Wir haben die ersten 10 Tage mit unserem Bus hinter uns und wenn wir eines dazugelernt haben, dann dass man sich bei 30 Grad in der Nacht sowie 70% Luftfeuchtigkeit mit einem Auto ohne Klimaanlage die Sauna spart und dass man sich an eine gewisse Grundnässe des eigenen Körpers sowie Gewands irgendwann gewöhnt. Aber im Ernst: Fahrt nicht ohne Klimaanlage an die Karibikküste!!! 😭😂
Angefangen hat unser Bus-Roadtrip in Guatapé, wo es Gott sei Dank nicht ganz so heiß war und wo wir für die ersten beiden Nächte im Auto einen wunderschönen, sehr abgelegenen Stellplatz am See gefunden haben. Nach der Zeit in der Stadt genossen wir es erst erstmal einfach nur am See zu chillen, Flo baute sich natürlich sofort eine Angel (und konnte damit tatsächlich 2 Fische fangen) und ich verbrachte viel Zeit mit lesen und schreiben. Außerdem genossen wir es mit unserem Campingkocher selbst kochen zu können und uns im See abzukühlen. Dem Gewässer brachten wir erst noch ziemlichen Respekt entgegen, da wir uns nicht sicher waren welche Tiere er birgt. Er sah aber so einladend aus, dass Flo ihn mit der Taucherbrille auscheckte und ihn dann durch sein professionelles Urteil offiziell zum Baden freigab. Sehr lange trauten wir uns nicht im Wasser zu bleiben, zum Waschen reichte es aber aus.




Natürlich besuchten wir an einem Nachmittag auch die kleine Stadt Guatapé selbst, die uns mit den bunten Häusern mit tollen Muster und Gegenständen auf den Außenwänden bezauberte. Viele der Malereien zeigen an, was sich in den Häusern befindet. So findet man beispielsweise auf der Musikschule Instrumente, am Fitnessstudio Gewichte oder auf der Werkstatt Autos.




Die zweite – regen- und gewitterreiche – Nacht lehrte uns, dass wir die Bustüren sehr fest schließen mussten, um Wasser auf unserem Bett zu verhindern. Ein wenig bangten wir in der Nacht auch, ob wir am nächsten Tag wieder die steile Schotterstraße hinaufkommen würden, wenn diese durch den Regen noch unbefestigter wurde. Die Sorge war aber glücklicherweise umsonst und ohne Probleme konnten wir Tags darauf weiterfahren.
Am Weg zurück Richtung Medellin machten wir einen Stopp am Piedra del Peñol, einem beeindruckenden, riesigen Felsen den man besteigen kann. Dies taten wir gemeinsam mit hunderten anderen Touristen, was unsere Geduld besonders beim Abstieg, der durch ängstliche Menschen nur seeehr langsam voranging, ziemlich herausforderte. Der Ausblick von oben auf den riesigen See machte die Überlaufenheit des Ortes jedoch wieder gut.



Die Fahrt, die danach folgte, bleibt uns in weniger guter Erinnerung. Zuerst entschied sich Flos Handy (welches mit Internet für unser Navi zuständig ist) dazu, alle paar Minuten nur noch schwarzen Bildschirm anzuzeigen, dann mussten wir durch den anstrengenden Verkehr quer durch Medellin und dann begann zu allem Überfluss auch noch der Motor unseres Autos zu überhitzen. Und das alles passierte während wir selbst ohnehin auch schon komplett überhitzt in unserem heißen Auto schwitzten. An der Tankstelle an der wir unseren Motor kühlen wollten bemerkten wir, dass wir Kühlflüssigkeit verlieren, da wohl unser Schlauch ein Loch hatte. Nun hatten wir die Wahl: in ein nicht gerade als sicher geltendes Stadtviertel in Medellin zurückfahren und hoffen, dort eine geöffnete Werkstatt zu finden (es war natürlich Sonntag) oder den Berg auf der anderen Seite hinunterrollen und in dem kleineren Ort nach einer Werkstatt suchen. Wir entschieden uns für Variante 2, füllten unsere Kühlflüssigkeit mit Wasser auf und machten uns auf den Weg. Glücklicherweise kamen wir ohne Probleme in unserem Zielort an und fanden auch sofort einen Mechaniker, der uns allerdings zu seinem Nachbarn weiterschickte, welcher gerade an seinem LKW herumschraubte. Der freundliche Mann hatte sofort den kaputten Schlauch aus unserem Auto geholt und flickte diesen kurzerhand mit einem Fahrradschlauch. Das Ganze sah professioneller aus als es jetzt klingt! 😄 Der Mann wollte nur 2€ für seine Arbeit und unserer Weiterfahrt stand nichts mehr im Wege. Dachten wir zumindest, denn eigentlich hatte unsere Pechsträhne gerade erst begonnen. Denn schon wenig später standen wir vor einer Brücke, die ausschließlich für einspurige Fahrzeuge befahrbar war und mussten uns einen unendlich komplizierten Umweg über kleine Bergdörfer heraussuchen, um zur nächsten Brücke zu gelangen. Nach einer guten Stunde Umweg im superheißen Auto standen wir schließlich vor der nächsten Brücke vor der uns ein wild winkender Mann aufhielt, denn – die Brücke war nur mit einspurigen Fahrzeugen befahrbar. Eine weitere Stunde weiter standen wir nach einer abenteuerlichen Schotterstraße vor Brücke Nummer 3. Leider war diese keine wirkliche Brücke, sondern eine Straße quer durch den Fluss, die wir ohne Geländeauto oder Boot eher weniger passieren konnten. Gerade begann es auch noch zu dämmern und langsam verließ mich der Optimismus. Wir hielten eine vorbeikommende Familie auf einem Motorrad auf um diese um Hilfe zu fragen, und uns wurde erklärt, wir müssen den gesamten Weg wieder zurück. Flo tat so als wäre das alles überhaupt kein Problem und fuhr die kurvenreichen zwei Stunden ohne mit der Wimper zu zucken im Dunkeln zurück. Als wir wieder bei der ersten Brücke angelangt waren stellten wir fest, dass es nur wenige Meter dahinter eine weitere Brücke für Autos gab. Tja – jeglichen Kommentar dazu spare ich mir lieber. 🤦🏽♀️
Es folgten nochmal ungefähr zwei Stunden Autofahrt, von denen wir mindestens die Hälfte durch Baustellen und über Schotterstraßen fuhren, bis wir endlich einen kleinen versteckten Weg am Straßenrand erreichten, der sich als Schlafplatz eignete. Mehr als müde und froh irgendwo angekommen zu sein, gingen wir an diesem Abend ins Bett und brachten nicht einmal mehr die Kraft auf etwas zu essen.
Bei der mehrstündigen Fahrt Richtung Karibikküste am nächsten Morgen waren die Strapazen des Vortages schon wieder vergessen und wir freuten uns an der Landschaft, die immer tropischer wurde. Wir fuhren an interessant gebauten Häusern vorbei, die fast wie große Baumhäuser wirkten, sahen Kinder mitten auf der Straße Fußball spielen, begegneten mehr Kutschen als Autos und hatten Spaß an den Verkehrsschildern, die von „Achtung Faultiere“ über „Achtung Nasenbären“ bis hin zu „Achtung Krokodile“ reichten. Auf der Straße begegneten uns jedoch nur zwei Leguane und keine der anderen Tiere.
Die letzte Stunde Autofahrt war durch die Schotterstraße, deren Löcher teilweise so groß waren als hätten Meteoriten eingeschlagen, ein wenig anstrengend und wir wurden ordentlich durchgerüttelt. Das letzte Stück führte uns dann mitten durch eine Bananenplantage und ich betete ständig nur mehr, dass wir nicht im Schlamm stecken bleiben würden. Tatsächlich kamen wir ohne Zwischenfälle in einem kleinen Dorf am Meer an, in dem wir uns direkt an den Strand stellten und die Einwohner daneben fragten, ob wir hier die Nacht verbringen dürften. Die Leute wunderten sich ein wenig warum wir überhaupt fragten und beteuerten, dass dieser Platz sehr ruhig und sicher sei. Also schlugen wir unser Lager auf und schon bald wurde der Plastikstuhl-Sitzkreis der Dorfbewohner direkt vor unser Auto verlegt. Neugierig wurden wir beim Kochen von unserem Abendessen beobachtet, befragt und einige Kinder bildeten einen Kreis um uns herum, um uns noch besser zuschauen zu können. Ein besonders mutiges Mädchen erzählte uns beiläufig, dass sie gerne Süßes isst und war ziemlich enttäuscht als sich herausstellte, dass wir keinerlei Süßigkeiten im Bus hatten. Davon vergewisserte sie sich zur Sicherheit auch nochmal selbst und fragte dafür unauffällig nach einer Tour durch unseren Van. Mit ihrem Fahrrad kam sie nun regelmäßig vorbei um zu checken, ob wir denn endlich zur Vernunft gefunden und Süßigkeiten besorgt hätten.
Ein paar Jungs fanden uns aus irgendeinem Grund super lustig, liefen ständig um uns herum, flüsterten und kicherten. Schließlich fassten sie ihren Mut zusammen und fragten uns nach einem Foto, womit der Startschuss für eine Reihe von Gruppenfotos und Selfies fiel. Außerdem wurden wir zu einem Fußballspiel am Strand eingeladen. Ein kleiner Junge brachte uns seinen Babyhund vorbei, damit wir diesen bestaunen können und zum Essen setzten sich die Leute vereinzelt – mit einem Plastikstuhl und vollen Teller ausgestattet – einfach zu uns. Einige Dorfbewohner erzählten uns, dass auch schon mal ein verrückter Portugiese hier gewesen sei, der mit dem Fahrrad durch Südamerika fuhr. (Da musste ich an Peter denken – liebe Grüße falls er das ließt! 😃) Auch ein Deutscher namens Klaus mit Bierbauch sei schon mal hier gewesen. Mit ihm machten sie anscheinend im Getränkeshop ein gutes Geschäft, denn er schien laut Erzählungen nicht wenig Bier getrunken zu haben.





Als wir uns nach zwei Tagen wieder auf den Weg aus der Stadt hinaus machten, fühlten wir uns wie Promis, da uns von allen Seiten zugewunken wurde. Weit kamen wir aber leider nicht, denn auf den Weg durch die Bananenplantage blieben wir mit dem Bus im tiefen Schlamm stecken. Erst als uns drei Männer halfen das Auto anzuschieben, konnten wir wieder aus dem Matsch heraus. Die Männer waren danach von oben bis unten braun besprenkelt, was ihnen aber nichts auszumachen schien. Wir waren jedenfalls sehr dankbar für ihre Hilfe!
Auch der nächste Schlafplatz den wir anpeilten war direkt am Strand und wieder genossen wir das warme Meer (das bei diesen Temperaturen ruhig kälter sein hätte dürfen, um wenigstens eine kleine Abkühlung zwischendurch zu haben), weißen Sand, den Schatten der Palmen in der Hängematte und wunderschöne Sonnenuntergänge. Lustig war es auch den Krabben zuzuschauen und an einem Abend hatten wir sogar das Glück, dass direkt vor unserem Auto ein riesiges Exemplar vorbeispazierte.
Ein weiteres Highlight war eine Familie, die zu sechst + Hund auf einem Motorrad daherkam. Als wir lachen mussten fanden auch sie den Umstand lustig und der Vater scherzte noch, dass sie die Katze vergessen hätten.




Nach den gemütlichen Strandtagen wagten wir uns wieder in eine Stadt, nämlich in die Küstenstadt Cartagena. Deren Altstadt besteht aus kleinen, bunten Gassen, wunderschönen Plätzen und Häusern und ganz vielen Touristen. Wir schlenderten ohne Ziel durch die Stadt, ließen Menschen und Bauwerke auf uns wirken und gönnten uns vegetarische Burritos zum Mittagessen. Die Auswahl an vegetarischen Speisen ist definitiv ein Vorteil an touristischeren Orten. 😄




Den Ausflug in die Stadt nutzten wir auch um ein kaputtes Türschloss am Auto austauschen und in diesem Zuge gleich eine Alarmanlage einbauen zu lassen. Dafür mussten wir wieder einmal durch den Stadtverkehr und das was sich dort abspielte, hätte ich mir vorher nicht einmal vorstellen können. An einer Kreuzung kamen vier mehrspurige Straßen und ein halb eingebauter Kreisverkehr zusammen und die Ampel war ausgeschaltet, wodurch sich ein Riesenhaufen aus Fahrzeugen ergab, in dem mir nicht mehr ersichtlich war, wer eigentlich in welche Richtung möchte. Mittendrin standen ein paar Autos aufgrund eines Auffahrunfalls still, die Motorradfahrer schlängelten sich kreuz und quer durch oder stiegen ab und trugen ihre Fahrzeuge über Verkehrsinseln, alle möglichen Hupen wurden ununterbrochen betätigt und das Ganze wurde von vier Riesenboxen beschallt, aus denen vier verschiedene Lieder erklangen. Keine Ahnung wie – aber irgendwann hatten wir es aus diesem Chaos geschafft und verhandelten mit mehreren Werkstätten, um einen guten Preis für unser Anliegen zu erhalten.
Nach dem Erlebnis war es unendlich schön wieder aus der Stadt hinauszufahren und wir steuerten den Volcan de Lodo El Totumo an – einen Hügel, in dem man ein angeblich sehr gesundes Schlammbad nehmen konnte. Nach einem Bier mit dem Restaurantbesitzer ließ uns dieser auf seinem Parkplatz schlafen und ließ extra das Klo die Nacht über aufgesperrt.
Beim Kochen von Patacones dachten wir abends, dass wir nun endlich entspannen können. Leider entspannten an unserem Platz auch ungefähr 1000 Sandfliegen und Gelsen, was die heiße Nacht mit offenen Fenstern besonders erinnerungswürdig machte. Als Andenken an diesen Platz tragen wir auch jetzt, 5 Tage später, noch unzählige rote, juckende Punkte am gesamten Körper.
Um 6:00 Uhr Früh des nächsten Morgens badeten wir noch ohne andere Menschen, dafür aber gemeinsam mit einem Frosch, im Schlamm des Vulkans. In der dicken Flüssigkeit steckt man regelrecht fest und geht nicht unter, was ein echt lustiges Gefühl ist.


Um den Schlamm wieder abzuwaschen wurden wir von einem Mann zum See geführt, in den wir uns gleich hineinschmissen. Als Flo ihn fragte ob es hier Kaimane gäbe verneinte er zwar zuerst, auf Flos zweite Frage hin, wo Kaimane denn zu sichten wären, zeigte er jedoch begeistert genau auf unsere Badestelle und erklärte stolz, dass er hier schon einmal welche gesehen hätte. Naja, wir kamen zumindest unbeschädigt wieder aus dem See und fühlten uns frisch für die Weiterfahrt.

Diesen Tag und eine Nacht verbrachten wir abermals direkt am Strand direkt vor einem Hotel, bei dem wir für 3€ den Pool, Duschen, Klo und WIFI nutzen durften. Außerdem gönnten wir uns im Restaurant des Hotels ein leckeres Abendessen mit frischen Shrimps, ließen unsere Wäsche waschen und nutzten die Zeit und das WIFI dafür die nächsten Tage zu planen und mit unseren Familien zu telefonieren.

Am nächsten Morgen brachte uns der Bruder der Hotelbesitzerin einen Kaffee und Muscheln die er schon früh morgens am Strand gesammelt hatte und von denen wir uns jeweils eine aussuchen durften. Nach dem Kaffee mit dem netten Mann ging für uns auch schon wieder die Fahrt weiter.
Unser Ziel war die kleine Stadt Minca. Wir sehnten uns richtig nach den etwas kühleren Temperaturen die dort herrschen, da die Stadt auf einem Berg liegt.
Diese Umstände in Minca nutzten wir für eine Wanderung einen Fluss entlang zu zwei Wasserfällen. Der Weg führte uns durch eine tropische Pflanzenwelt mit riesigen Bambuspflanzen und wunderschön, oft unwirklich wirkenden Blumen.


Als wir beim ersten Wasserfall ankamen ernannten wir diesen zu unserem Mittagessen-Platz und so kletterten wir über Steine und wateten das Wasser entlang, bis wir schließlich an einen kleineren Privatwasserfall kamen. Zur Abkühlung wollten wir vor dem Essen baden, auch wenn das Wasser verdächtig nach Krokodilen aussah. Da allerdings beim großen Wasserfall ein Stück weiter oben viele Leute badeten machten wir uns keine allzu großen Sorgen. Schon nach ein paar Minuten ließ Flo plötzlich einen Schreckrei los und ich wunderte mich über meine plötzliche Geschicklichkeit, als ich die rutschigen Steine in einem Zug nach oben sprang. Flo hatte mit seiner Hand irgendetwas undefinierbares berührt, das sich wohl verdächtig nach einem Kaimanmaul angefühlt hatte – ob es das oder nur ein Stein war wissen wir nicht, die Lust zu baden war vor allem mir allerdings schlagartig vergangen.
Gerade als wir mitten im Jausnen waren begann es zu tröpfeln und schon wenig später befanden wir uns mitten in einem heftigen Tropengewitter. Den Rucksack und unsere Schuhe hatten wir schnell versucht unter einem Felsenvorsprung in Sicherheit zu bringen und wir beide hockten nun mit der Hoffnung dass das Gewitter nicht zu lange dauern würde im Regen. Geschätzte 45 Minuten lang lauschten wir den lautesten Donnern die wir je gehört hatten, bis der Regen ein wenig nachließ und Blitz und Donner nicht mehr direkt aufeinander folgten. Erst dann wagten wir es, den Rückweg zum großen Wasserfall anzutreten und als wir dort ankamen hatte es aufgehört zu regnen. Das gute an dem Wetter war, das wir den wunderschönen Platz nun ganz für uns hatten. 😃

Auf der Weiterwanderung entdeckten wir ein eigenartiges Tier, bei dem es sich, wie sich nach einiger Recherche herausstellte, um eine Wurmschleiche handelt, die man nur in den Amazonaswäldern antrifft. Flo war ganz aus dem Häuschen und war damit beschäftigt den Wurm aus allen Perspektiven zu filmen, als ich plötzlich einen Tucan im Baum über uns entdeckte. Gekrönt wurde unsere Entdeckerwanderung noch durch einen riesigen Schmetterling, der Gefallen an unseren Köpfen fand und sich immer wieder auf uns setzte.


An der Karibikküste jagte wirklich ein Highlight das nächste, denn schon am nächsten Tag besuchten wir den Tayrona Nationalpark, welcher durch seine tropischen Wälder die auf unberührte, weiße Strände treffen, so besonders ist. Wir genossen die Wanderung zu einem der Strände an denen man schwimmen durfte und erfreuten uns abermals an einigen Tiersichtungen: Affen, Agoutis Schmetterlinge, Vögel, bunte Krabben und unzählige farbenfrohe Leguane und Eidechsen.




Unseren letzten Tag an der Karibikküste verbrachten wir in dem kleinen Ort Camarones, wo wir eine Bootstour auf einem flachen See unternahmen, wobei wir die tollsten Vögel wie auch Pelikane beobachten konnten. Außerdem befanden wir uns plötzlich mitten unter 2000 pinken Flamingos, die hier jedes Jahr in der Regenzeit für einige Monate sind. Es war wirklich unglaublich die Tiere in freier Wildbahn so nahe beobachten zu können!

Unser Bootsführer Alfonso zeigte uns einen Platz in seinem Dorf, wo wir die Nacht verbringen durften. Das Dorf bestand scheinbar aus Alfonsos Großfamilie und so wurden wir beim Zurückkommen sofort von vielen Kindern belagert, die uns selbstgemachte Armbänder verkaufen wollten, sich um unser Wasser stritten und versuchten mit Flos langen Beinen Schritt halten zu können, was sie ziemlich lustig fanden. Die Kinderschar folgte uns bis zum Strand und wir spielten mit ihnen bis die Sonne unterging und wir zum Auto zurückkehrten. Dieses stand jetzt, wie wir feststellen mussten, mitten im Fußballfeld des Dorfes, doch schien es die Spieler nicht zu stören. Vom Baum neben unserem Bus sprang plötzlich ein Junge herunter, der uns stolz erzählte er hätte auf unser Gefährt aufgepasst während wir weg waren. Zum Abendessen waren wir bei Alfonsos Schwester eingeladen, die uns einen extrem leckeren Fisch mit Patacones kochte. Während wir im Hof der Frau aßen, kam eine große Krabbe aus dem Haus gekrochen und plötzlich waren wieder ein paar der Kinder da, um uns heldenhaft vor dieser zu beschützen.
Kaum hatten wir den letzten Bissen im Mund wurden wir im Minutentakt von Kindern gefragt, wann wir denn wieder hinauskommen würden. Als wir dann wenig später zum Auto gingen sahen wir, dass die Kinder gleich daneben ein Lagerfeuer gestartet hatten, in dem alte Palmblätter, Plastikflaschen, Seile und was noch alles so zu finden war, verbrannt wurden. Wir verbrachten einen wirklich lustigen Abend am Feuer mit den Kindern des Dorfes, bis diese nach und nach von ihren Eltern in die Häuser gerufen wurden – am nächsten Tag war schließlich Schule. 😉

Dieser Tag war ein perfekter Abschluss für unsere Zeit an der Karibikküste, die von unglaublichen Landschaften, super freundlichen und offenen Menschen und aufregenden Tieren gezeichnet war. Wir sind soooo froh, das hier erleben zu dürfen!
