27.12.2022
Da ich mir pünktlich zu Weihnachten eine Grippe einfing, bangten Mama und ich die Tage vor unserem Kurztrip nach Salzburg, ob dieser überhaupt stattfinden wird können. Gott sei Dank wurde ich genauso pünktlich wie zum Ferienstart krank zum Tag unserer Abreise wieder gesund und so brachte uns Papa am Dienstag in der Früh zum Bahnhof nach Graz, wo wir uns noch mit Desinfektionsmittel (auch zur Beruhigung meiner Mitmenschen im Zug und Theater bei potenziellen Nies- oder Schnäuzanfällen) eindeckten.
Beim Einsteigen sprach uns eine ältere Dame an, die auf dem Weg zur Kur war und es nicht schaffte, ihren schweren Koffer auf die Ablage zu heben. Wir halfen ihr natürlich, konnten ihr auch nach mehrmaligen Fragen keine Diagnose zu ihren Rückenschmerken geben und hörten dann mit, wie sie am Telefon mit ihrer Freundin darüber sprach, dass sie eh keine Symptome hat, obwohl diese wohl an Covid-19 litt und die letzten Tage bei ihr verbracht hatte. Der Rest der vierstündigen Zugfahrt verlief ruhig und wir nutzten sie um zu schlafen, zu lesen, zu essen, die lustige Kinder um uns herum zu beobachten und zu tratschen.

In Salzburg angekommen spazierten wir mit unseren kleinen Koffern zur Salzach, wo wir die gerade hinter den Wolken hervorkommende Sonne in unseren Gesichtern genossen und mit wunderschöner Aussicht auf den Fluss und die Festung dahinter den Rest unserer Jause zu uns nahmen.



Da wir noch Zeit bis zum Einchecken im Hotel hatten, führte unser nächster Weg ins Café Bazar, wo wir gemütlich Kaffee, Kuchen und schließlich auch noch einen heißen Ingwer-Zitrone-Honig-Tee (zur Beschleunigung der Genesung) genossen. Da wir sofort einen Platz im anscheinend sehr begehrten Café am Fluss fanden, wunderten wir uns darüber, dass sich am Eingang gleich danach ständig eine lange Menschenschlange bis nach draußen bildete und die Gäste teilweise wirklich lange darauf warteten, dass ein Platz frei wird. Da haben wir wohl Glück gehabt!


Nach dieser Stärkung spazierten wir die Linzer-Gasse entlang zu unserem Hotel und sahen schon am Weg ein paar Geschäfte, die uns anzogen. Nachdem wir eingecheckt und uns ein wenig frisch gemacht hatten schlenderten wir also – jetzt ohne Koffer – die Linzer-Gasse nun in die andere Richtung entlang und waren richtig froh über unsere gemeinsamen Interessen, da wir an zum Beispiel an Dingen wie Kartenständern überdurchschnittlich viel Zeit verbrachten. Der Einkauf von Karten eskalierte leicht und als wir in einem Geschäft aufgrund unseres Dialekts für Burgenländer (?!) gehalten wurden wussten wir, es war Zeit unsere „Shoppingtour“ zu beenden. Also bogen wir zum Kapuzinerberg ab, den wir gemütlich erklommen und auf dem sich uns ein überraschend schöner Ausblick auf die Dächer der Stadt, die schneebedeckten Berge dahinter und einen roten Abendhimmel darüber bot.





Langsam aber sicher war der Kuchen von zu Mittag verdaut und so führte unser nächster Weg in die L´Osteria, wo wir uns eine Pizza und einen Salat teilten. Als wir das Restaurant verließen, mussten wir wieder an einer langen Schlange am Eingang vorbei, die sich bis nach draußen erstreckte. Anscheinend wollen die Salzburger immer dorthin, wo wir uns befinden.

Zurück im Hotel nutzten wir die Zeit noch um 30 Minuten zu rasten/dösen, bevor wir uns für das Musical im Salzburger Landestheater bereitmachten. Da es sich bei den Musicalkarten ja um ein Geburtstagsgeschenk handelte, hatten wir welche in der ersten Reihe, was sich für das Stück „Rocky Horror Show“ als wirklich cool erwies, da wir die Schauspieler und deren Kostüme direkt vor uns bewundern konnten und durch das ohnehin sehr interaktiv aufgebaute Musical fast das Gefühl hatten, selbst mitzuspielen.

Nach der Vorstellung, die uns wirklich sehr begeistert hatte, beschlossen wir den Abend noch mit einem Bier in einer sehr kleinen Bar ausklingen zu lassen und verließen diese erst, als wir als einzige weibliche Besucher übrig geblieben waren.

28.12.2022
Untypisch für uns schliefen wir bis fast 9 Uhr und wunderten uns darüber – hatten wir doch am Vorabend keinen Wecker gestellt, da wir „eh beide Frühaufsteher sind“. Der Schlaf tat uns aber beiden gut und während wir langsam in die Gänge kamen, machten wir uns auf den Weg zum Frühstücksbuffet des Hotels. Es gab eine tolle Auswahl und so stärkten wir uns ausgiebig für den Tag, bevor wir uns Richtung Altstadt wagten. Dort fanden wir einen riesigen Christkindlmarkt vor, auf dem es um diese Uhrzeit schon nur so von Menschen wimmelte. Da wir beide nicht die größten Fans von Menschenmassen sind, beschlossen wir den Mönchsberg zu erkunden und machten uns erst auf den Weg zur Festung.


Als wir so am schönen Mönchsberg spazierten, gelangten wir eher zufällig zu einer Wiese, von der aus man einen traumhaften Ausblick auf die von der Sonne beleuchtete Berglandschaft sowie auf die Festung hatte. Diesen genossen wir ausgiebig, indem wir eine Rast an besagter Stelle einlegten, bevor wir uns wieder auf den Weg nach unten machten. (Da wir uns ein wenig vergingen war es eher ein Weg nach unten, nach oben und wieder nach unten.)








Fast unten angekommen wollten wir einen Abstecher ins Stiegl-Bräu machen, wo jedoch gerade kein Platz frei war, weshalb wir die Sitzpause ins Café Tomaselli verlegte. Dort aßen wir standesgemäß ein Stück Mozart-Torte und ich trank einen Mozart-Mandeldrink, bevor wir im Café Fürst originale Mozartkugeln erstanden, die ich noch nie zuvor gegessen hatte.



Als wir nach der Kaffeepause die Getreidegasse entlanggingen bogen wir schon bald in eine kleine Seitengasse ab, da es uns einfach zu viele Menschen waren, die dieselbe Idee hatten wie wir. Dieses Abbiegen erwies sich jedoch als Glücksfall, da wir in der Zuckerlwerkstatt landeten, wo gezeigt wurde, wie diese kleinen Zuckerl mit den unterschiedlichsten Motiven darin von Hand hergestellt werden. Da dieses Handwerk nur mehr 10 Menschen in Österreich beherrschen hatten wir großes Glück, dies mitansehen zu können! Gebannt standen wir eine Stunde vor der Scheibe, fragten die Zuckerbäckerin aus und konnten am Ende sogar die frisch hergestellten, noch warmen Zuckerl genießen.


Nach einer Stunde Zucker und süßen Gerüchen hatten wir Lust auf etwas Pikantes bekommen und so wechselten wir die Flussseite (auf die etwas weniger besuchte) und kehrten bei einem der ältesten Wirtshäusern Salzburgs, dem Gablerbräu, ein. Drei Spinatknödel sowie einem Schwammerlgulasch später war es auch schon wieder Zeit ins Hotel zurückzukehren, kurz zu rasten und uns dann für das zweite Musical fertig zu machen.

Einen völligen Kontrast zur Rocky Horror Show des Vorabends bot das Musical „Sound of Music“ dieses Abends, gefiel uns aber mindestens so gut und ließ uns die eine oder andere Träne verdrücken. Besonders die Kinder, die die Bühne wirklich rockten, beeindruckten uns stark.

Leider verlief unsere Suche nach einer passenden Bar nach der Vorstellung erfolglos und so gingen wir zu einem alternativen Programm über: Hornochse spielen und die mitgebrachten Weihnachtskekse essen im Hotel. Gemütlich ging der Abend so zu Ende und wir schliefen zufrieden ein.
29.12.2022
Nicht ganz so lange wie am Vortag schliefen wir aus, nutzten noch einmal das Frühstücksbuffet, schlossen unsere Koffer in den Spinten des Hotels ein und spazierten wieder in die wunderschöne Altstadt Salzburgs, wo wir die relativ frühe Stunde nutzten, um das Geburtshaus von Mozart zu besuchen. Keine Tafel der drei Stockwerke des Museums blieb ungelesen und so kamen wir sehr informiert wieder aus dem Haus heraus und mussten all die interessanten Informationen natürlich in einem Kaffeehaus verarbeiten. Wir suchten uns dafür das Café Mozart aus, wo es sogar die berühmten Salzburger Nockerl gab, die wir natürlich unbedingt noch kosten mussten.


Den Rest des Tages verbrachten wir mit gemütlichem Durch-die-Stadt-Schlendern, fanden dabei menschengroße Essiggurkerl und eine riesige Holzkrippe, besuchten die Franziskanerkirche und bewunderten vor allem den Stadtteil Sankt Peter mit dem eindrucksvollen Friedhof.







Aus Klogründen kehrten wir dann schon wieder ein und gönnten uns noch einen Ingwer-Zitronen-Honig-Tee, der dieses mal so scharf war, dass sicher keine Viren mehr übrig blieben.
Leider war es dann auch schon Zeit zum Hotel zurückzukehren um unser Gepäck zu holen und dann weiter Richtung Bahnhof zu gehen, wo wir noch eine kleine Jause für den Zug kauften und es uns dann schon im Zug gemütlich machten.
So ging diese wunderschöne kurze Reise mit viel Zeit füreinander sowie für Dinge, die uns gefallen zu Ende, die Mama und ich wirklich sehr genossen haben. Der Kurztrip hat uns außerdem dazu animiert, uns von nun an jedes Jahr diese Zeit miteinander zu nehmen, um gemeinsam eine Hauptstadt Österreichs zu besuchen. 🙂
