pferdehof auf dem wir Pferde reiten wollten. 30 Minuten und eine scheinbar nie enden wollende, mehr als holprige Schotterstraße später kamen wir am Hof an und lernten einen Jungen, schätzungsweise ungefähr 16 Jahre alt, kennen, der uns zwei Pferde sattelte. Wir bekamen eine kurze Erklärung wie unsere Pferd am besten auf uns reagierten und unser persönlicher Cowboy ritt los. Annelie‘s Pferd folgte ihm sogleich brav, meines war da eher ein wenig eigensinniger und beschloss stattdessen bei seinem besten Freund auf der Weide zu bleiben. So versuchte ich vergeblich ihn zu motivieren den anderen beiden zu folgen, wobei mein einziger Erfolg ein im Kreis gehendes Pferd war. Ein Mädchen vom Hof half mir dann jedoch netterweise, überredete meinen Freund zum Gehen und der Rest des Ausfluges über Wiesen verlief ohne Komplikationen. Eine Stunde später kamen wir durchgeschwitzt auch schon wieder zurück, bedankten und verabschiedeten uns bei dem Jungen und fuhren weiter in die Innenstadt Dallas‘.



Wegen den herrschenden 45 Grad waren wir schon völlig erledigt nachdem wir das John F. Kennedy Memorial, sowie den Ort gesehen hatten, an dem er erschossen wurde. Auf Grund der Hitze entschlossen wir uns dazu den Rest den Nachmittags an unserem Privatstrand am Zeltplatz zu verbringen und so liesen wir den Abend eher gemütlich ausklingen.





Samstag Morgen bauten wir das Zelt wieder ab und gaben unser bestes, um unser gesamtes Hab und Gut für den Flug am Abend wieder in unseren Koffer und Taschen zu verstauen.
Nachdem dies so gut wie erledigt war fuhren wir in die 10 Minuten entfernte Crossfitbox, wo Annelie ein Personal Training bekam, während ich die Zeit und das WLAN nutzte, um bei einem Starbuckskaffee mit Mama zu telefonieren.
Mittags machten wir uns auf den Weg nach Fort Worth um eine leckere Acaí-bowl zu Mittag zu essen und danach die Wild Western City Stockyards zu erkunden. Neben unzähligen Cowboyshops, Ochsen und Cowboys sahen wir außerdem eine Wild West Show, bei der Lasso geworfen, Kunstgeritten, gesungen und getanzt wurde. Leider machte uns mal wieder die Hitze, die sich mit 46 Grad im Schatten selbst übertroffen hatte, ziemlich zu schaffen und so relaxten wir am späteren Nachmittag im klimatisierten Starbucks, bevor wir uns auf zum Flughafen machten, um von dort aus nach San Diego an die Westküste zu fliegen.




