Geplant war der Aufbruch unseres Roadtrips am Freitag um 1:00 Uhr morgens, spontan wie wir sind beschlossen wir am Donnerstag zu Mittag jedoch schon um 16:00 abzureisen und so kam es, dass wir uns schon um 18:30 Uhr in Italien wiederfanden. Wir fuhren mit einigen kleinen Pausen bis 2:00 Uhr nachts durch und fanden kurz vor Fano einen Parkplatz direkt am Meer, an dem wir über Nacht blieben. Die dicke Luftmatratze, mit der wir das Auto zum Bett umfunktionierten sorgte für eine gemütliche Nacht und wir schliefen bis 7:30 Uhr durch. In der Früh brauchte es nur 2 Schritte aus dem Auto und schon konnten wir feinen Sand unter unseren Füßen spüren. Flo konnte diese Tatsache nur sehr kurz genießen, bevor eine Frau wild gestikulierend auf Italienisch auf ihn einsprach und aufgeregt immer wieder auf unser Auto zeigte. Anscheinend wollte sie uns zeigen dass wir wohl falsch parkten und sie mit ihrem Auto deshalb keinen Platz mehr hatte. Ruhig wie er ist zeigte Flo der Frau die Striche der Parklücke, in der unser Auto perfekt stand. Deren Gesichtsausdruck veränderte sich plötzlich und so fuhr Flo ein Stück zurück und gab dann sein bestes, um sie in die Lücke einzuweisen. Diese Aufgabe stellte sich jedoch als schier unmöglich heraus, da der Frau das Einschlagen des Lenkrads wohl nicht sehr geläufig war und so gab er nach einigem hin und her (bei dem er kurz davor war sich selbst hinter ihr Steuer zu setzen) auf und das Auto stand so, dass man wenigstens erkennen konnte wie es stehen sollte.
Nach einem Kaffee am Strand und dem Abkühlen im Meer brachen wir wieder Richtung Vieste auf. Die Autofahrt bei Tag erwies sich als weitaus abenteuerlicher als in der Nacht davor, da italienische Autofahrer dem Blinken, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Vorrangregeln weniger große Wichtigkeit schenken. So kam es schon mal vor, dass sich vor uns jemand nicht für eine Spur entscheiden konnte und das Fahren auf dem Mittelstreifen wählte oder mitten im Kreisverkehr stehenblieb um zu telefonieren. War aber kein Problem – der war Zweispurig und wir hatten eh genug Platz.
Die erste Autoladepause nutzen wir, um uns in einer Bäckerei einen zweiten Kaffee zu holen und unsere Zähne zu putzen.

Beim zweiten Stopp gönnten wir uns einen vegetarischen Hotdog bei Ikea als Mittagessen und uns wurde dafür vor dem Betreten des Kaufhauses sogar Fieber gemessen.

Die letzte Pause vor unserem Ziel verbrachten wir an der Küste, wo wir eine wunderschöne Aussicht auf das Meer genossen.



Über sehr enge und steile Straßen gelangten wir schließlich zum Campingplatz, wo wir schon von drei winkenden Geschwistern von Flo in Empfang genommen wurden. Eine Schwester verhandelte mit dem Chef des Platzes, dass wir später Einchecken würden, während uns die beiden anderen zu unserem Platz brachten, wo sie auch schon unser Zelt, eine Hängematte und einen Tisch für uns aufgebaut hatten. Viel Zeit zum Ankommen hatten wir nicht, denn noch ohne irgendein Zeug auszupacken schlüpften wir in unsere Badesachen, da die drei uns den langen Sandstrand zeigen wollten, an dessen Ende auch Flos Eltern uns freudig in Empfang nahmen. Wir stürzten uns ins (ziemlich warme) Meer, um uns danach auch schon fertig fürs Abendessen zu machen. Karl hatte zwar extra einen Tisch in einem Restaurant reserviert, leider gab es jedoch Kommunikationsprobleme, weshalb wir ohne Reservierung aufkreuzten und Karl erstmal alleine hineinging um nach einem Platz zu fragen und wir inzwischen im Auto warteten. Ein paar Minuten später winkte er uns, sodass wir Sieben gleich darauf im Gänsemarsch im Gastgarten einmarschierten. Schnell stellten wir Tische zusammen und schon stand dem Pizzaessen nichts mehr im Weg.


Gestärkt vom Abendessen begaben Flos Eltern, Flo und ich uns noch mit einer Flasche Rotwein und Knabbergebäck an den Strand, wo wir Sterne schauten, das Rauschen der Wellen und den kühlen Sand genossen.
Als Flo sich vor Müdigkeit fast nicht mehr auf seiner Liege halten konnte begaben wir uns in unser Zelt, wo wir eine sehr gemütliche Nacht verbrachten und gut schliefen.
